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„Mann von Milow“ lässt die Partner staunen

5.300 Jahre alter Steinzeitmensch „Mann von Milow“ lässt die Partner staunen

Am Samstag trafen sich die Vorstände der Partnerschaftsvereine aus dem Landkreis Siegen-Wittgenstein, Spandau, Vertreter aus dem Landkreis Rendsburg-Eckernförde und dem Havelland zu einer gemeinsamen Vorstandssitzung und einem Workshop. Im Fokus dabei stand vor allem der „Mann von Milow“, ein vor knapp 50 Jahren geborgenes Teil-Skelett eines Steinzeitmenschen.

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Holger Schiebold zeigt Lutz Clefsen, Kreispräsident aus Rendsburg-Eckernförde (li.), stolz den nach Milow zurück gekehrten Steinzeitmenschen.

Quelle: U. Hoffmann

Milow. Am Samstag trafen sich die Vorstände der Partnerschaftsvereine aus dem Landkreis Siegen-Wittgenstein, Spandau, Vertreter aus dem Landkreis Rendsburg-Eckernförde und dem Havelland zu einer gemeinsamen Vorstandssitzung und einem Workshop.

Es war das erste gemeinsame Treffen von Vertretern aller vier Regionen, die untereinander partnerschaftliche Beziehungen pflegen. Nach dem Frühstück am Morgen besichtigten sie die Ausstellung im Naturpark-Zentrum. Holger Schiebold, Vorsitzender des Partnerschaftsvereins Havelland, zeigte den Gästen natürlich auch stolz den „Mann von Milow“. Seit zwei Jahren werden die Repliken des Menschen-Schädels aus der Jungsteinzeit und des Keramikbechers der Walternienburger, auch Bernburger Kultur genannt, hier als Grabbeigabe ausgestellt. Gefunden wurden diese Ausstellungsstücke vor 49 Jahren.

Replik des Schädels

Replik des Schädels.

Quelle: Hoffmann

Der damals 16-jährige Wolfgang Bünnig, Sachbearbeiter für Bodendenkmalpflege beim Landkreis, und Lothar Meiser stießen auf dessen Grundstück in der Ernst-Thälmann-Straße 5 (heute Stremmestraße) in nur 50 Zentimetern Tiefe auf eine Grabstelle mit den Resten eines Skeletts - beerdigt in der so genannten Hockstellung, typisch für die Stein- und Bronzezeit. Am besten war der Schädel erhalten, der im Jahr 2006 sein mögliches Gesicht wiederbekam. In Zusammenarbeit von Wissenschaftlern der Charité und des Landeskriminalamtes wurde das Gesicht des wohl 40 bis 50 Jahre alten Mannes, der vor rund 5 000 Jahren im Milower Land lebte, nach neuesten wissenschaftlichen und forensischen Gesichtspunkten rekonstruiert.

„So einen besonderen Menschenfund oder ähnliche archäologische Funde haben wir bei uns im Landkreis nicht“, sagte Sigurd Hofacker, Vorsitzender des Partnerschaftsvereins Siegen-Wittgenstein, sichtlich erstaunt.

So ungefähr hat er ausgesehen

So ungefähr hat er ausgesehen: Am Computer wurde das Gesicht des Steinzeitmenschen nachempfunden.

Quelle: Hoffmann

Die Fundstücke, die bis 1999 im Museum für Ur- und Frühgeschichte in Potsdam ausgestellt wurden, werden seit Eröffnung des Archäologischen Landesmuseum 2008 in Brandenburg an der Havel gezeigt. „Dort entdeckten wir den Mann aus Milow“, erzählt Holger Schiebold. „Eigentlich haben wir dies meiner Frau Sigrid zu verdanken, denn sie musste mich zum Besuch des Museums vor eineinhalb Jahren überreden.“

So entstand die Idee, mittels Spenden wenigstens eine Replik nach Milow zurückzuholen. Seit Saisonstart 2014 werden so die Repliken des Schädels und der Grabbeigabe in einer Vitrine im Naturpark-Zentrum ausgestellt. „Aus der frühen Besiedlung Norddeutschlands ist Vieles erforscht. Das Landesmuseum in Schleswig dokumentiert dies“, sagte Lutz Clefsen, Kreispräsident des Landkreises Rendsburg-Eckernförde. „Einen Steinzeitmenschen haben wir nicht. Aber es gibt einige Moorleichenfunde.“

Am Nachmittag lud der Partnerschaftsverein die angereisten Vertreter und Havelländer Kreistagsmitglieder zu einem Ausflug mit der „MS Sonnenschein“ ins Haveldorf Bahnitz ein. Ortsvorsteherin Petra Dombrowski und ihr Mann Dieter Dombrowski begrüßten die Gäste dort mit frischem Kuchen aus dem Dorfbackofen. Der Besuch in den Ateliers der Künstler Christa und Karl-Heinz Biederbick war für die 45 Gäste abschließend beeindruckend.

Von Uwe Hoffmann

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