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Havelland Optikbetriebe gab es auch in Semlin
Lokales Havelland Optikbetriebe gab es auch in Semlin
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02:21 09.03.2018
Heike Brett, Heimatforscherin, hier in der Kirche Semlin. Quelle: Heinz-Walter Knackmuß
Semlin

Hat es in Semlin, eigentlich bekannt als Urlauberdorf, Optikbetriebe gegeben? Breitete sich der Optikboom bis in die Dörfer um Rathenow aus? Der Ortsbeirat und der Gemeindekirchenrat Semlin hatten dazu einen Informationsnachmittag organisiert.

45 Zuhörer im Gemeindehaus

Im Semliner Gemeindehaus fanden sich 45 Zuhörer ein, die sich zunächst Kaffee und Kuchen schmecke ließen. Heike Brett hatte den Vortrag zusammengestellt. Dabei konnte sie sich auch auf Recherchen berufen, die sie noch zusammen mit Martin Keune abgearbeitet hatte. Keune, Wahl-Semliner und Autor der Semliner Hefte, war im Dezember vergangenen Jahres nach kurzer Krankheit verstorben. Die Semliner Optikbetriebe sollten Thema eines Semliner Heftes werden.

Kein Heft, aber Vortrag

Das wird es nun nicht geben, daher der Vortrag. Inge und Lothar Zeuschner hatten die alten Fotos aus der Semliner Optik-Geschichte eingescannt und zeigten sie mit dem Beamer während des Vortrags. Heike Brett, die in Semlin geboren ist, forscht, sammelt und schreibt auf, um auf diese Weise die Semliner Ortschronik immer weiter zu vervollständigen.

Antrag auf Stelle in Semlin

Johann Heinrich August von Duncker, der den Grundstein für die optische Industrie in Rathenow gelegt hatte, bewarb sich 1789 um die Pfarrstelle in Semlin. Die rasche Entwicklung der Rathenower optischen Industrie ermöglichte auch für viele Semliner, die vorher meist als Ziegeleiarbeiter tätig waren, eine Beschäftigung bei der Herstellung von Brillen und anderen optischen Geräten.

Immer mehr Kenntnisse

Sie erlangten dabei mit der Zeit immer mehr Kenntnisse und Fertigkeiten, und da die Nachfrage nach Teilen für die optische Industrie ständig wuchs, wagten einige der Semliner den Sprung in die Selbstständigkeit. Sie begannen zuerst in der Waschküche oder im ausgebauten Stallgebäude.

Kleine Familienbetriebe

Dort richteten sie sich eine Werkstatt ein und produzierten im Familienbetrieb. Dies geschah vor allem in Semlin-Ausbau. Als die Aufträge zunahmen, wurden weitere Arbeitsplätze geschaffen, und so waren in manchen Familienbetrieben bis zu 15 Arbeiter – vor allem Semliner – beschäftigt.

Sie stellten hochwertige Brillengestelle und Brillenfassungen her, die in die ganze Welt verschickt wurden – sogar nach Südafrika, Australien und Neuseeland. Die sogenannten Goldarbeiter vergoldeten die Gestelle und Fassungen.

Später wohlhabend

Mit den Jahren wurden einige Familien durch ihren optischen Betrieb so wohlhabend, dass sie sich ein Haus in Semlin und später in Rathenow bauen konnten.

Von Eugen Gliege

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