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Manuela Neubüser: 25 Jahre als freie Hebamme

Jubiläum in Rathenow Manuela Neubüser: 25 Jahre als freie Hebamme

Die Rathenower Hebamme Manuela Neubüser kann in diesem Jahr zwei Jubiläen begehen. Seit 25 Jahren ist sie in freier Niederlassung tätig und vor 20 Jahren richtete sie ihre Praxis an der Großen Hagenstraße 8a ein. Durch den von ihr gegründeten Verein „Kleeblatt“ mit seinen Eltern-Kind-Gruppen ist dort eine gefragte Anlaufstelle für junge Leute entstanden.

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Manuela Neubüser (rechts) bei der Arbeit mit einigen von ihren jungen Müttern, die sie als Hebamme betreut.

Quelle: Bernd Geske

Rathenow. Zwei Jubiläen hat die Rathenower Hebamme Manuela Neubüser (59 Jahre) in diesem Jahr zu begehen. Vor 25 Jahren hatte sie beim Gesundheitsamt des Landkreises ihre Tätigkeit in freier Niederlassung angemeldet und vor 20 Jahren begann sie mit dem Ausbau ihrer Praxis auf dem Grundstück an der Großen Hagenstraße 8a, das früher ein Kindergarten war und zu einer gefragten Anlaufstelle für junge Eltern geworden ist.

Rein beruflich kümmert sich Manuela Neubüser um Schwangerenberatung, Kurse zur Geburtsvorbereitung, Wochenbettbetreuung, Stillberatung und Rückbildungsgymnastik. Nach einer Zusatzqualifikation ist sie auch als Familienhebamme tätig und arbeitet mit im Netzwerk Gesunde Kinder. Schon früh hatte sie bei ihrer Arbeit festgestellt, dass die jungen Familien eine Ansprechstelle für die vielfältig anfallenden Fragen des Lebens suchen, die eine He-bamme beim besten Willen nicht bieten kann. Darum begann sie bald mit der Bildung von Eltern-Kind-Gruppen. Um für diese einen Ort zu schaffen, an dem sie sich treffen können, kaufte sie 1996 die Immobilie an der Großen Hagenstraße, richtete dort ihre Praxis ein und schuf auch gleich noch Räumlichkeiten für Eltern-Kind-Gruppen. Als sich immer mehr Gruppen bildeten, setzte sie 1999 die Gründung des Vereins Kleeblatt – Zentrum für Familien, Frauen und Kinder ins Werk, um die ehrenamtliche Arbeit auf mehr Schultern zu verteilen. Bald übernahm sie den Vorsitz des Vereins.

Gegenwärtig betreut Kleeblatt 13 Eltern-Kind-Gruppen

Als die Nachfrage in Rathenow zu groß wurde, richtete der Verein 2012 in Premnitz eine zweite Niederlassung ein. Gegenwärtig betreut Kleeblatt in Rathenow acht Eltern-Kind-Gruppen und in Premnitz fünf. Der Verein hat in diesem Bereich gegenwärtig sieben Beschäftigte. Kurz zusammengefasst lautet das Ziel: Elternbildung. Bei den Eltern-Kind-Gruppen liegt die obere Altersgrenze der Sprösslinge bei drei Jahren, nach unten gibt’s keine.

Eine Art „Ritterschlag“ für den Verein gab es, als der Landkreis Kleeblatt 2012 als Träger der freien Jugendhilfe anerkannte. Vier Beschäftigte arbeiten auf dieser Basis derzeit im Bereich der sozialpädagogischen Familienhilfe. „Ich habe für uns den folgenden Leitspruch ausgegeben“, erklärt Manuela Neubüser: „Wir begleiten Prozesse, in denen die Familien herausfinden, was sie zum Elternsein brauchen und helfen ihnen dabei, es zu erreichen.“ Will heißen: Niemand soll gegängelt oder bevormundet werden.

Ehrenamtliche Hilfe für ein Kinderheim in Rumänien

Seit 1991 fährt Manuela Neubüser privat auf ehrenamtlicher Basis mehrmals im Jahr zum Kinderheim des Dorfes Zsobok in Rumänien, um dort zu helfen und in Rathenow gesammelte Hilfsgüter hinzubringen.

Vor zwei Jahren konnte sie das erste Mal ihren lange gehegten Wunsch erfüllen, eine Kindergruppe aus dem Heim ins Westhavelland einzuladen.

In diesem Jahr organisiert sie zum zweiten Mal eine solche Reise. Vom 11. bis 18. September kommt eine Gruppe von 17 Mädchen und Jungen aus dem Heim Zsobok ins Westhavelland.

Sie sind untergebracht auf dem Lucke-Hof in Premnitz.

Die Finanzierung der Fahrt erfolgt über Spenden an Verein „Kleeblatt“.

Der Verein Kleeblatt war auch die Basis für das 2009 gegründete Netzwerk „Bündnis für Familie Westhavelland“. Es gibt Hilfen für junge Leute und Familien und hat das System von rund 150 Biberburgen aufgebaut. Das sind Geschäfte und Institutionen, die mit Aufklebern an ihrer Eingangstür anzeigen, dass Kinder in Not dort Hilfe bekommen. Das Bündnis organisiert auch Integrationsmaßnahmen für Flüchtlingskinder. Vor zwei Jahren hat die Diakonie Havelland dessen Trägerschaft übernommen. Für ihr ehrenamtliches Engagement hat Manuela Neubüser 2011 den Bürgerpreis der Stadt Rathenow bekommen.

Im Unterschied zu anderen Hebammen begleite sie die Familien durch das von Kleeblatt getragene System meist über viel längere Zeiträume, erklärt Manuela Neubüser. Normalerweise dauere die Betreuung nur einige Wochen. Zu ihren Familien entstehe aber häufig ein sehr enger und intensiver Kontakt. Sie sehe die Kinder heranwachsen, bis sie sich oft erst nach Vollendung des dritten Lebensjahres von ihr verabschieden. Angesprochen auf ihr Netzwerk, das sie sich in 25 Jahren aufgebaut hat, sagt Manuela Neubüser: „Das ist mein Beitrag zur Elternbildung.“

Von Bernd Geske

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