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Markeer Feuerwehr ist 90 Jahre alt

Fest zum Jubiläum steigt am Sonnabend Markeer Feuerwehr ist 90 Jahre alt

Im Jahre 1925 erhielt die Gemeinde Markee eine Freiwillige Feuerwehr, beim Nachbarn Markau erfolgte dies ein Jahr später. Grund war vor allem, dass der damalige Gemeindevorsteher eine zunehmende Gleichgültigkeit bei den Löschdienstpflichtigen ausgemacht hat.

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Fünf der heutigen Markeer Feuerwehrleute: (v.l.): Thomas Theegarten, Olaf Knobloch, Ralf Diborski, Michael Riebe und Patrick Riebe.

Quelle: Andreas Kaatz

Markee. Wenn sich Gewitter ankündigten, dann warfen die Altvorderen in Markee immer einen besorgten Blick zum Himmel. Es wäre schließlich nicht das erste Mal, das ein Blitz in Wohnhäuser und Scheunen einschlägt. So geschehen auch am 19. Juli 1917, als die prall mit Roggen gefüllte Scheune des Bauern Kraatz abbrannte, oder schon 1905, als Stall und Scheune von Schmidt den Flammen zum Opfer fielen. Nur zwei von vielen Bränden im Ort im Laufe der Jahrhunderte.

In der Regel waren damals Löschdienstpflichtige angehalten, die Brände zu bekämpfen. Doch zunehmend stellte man im Gemeindevorsteheramt eine gewisse Gleichgültigkeit bei der Löschhilfe fest. Und so hatte der Gemeindevorsteher in Markee im Jahre 1925 die Nase voll, schnappte sich 18 Männer und gründete eine Freiwillige Feuerwehr. Ein Jahr später folgte die Markauer Wehr. Somit können die Markeer in diesem Jahr das 90-jährige Bestehen ihrer Wehr feiern. Heute geht es um 10 Uhr mit einem Festumzug los.

Wie aus der Dorfchronik hervorgeht, haben die Feuerwehrleute aber in der Vergangenheit nicht nur gelöscht, sondern auch gefeiert – um dann wieder gut löschen zu können. Der Erlös aus „vergnüglichen Veranstaltungen“, bei dem beispielsweise ein Theaterstück aufgeführt oder „komische Vorträge“ gehalten wurden, ging nämlich in die Anschaffung von Bekleidung und Ausrüstung. Aber auch die Gemeinde gab viel dazu. Als dann mal die Feldscheune im Bredower Weg in später Abendstunde brannte, ertönte mitten in einem Tanzvergnügen die Sirene, und die feiernden Löschmannschaften zeigten Moral. Ab ging’s zum Spritzenhaus, von wo aus mit vereinten Kräften die Spritze zum Brandort gezogen wurde, „in recht forscher Gangart“, wie der Chronist anmerkte.

Das müssen die heutigen Feuerwehrleute nicht mehr tun. Ihnen steht ein Tragkraftspritzenfahrzeug zur Verfügung, das allerdings auch nicht mehr taufrisch ist. Es geht ins 20. Jahr. Das Auto ersetzte damals den alten LO, den man den Feuerwehrleuten Mitte der 90er-Jahre aus dem Gerätehaus gestohlen hatte. Das Feuerwehrauto steht in einer Fahrzeughalle, die aus den 70er-Jahren stammt. Besonders stolz sind die Markeer aber auf den Anbau, der im September 2007 eingeweiht wurde. „Der Bau war zwingend notwendig“, sagt Jugendwart Patrick Riebe. „Wir hatten nicht mal ein Waschbecken, mussten uns am Auto umziehen“, ergänzt Thomas Theegarten. In unzähligen Stunden, vor allem an den Wochenenden, haben die Feuerwehrleute selbst mit Hand angelegt, um den Bau mit guten Sanitär- und Umkleidebedingungen, Versammlungsraum und Küche fertigzustellen.

Derzeit gibt es in Markee 15 aktive Feuerwehrleute. Und die Moral ist gut, wie Patrick Riebe sagt. „Wir sind im Einsatz immer vollzählig“. Bei Alarmierung kämen immer mehr Leute, als aufs Fahrzeug raufpassen. Und auch mit dem Nachwuchs klappte es nach 14 Jahren. Seit 2014 hat der Ort wieder eine Jugendfeuerwehr, in der fünf Jungen und zwei Mädchen mitmachen.

Manchmal hat Markees Feuerwehr aber nicht nur ernste Einsätze wie etwa bei der Beseitigung von Sturmschäden oder wie unlängst beim Turnhallenbrand in Nauen, sondern auch kuriose. So wollten sie vor zwei Jahren eine Katze retten, die vor einem angeklappten Fenster im Obergeschoss auf dem Fensterbrett saß. Selbst die Drehleiter aus Nauen kam zum Einsatz, doch der Schmusekater wollte sich nicht retten lassen. Im letzten Moment zwängte er sich verschreckt durch den Schlitz zwischen Rahmen und Fenster zurück in die Wohnung. Im Übrigen ist die Zahl der Einsätze der Markeer Wehr seit 2004 deutlich gestiegen.

Von Andreas Kaatz

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