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Malerin mit klassischer Tradition

Falkensee Malerin mit klassischer Tradition

Leise, freundlich und bestimmt: Die aus St. Petersburg stammende Malerin Anna Filimonova gibt in ihrer neuen Heimat Falkensee ihre Erfahrungen an andere weiter. Sie will Mitmenschen zum Zeichnen anregen und für die Malerei begeistern.

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Anna Filimonova setzt auf klassische Malerei.

Quelle: Tanja M. Marotzke

Falkensee. Das neue Museum in Potsdam hat sich Anna Filimonova nicht entgehen lassen. Die Falkenseer Malerin schwärmt nicht nur von dem Haus Barberini und dem Alten Markt, sie schwärmt vor allem von einem: „Monet!" All die Bilder! Ein ganzer Raum nur für seine berühmten Seerosenbilder!

Dabei hat Anna Filimonova selbst schöne Seerosenbilder gemalt. Es sind Falkenseer Seerosen. Sie blühten auf dem Teich des Hexenhauses. Das architektonische Unikum wird von ihrem Mann Edmund Becker gastronomisch geführt, die Malerin schmückt es mit ihren Bildern.

Vor acht Jahren hat es Edmund Becker mit seiner Familie aus dem warmen Südfrankreich in den rauen Falkenseer Norden verschlagen. Wegen der Möglichkeit und der spannenden Idee, in dem verwinkelten Hexenhaus von Finkenkrug kulinarisch zu punkten. Anna Filimonova blieb ihrem Beruf treu. Sie zeichnet und malt.

Das Handwerk hat sie von Grund auf gelernt. Schon als Kind begann sie zu malen. So gut, dass sie in den Neunziger Jahren an die Akademie der Bildenden Künste in St. Petersburg Malerei und Architektur studierte. „Meine Bilder entstehen in einer überlieferten Technik, die aus dem 19. Jahrhundert stammt“, erklärt sie, „die Maltechnik wurde über berühmte Malprofessoren der Akademie von Generation zu Generation weitergegeben.“ Sie selbst findet sich in dem klassischen realistischen Stil wieder. „Aber der Realismus in der Malerei hat es in Deutschland nicht einfach“, hat sie festgestellt. Zwar mag das Publikum ihre Bilder, aber die Kunstkritik des Westens steht dem Realismus doch eher skeptisch gegenüber. Von ihrem Stil lässt sie sich aber nicht abbringen, auch wenn er manchem als zu klassisch oder altmodisch erscheint.

In ihrer russischen Heimat erhielt sie einige Preise, so den 1. Preis für die Restaurationsarbeit an der St. Petersburger Oper „Villa Baron von Derwitz“, einen 2. Preis erreichte sie im Wettbewerb der Russischen Förderation für die Diplomarbeit.

Der Weg führte die junge Frau in den Westen Europas. Sie zeigte ihre Arbeiten in der Schweiz, in Frankreich und in Deutschland, auch in New York stellte sie aus. Mit Edmund Becker kam sie nach Falkensee und bewohnt hier ein markantes rotes Haus am südlichen Stadtrand.

Die geografischen Wechsel haben ihrer Malerei nichts angetan. Sie bleibt ihrem ausgewogenen, farbstarken Malstil treu. Landschaften – viele aus dem sonnigen Süden Italiens oder Frankreichs –, Stillleben, tiefgründige Porträts und sinnliche Akte entstehen in ihrem kleinen Atelier. Dafür wurde gerade eine ehemalige Garage umgebaut. Auf kleinem Raum ist Platz für ihre professionellen Bilder, die immer auch eine gewisse Harmonie und Melancholie ausstrahlen.

Und sie hat in dem neuen Atelier Platz für ihre Kurse. Denn die bietet die freundliche Malerin seit einiger Zeit an. „Jeder ist ein Künstler“ – dem bekannten Joseph-Beuys-Satz kommt sie auf eigene Weise nach. Sie bietet Tagesmalkurse an. „Viele bekommen so einen Kurs als Geschenk-Gutschein“, erzählt sie, hier können sie sich ausprobieren. Unter meisterlicher Anleitung malen sie nach einem Vorbild an dem Tag ein Bild in Öltechnik. Meisterliches Abmalen gewissermaßen. „Es ist erstaunlich, was da entsteht“, freut sich Anna Filimonova. „Jeder findet seine Farbpalette, seine Art zu malen.“ Der Kurs kann und soll auch Appetit auf mehr machen. Denn natürlich weiß die Malerin, dass es so leicht mit der Kunst nun wieder nicht. „Vor 100 Jahren dauerte ein Studium an der Akademie in St. Petersburg 15 Jahre“, erzählt sie. So treffen sich bei ihr auch regelmäßig Malinteressierte, die sich gründlich mit Zeichnen und Malen, mit Farbe und Perspektive, mit verschiedenen Techniken auseinandersetzen können.

„Es macht mir Freude, mit den Teilnehmern an den Bildern zu arbeiten“, hat sie an sich selbst beobachtet. Sie möchte ihre Erfahrungen mit der klassischen Malerei weitergeben und ihre Freude an der Malerei mit anderen teilen.

Manchmal waren ihre Bilder schon im Havelland zu sehen: in Falkensee, Dallgow und Senzke. Auch in Potsdam stellte sie aus, dem Verband Bildender Künstler Brandenburgs gehört sie an. Wer ihre kleine Ateliergalerie sehen will, kann das nach Absprache tun. Oder er wartet bis Anfang Mai, dann nimmt Anna Filimonova an der Aktion des „Offenen Ateliers“ im Havelland teil.

Kontakt über die Internetseite
www.anna-filimonova.de

Von Marlies Schnaibel

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