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Martin Gorholt soll Landrat im Havelland werden

SPD nominiert Kulturstaatssekretär zum Kandidaten Martin Gorholt soll Landrat im Havelland werden

Der Vorsitzende des SPD-Unterbezirks Havelland, Martin Gorholt, soll im Havelland Landrat Burkhard Schröder beerben. Die SPD nominierte ihn auf einem Delegiertenparteitag in Paaren in Glien für die Landratswahl. Einen Wunsch hat der scheidende Landrat Martin Gorholt gleich mit auf den Weg gegeben. Er soll die Zählgemeinschaft aus SPD, CDU, Bauern/Freie Wähler und FDP im Kreistag nicht aufs Spiel setzen.

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Martin Gorholt soll im Landkreis Havelland Landrat für die SPD werden und dem Amtsinhaber Burkhard Schröder nachfolgen. Schröder geht zum 1. April in den Ruhestand.

Quelle: Joachim Wilisch

Havelland. Martin Gorholt ist seit Samstag der Landratskandidat der SPD Havelland. Eine Delegiertenversammlung nominierte ihn im MAFZ-Erlebnispark Paaren mit 76,5 Prozent aller abgegebenen Stimmen. In Zahlen bedeutet das: Für Gorholts Kandidatur stimmten 49 von 64 Delegierten. Elf stimmten mit Nein, es gab vier Enthaltungen.„Das ist kein Traumergebnis, es ist ein ehrliches Ergebnis“, so kommentierte Landrat Burkhard Schröder die Zahlen, mit denen Gorholt zum Landratskandidaten nominiert worden war. „Das ist nun mal so in der SPD“, sagte er und hatte wohl auch das Wiederwahlergebnis des Bundesvorsitzenden Siegmar Gabriel im Sinn.

Fortsetzung der Schröder-Agenda

Gorholt will, sollte er gewählt werden, die Politik von Burkhard Schröder so weiterführen und einige andere Akzente setzen. Auch bei den wichtigsten Themen, die zurzeit im Kreistag interessieren, steht er in der Tradition von Burkhard Schröder. Eine Kreisgebietsreform sei notwendig, um Chancengleichheit im Land zu erhalten. Zugleich sieht der SPD-Kandidat den Landkreis Havelland so gut aufgestellt, dass er auch nach einer Reform in den jetzt bestehenden Grenzen weiterexistiert. „dafür werde ich mich stark machen“, versprach Gorholt.

Martin Gorholt wartet auf das Auszählungsergebnis

Martin Gorholt wartet auf das Auszählungsergebnis.

Quelle: Joachim Wilisch

Das zweite Mega-Thema ist die Flüchtlingspolitik. Gorholt machte klar, er werde einerseits darauf drängen, dass die gesetzlichen Verpflichtungen des Kreises erfüllt werden. Zugleich müsse man darauf beharren, dass die Finanzierung dieser Aufgabe durch Bund und Land zügig erfolge. Am Rande der Versammlung wurde bekannt, dass der Kreis immer noch auf Geld für die Flüchtlingsfinanzierung wartet, das ihm von Land und Bund zusteht.

Eng damit verbunden sieht Gorholt die Themen Ordnung und Sicherheit: „Ich werde mich dafür einsetzen, dass wir im Havelland sowohl beim Revierdienst als auch beim Wach- und Wechseldienst Verbesserungen schaffen.“

In seiner Bewerbungsrede streifte Gorholt alle wichtigen Politikfelder. Die Wirtschaft will er ausbauen und verzahnen. Ein neuer Aspekt könnte sich durch Innovation ergeben. Als Beispiele nannte Gorholt den Bahncampus Wustermark und den Studiengang Augenoptik in Zusammenarbeit mit der Optikerinnung in Rathenow und der Fachhochschule Brandenburg an der Havel.

Garantie für den Havelländer Sport

Eine gute Nachricht für die Sportvereine: „Mit mir als Landrat werden Sportvereine im Kreis weiter unterstützt – auch durch den Goldenen Plan Havelland. Das garantiere ich.“ Stärkung des Ehrenamtes, Daseinsvorsorge , Kreisunternehmen, Kultur und Tourismus sind ebenso in Gorholts Fokus wie die Finanzen des Kreises. „Der Landkreis Havelland soll finanziell handlungsfähig bleiben. Dazu brauchen wir ausgeglichene Haushalte und sorgfältig überlegte Kreisumlagesätze.“

Junge Leute will Gorholt in zweierlei Hinsicht ansprechen. Einerseits kann er sich vorstellen, die Initiative „Politik sucht Dich“ aufleben zu lassen. Andererseits will er – und das nicht nur mit der Jugend – eine Respektinitiative beginnen. „Der gegenseitige Respekt geht verloren, insbesondere in den sozialen Netzwerken.“ Dieser bedenklichen Entwicklung wolle er als Landrat entgegen wirken.

Schwere Wahlkampfwochen

Nun kommt der Wahlkampf und Gorholt erwartet schwierige Wochen. Doch der Appell von Landrat Burkhard Schröder machte klar, dass auch bei einer harten Gangart nicht zu viel politisches Porzellan zerschlagen werden sollte. „Ich kann nur dringend empfehlen, nicht an der Zählgemeinschaft zu rütteln“, sagte Schröder. Die Partner könnten sich aufeinander verlassen. „Das müssen wir nicht aufs Spiel setzen.

Das war auch ein Fingerzeig an Gorholt. Wie zu vernehmen war, hatte er versucht, Kontakt zu der Partei Die Linke aufzunehmen. Doch wie es heißt, habe man sehr schnell festgestellt, dass es hier keine Gemeinsamkeiten gibt, auf die man verlässliche Kreispolitik aufbauen kann.

Ein Schiff mit guter Mannschaft

Das sieht auch Rocco Buchta, Fraktionsvorsitzender der Kreistags-SPD, so und bemühte Vergleiche mit der Seefahrt: „Die Mannschaft ist gut, die Offiziere sind gut und wir haben ein Logbuch, das der alte Kapitän an Bord lässt, wenn er geht.“ Buchta warnte mit Blick auf den Wahlkampf vor „politischen Geisterfahrern“ und meinte damit – ohne den Namen auszusprechen – den Rathenower Unternehmer Holger Schilling, der eine Einzelkandidatur anstrebt.

Martin Gorholt appellierte an seine Partei, den Wahlkampf ernst zu nehmen. „Wir müssen den Bürgern im Kreis deutlich machen, welche Bedeutung die direkte Landratswahl hat.“

Zur Person: Martin Gorholt

Martin Gorholt wurde am 18. August 1956 in Hamm geboren. Zurzeit ist er Staatssekretär im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur im Land, er war Bundesgeschäftsführer der SPD.

Nach seinem Abitur 1975 hat Gorholt ab 1976 an der Universität Dortmund Wirtschafts- und Sozialwissenschaften studiert und war dort Vorsitzender des Allgemeinen Studentenausschusses. Das Studium hat er als Diplom-Volkswirt abgeschlossen. Er ist verheiratet und hat drei Kinder.

Im Jahr 1975 trat Gorholt in die SPD ein und war bei den Jusos in Hamm engagiert, unter anderem als Vorsitzender.

Von 1984 bis 1988 stand er als Bundesgeschäftsführer an der Spitze der Juso-Hochschulgruppen. Anschließend war er bis 1990 als Referent im Juso-Bundessekretariat mit der Schülerarbeit der Jusos betraut.

Von 1990 bis 1994 war er Landesgeschäftsführer der SPD Brandenburug.2005 wurde er vom SPD-Generalsekretär zum Bundesgeschäftsführer der SPD ernannt. Im September 2008 wurde er abgelöst. Martin Gorholt ist seit 2011 Vorsitzender des SPD-Unterbezirks.

Von 1994 bis 2003 leitete das Büro von Minister Steffen Reiche.(bis 1999 im Wissenschaftsministerium, anschließend im Bildungsministerium). Zugleich war er dessen Sprecher. Von 2003 bis 2005 war er Staaatssekretär im Ministerium für Bildung, Jugend und Sport in Brandenburg.

Er kandidierte 2009 und 2014 für den Landtag Brandenburg und errang über die SPD-Landesliste ein Mandat im Brandenburgischen Landtag.

Im November 2009 wurde er Staatssekretär im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur in Brandenburg. Da Staatssekretäre kein Mandat innehaben dürfen, legte er sein Landtagsmandat nieder.

Von Joachim Wilisch

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