Volltextsuche über das Angebot:

6 ° / 5 ° heiter

Navigation:
Mann zeigt Polizisten Hitlergruß – hohe Strafe

Prozess im Havelland Mann zeigt Polizisten Hitlergruß – hohe Strafe

Teuer zu stehen kommt einem jungen Mann aus Premnitz das Heben seines rechten Arms mit ausgestreckter Hand. Vor dem Amtsgericht wurde der 26-Jährige am Dienstag zur einer hohen Geldstrafe verurteilt. Der Tatvorwurf: M. soll auf dem Nachhausweg vom Dachsbergfest in Premnitz zwei Polizeibeamten den Hitlergruß gezeigt haben.

Voriger Artikel
Hunderte strömen zum Diabetes-Tag
Nächster Artikel
Kreistag Havelland schreibt Landratsstelle aus


Quelle: dpa

Rathenow. Teuer zu stehen kommt einem jungen Mann aus Premnitz das Heben seines rechten Arms mit ausgestreckter Hand. Vor dem Amtsgericht wurde der 26-Jährige am Dienstag zur einer Geldstrafe in Höhe von 2500 Euro verurteilt. Der Tatvorwurf: M. soll im August 2015 auf dem Nachhausweg vom Dachsbergfest in Premnitz zwei Polizeibeamten den Hitlergruß gezeigt haben. Vier Zeugen hatte das Gericht geladen, darunter die beiden Polizisten sowie der Vater des Angeklagten und dessen Exfreundin. M. selbst sagte nicht aus.

Den Arm mit 2,29 Promille gehoben

Wie der angehende Polizeikommissar R. berichtete, waren er und sein Kollege auf dem Weg zum Festgelände als ihnen M. entgegen kam und den rechten Arm hob. „Es sah für mich nach einem eindeutigen Hitlergruß aus“, schilderte R. vor Gericht. „Auf unsere Nachfrage, ob er wüsste, was er getan hat, wiederholte er mehrfach den Gruß mit der Bemerkung: ,Ich habe nur so gemacht.’“, erklärte der Zeuge. Zudem sagte er aus, der Angeklagte sei stark alkoholisiert, sehr gereizt und aggressiv gewesen. Die Polzisten veranlassten einen Alkoholtest im Krankenhaus, wobei sich M. gegen die Maßnahme währte. Der Test ergab einen Wert von 2,29 Promille.

Die Aussage des Polizisten bestätigte die Exfreundin des Angeklagten – allerdings mit Widerwillen. „Ich möchte keine Aussage machen“, murrte die 31-jährige. Erst als Weller deutlich machte, dass sie dazu verpflichtet ist, berichtete sie: „Ja, er hat den Hitlergruß gemacht. Ich habe ihm gesagt, er soll aufhören. Er war ja total betrunken und ich weiß gar nicht, ob er überhaupt weiß, was er getan hat.“ Der Anwalt des Angeklagten versuchte es mit Suggestivfragen. „Mein Mandant sagte mir, er hätte mit ihnen rumgealbert und dabei mit den Armen gewedelt. Haben sie die Geste vielleicht falsch interpretiert?“ „Wir haben geschäkert, dann haben wir uns gestritten und er lief vor. Als das Polizeiauto kam, hat er den Hitlergruß gemacht“, wiederholte die Zeugin.

Vater des jungen Mannes verärgert

Staatsanwaltschaft und Richter hatten genug gehört, um ein Urteil zu fällen. Der Anwalt des Angeklagten wollte noch den Vater hören, der erst nach der Tat dazu kam. „Mein Sohn hat mir erklärt, er hat nur mit den Armen herumgefuchtelt und das soll ein Hitlergruß sein? Die Behauptung, er soll den Gruß wiederholt haben, verbitte ich mir“, erklärte der Mann empört. „Meinem Sohn wurde sogar damit gedroht, Handschellen anzulegen.“

Nach fast einstündiger Beweisaufnahme beantragte der Verteidiger den Freispruch seines Mandanten. Seine Begründung: „Die Armbewegung wurde von der Exfreundin und dem Polizisten subjektiv als Hitlergruß wahrgenommen. Ein Vorsatz ist nicht gegeben, da mein Mandant die Bewegung ohne Worte machte.“ „Es geht um das öffentliche Verwenden des Grußes und das ist gegeben, wenn man ihn vor Polizisten zeigt“, stellte der Richter klar. Er verurteilte M. zu 50 Tagessätzen zu je 50 Euro. In seiner Urteilsbegründung führte Richter Weller aus, beide Zeugen hätten unabhängig voneinander den Gruß eindeutig beschrieben.

Von Christin Schmidt

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Havelland
57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg