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Havelland Magische Zahlen und Kunst
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00:18 08.06.2017
Helge Warme erinnert in seiner Rauminstallation an die zwölf Propheten. Quelle: Tanja M. Marotzke
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Zeestow

Über die Zahl Zwölf lässt sich prächtig fabulieren. Bernhard Schmidt tat es, als er am Pfingstsonntag zur Eröffnung einer Ausstellung in der Autobahnkirche Zeestow sprach. Er nannte die Zwölf als eine besondere Zahl, als eine vollkommene und heilige Zahl. Zwölf Monate, zwölf Sternzeichen, zwölf Halbtöne bilden eine Oktave. Auch die Mythologie und die Neuzeit kennen die Zwölf als besondere, als magische Zahl: Zwölf Ritter saßen an der Tafelrunde von König Artus; zwölf Geschworene; zwölf Sterne trägt die EU-Flagge.

Die Berufenen von Volker Stelzmann

Und natürlich die zwölf Apostel. Die malerische Vision dieser Apostel in dem zwölfteiligen Bilderzyklus „Die Berufenen“ von Volker Stelzmann ist das Besondere an der Autobahnkirche Zeestow. Bernhard Schmidt, Pfarrer der Autobahnkirche und Vorsitzender ihres Förderkreises, nahm auf den beeindruckenden Bilderschmuck der einfachen Kirche Bezug, um den Bogen zur aktuellen Ausstellung zu schlagen. Mit „Die Zwölf“ hat der in Brieselang lebende Glaskünstler Helge Warme seine Rauminstallation überschrieben. Zwölf Stelen, die an die zwölf kleine Propheten aus dem Alten Testament erinnern. Nun treffen Hosea, Amos, Micha, Joel, Obadja, Jona, Nahum, Habakuk, Zefanja, Haggai, Sachaja und Maleachi in Zeestow auf die Apostel, Altes Testament trifft auf Neues Testament. Die Ausstellung ist damit Teil des Projektes „500 Jahre Reformation im Havelland“, das der Evangelische Kirchenkreis Falkensee und Nauen-Rathenow organisiert hat, und dabei in 50 Kirchen des Havellandes einlädt. Zum Schauen, zum Hören, zur Begegnung.

Gegen den Ungeist des Terrors

Am Sonntag in Zeestow war das sehr gelungen. Schon zur Apostelandacht mit Propst Christian Stäblein war die Kirche sehr gut gefüllt. Stäblein hielt seine Fürbitte für die Menschen in London, er bat Gott, „den Ungeist des Terrors“ zu nehmen und den Geist des Friedens zu schenken. „Gib dem Leben Farbe“, bat er, bat um Gottes Visionen der Liebe und Gerechtigkeit.

Glasröhren und Stacheldraht

In der Autobahnkirche Zeestow ist die Begegnung mit Gottes Visionen möglich, täglich ist das Gotteshaus seit drei Jahren wieder offen. Für Gläubige und Nicht-Gläubige. Für die, die Ruhe und Einkehr suchen, oder für die, die sich mit Kunstwerken auseinandersetzen wollen. Den Apostelbildern von Volker Stelzmann kann Helge Warme dabei mit seiner Installation nicht die Schau stehlen. Die zwölf Tafelbilder und das hölzerne Kreuz prägen den Raum. Warme ordnet ihnen seine frei stehenden Stelen unter: Glasröhren mit Stacheldraht, aus denen eine Rose vor goldenem Hintergrund erwächst. Eine Allegorie auf den Glanz und das Martyrium der Propheten.

„Die Propheten mit Ernst und Nutz lesen und gebrauchen“, hat Martin Luther der Christenheit empfohlen. Mit seiner Bibelübersetzung hatte er das Buch der Bücher unters Volk gebracht. Und so bietet sich die Autobahnkirche einmal mehr als Ort der Begegnung an. Im theologischen Sinne, im künstlerischen Sinne, im menschlichen Sinne. Die leuchtenden Glasplatten von Helge Warme werden dabei zu einem sinnlich-ästhetischen Altarbild eigner Güte.

Die Ausstellung ist bis 19. November 2017 zu sehen.

Von Marlies Schnaibel

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