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Havelland „Man muss Prioritäten setzen“
Lokales Havelland „Man muss Prioritäten setzen“
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00:20 25.09.2017
Auch die Mittelstraße in Nauens Altstadt wurde mit Fördermitteln umgestaltet. Quelle: Andreas Kaatz
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Nauen

Für Nauens scheidenden Bürgermeister Detlef Fleischmann (SPD) ist am 25. Januar der letzte Arbeitstag – nach 16 Jahren. Am 24. September wird sein Nachfolger gewählt. Wenn er diesen auch nicht mit speziellen Ratschlägen behelligen möchte, so kann er zumindest eines aus Erfahrung sagen: „Man muss Prioritäten setzen und man fährt auch gut damit zu sagen: Es gibt keine Chance für dies oder jenes. Man hält nicht lange durch, wenn man jedem alles verspricht.“

Allein aus finanziellen Gründen werde das nicht funktionieren. Kaum einer weiß es besser als er. Als der 57-Jährige 2002 das Bürgermeisteramt übernahm – davor war er Beigeordneter im Rathaus –, hatte Nauen noch ein paar Jahre mit dem Haushaltssicherungskonzept zu kämpfen. Gestaltung war kaum drin, eher die Verwaltung des Mangels. Es mussten unpopuläre Entscheidungen getroffen werden. Da hatte sich Fleischmann nicht nur Freunde gemacht. Seit Längerem ist der Etat nun ausgeglichen.

Fleischmann freut sich rückblickend, dass es gelungen war, trotz schwieriger Zeiten einiges auf den Weg zu bringen. Im Zuge des Programmes „Zukunft im Stadtteil“ (ZiS) konnten zwischen 2000 und 2006 mehrere Projekte mit Hilfe von Fördermitteln realisiert werden. Beispiele sind die Umgestaltung der Mittelstraße, die Errichtung des Pendlerparkplatzes am Bahnhof sowie der Stellplatzanlage auf dem Sägewerksplatz. Aber auch der Rathausplatz bekam in der Zeit ein neues Antlitz, die Sanierung des Hauses der Begegnung konnte erfolgen sowie der Bau des Spielhofes an der Käthe-Kollwitz-Grundschule. „Da haben wir viel bewegt“, sagt er.

Die Zukunft Nauens sieht Fleischmann, der derzeit noch Chef einer „Firma“ mit 150 Angestellten (inklusive Kitas) und 25 Millionen Euro Jahresetat ist, eher positiv. Die Nachfrage nach Wohnraum wächst, immer mehr ziehen in die Stadt. Auch wenn Nauen offiziell nicht zum so genannten Berliner Speckgürtel gehört. „Wir haben uns schon immer dazugehörig gefühlt, wenn auch am Rande, wo es etwas magerer ist“, sagt er schmunzelnd.
So wird es aber notwendig sein, die Voraussetzungen für weiteren Wohnraum zu schaffen. Nachdem das Gebiet Malbusen voll ist, soll jetzt das B-Plan-Gebiet Lietzow-Platz vermarktet werden. Dort wird dann auch eine neue Kita entstehen. „Man muss Jahre voraus denken. Wenn man Wohnungen haben will, benötigt man auch Kita-Plätze.“ Vor allem in der Kernstadt kann der Bedarf schon jetzt nicht gedeckt werden.

Zu den Projekten, die in den nächsten Wochen und Monaten anstehen, zählt der Bürgermeister unter anderem den geplanten Hortneubau auf dem Gelände der Graf Arco-Oberschule mit Grundschulteil sowie den Erweiterungsbau am gleichen Standort. „Dieses Jahr ist auch noch die Umgestaltung des Schulhofes am Goethegymnasium dran sowie im nächsten Jahr der Bau des neuen Sportplatzes am Goethegymnasium. Die Planung steht schon“, so der Bürgermeister. Die Reparatur der Hamburger Straße soll noch im Oktober erfolgen, für eine Grundsanierung warte man auf Fördermittel für 2018.

Froh ist er, dass für die Nauener Tafel eine Lösung gefunden worden ist. Nachdem der neue Eigentümer des Objektes in der Ritterstraße dem gemeinnützigen Verein gekündigt hatte, wurde jetzt in der Dammstraße ein Ausweichdomizil gefunden. „Wenn das nicht geklappt hätte, wäre es schwierig gewesen, die Tafel später wieder neu aufzubauen.“ Nur im Zusammenwirken mehrerer Beteiligter wie Verein, Stadt und Landkreis konnte dies gelingen.

Fleischmann macht keinen Hehl daraus, dass er am 24. September dem sozialdemokratischen Bewerber die Daumen drückt: „Alles andere wäre unlogisch, schließlich habe ich ihn ja auch mit nominiert“, sagt er und fügt gleich hinzu: „Ich bin aber auch mit den anderen beiden Kandidaten immer fair umgegangen. Aber der Ausgang der Wahl ist sowieso völlig offen“.

Von Andreas Kaatz

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