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Mann von Güterzug erfasst: Polizei geht von Suizid aus

Rathenow (Havelland) Mann von Güterzug erfasst: Polizei geht von Suizid aus

Nachdem ein Mann von einem Güterzug erfasst wurde, musste in der Nacht zum Montag die Bahnstrecke bei Rathenow gegen Mitternacht voll gesperrt werden. Der Lokführer eines Güterzuges leitete eine Vollbremsung ein, konnte aber den Zusammenprall mit einem Menschen nicht mehr verhindern.

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Ein Güterzug hat in Rathenow-West einen Mann auf den Schienen erfasst.

Quelle: Kay Harzmann

Rathenow. Vier Stunden lang sind in der Nacht zum Montag im Raum Rathenow die Bahnlinie nach Stendal und die Bundesstraße 188 gesperrt worden. Der Lokführer eines Güterzuges, der in Richtung Westen fuhr, hatte kurz vor Mitternacht im Bereich Rathenow-West plötzlich einen Mann auf den Schienen bemerkt. Er leitete sofort eine Vollbremsung des Güterzuges ein, konnte aber dadurch den Zusammenstoß mit der Person nicht mehr verhindern.

Nach Aussagen von Burkhard Ahlert, Pressesprecher der Deutschen Bahn für Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern, sei die Kollision mit dem Mann gegen 23.45 Uhr erfolgt. Die Polizei geht aktuell von einem Suizid aus.

Die Rettungskräfte stellten ihre Fahrzeuge auf der Bundesstraße ab

Die Rettungskräfte stellten ihre Fahrzeuge auf der Bundesstraße ab.

Quelle: Kay Harzmann

Die Deutsche Bahn setzte sofort einen Notfallmanager ein. Die Bahnstrecken in diesem Bereich seien bis 3.40 Uhr komplett gesperrt worden. Insgesamt vier ICE-Züge mussten deshalb umgeleitet werden. Sie sind über Magdeburg geführt worden. Da die 15 Kilovolt führende Oberleitung durch den Aufprall nicht beschädigt wurde oder anderweitig betroffen war, musste der Bahnstrom nicht abgeschaltet werden. Wie es in Fällen wie diesen üblich sei, habe die Bahn den betroffenen Triebfahrzeugführer ausgewechselt, hat Burkhart Ahlert erklärt. Ein anderer Kollege haben den Zug übernommen und zum Bestimmungsort gebracht.

Weil zahlreiche Rettungskräfte zum Einsatz kamen, ist auch die Bundesstraße 188 in dem Bereich für den Verkehr gesperrt worden. Angerückt waren die Freiwillige Feuerwehr Rathenow, der Rettungsdienst und die örtliche Polizei. Die für die Bahnanlagen zuständige Bundespolizei brachte einen Hubschrauber zum Einsatz, der nahe der Bahnlinie landete. Viele Fahrzeuge der örtlichen Einsatzkräfte wurden auf der Bundesstraße 188 abgestellt.

Die Bundespolizei brachte einen Hubschrauber zum Einsatz

Die Bundespolizei brachte einen Hubschrauber zum Einsatz.

Quelle: Kay Harzmann

Die Freiwillige Feuerwehr Rathenow war mit 24 Einsatzkräften und fünf Fahrzeugen vor Ort, teilte Wehrführer Oliver Lienig mit. Gegen 0.01 Uhr sei der Alarm bei der Feuerwehr eingegangen. Deren Einsatzkräfte seien vor Ort aber erst etwas später tätig geworden, erklärte er. Um die eigenen Leute nicht zu gefährden, habe erst durch den Notfallmanager der Bahn zunächst veranlasst werden müssen, dass keine Züge mehr die Strecke befahren. Erst dann durften die Gleisbereiche betreten werden.

Nachdem ein Notarzt festgestellt hatte, dass die betroffene Person nicht mehr lebte, war klar, dass die medizinischen Rettungskräfte nicht mehr zum Einsatz kommen mussten. Die Bundespolizei und der kriminaltechnische Dienst untersuchten die vorhandenen Spuren. Erst nachdem diese Tätigkeiten beendet waren, konnten die Feuerwehrleute tätig werden, um die männliche Person zu bergen. Ein Bestattungsunternehmen holte den Toten ab. Gegen 3.40 Uhr ist die Bahnstrecke wieder freigegeben worden und wenig später auch die Bundesstraße 188. Um 4.40 Uhr waren alle Feuerwehrleute wieder in der Wache zurück hatten die volle Einsatzbereitschaft wieder hergestellt.

Anmerkung der Redaktion

Wir berichten in der Regel nicht über Suizide oder Suizidversuche, außer sie erfahren durch die Umstände besondere Aufmerksamkeit. Wenn Sie selbst unter Stimmungsschwankungen, Depressionen oder Selbstmordgedanken leiden, gibt es Hilfe. Unter der kostenlosen Hotline 0800/111-0-111 und 0800/111-0-222 können Sie anonym mit der Telefonseelsorge sprechen, die schon in vielen Fällen Auswege aus schwierigen Situationen aufzeigen konnte.

Der geschilderte Vorfall von der Nacht war bereits das zweite Ereignis in dem Bereich der Bahnanlagen innerhalb von wenigen Tagen. Ein Stück weiter westlich war am Dienstagabend eine Wildschweinrotte in einen ICE gelaufen. Der Zug wurde so stark beschädigt, dass er von einer Lok abgeschleppt werden musste. Rund 400 Fahrgäste des ICE 596 (München-Stuttgart-Berlin) hatten auf freier Strecke in einen anderen ICE umsteigen müssen.

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Von Bernd Geske

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