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00:32 15.11.2015
Hardy Enseleit erzählte von Sankt Martin. Quelle: Norbert Stein
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Rhinow

Pfarrer Hardy Enseleits durch die Kirche schweifende Blicke können eine gewisse Unsicherheit nicht verbergen. Erst wenige Besucher sind gekommen. Dabei soll schon in zehn Minuten das Martinsfest beginnen. Findet die Veranstaltung vielleicht keinen Zuspruch? Enseleits kurzzeitige Zweifel sind unbegründet. Als einige Augenblicke später Hanna Seefeld am Mittwochabend zu Beginn des Martinsfestes die Orgel spielt, füllen über 40 Kinder mit ihren Eltern, Großeltern und weiteren Besuchern die Stadtkirche in Rhinow. Sie singen das Martinslied. Die Geschichte von Sankt Martin erzählen Hardy Enseleit und Katechetin Beate Albrecht.

Rund 40 Gäste kamen zum Martinsfest in die Rhinower Kirche. Quelle: Norbert Stein

Martin von Tours, 316 geboren, wuchs in Pannonien im heutigen Ungarn auf, beginnt Pfarrer Enseleit mit kräftiger Stimme. Als Sohn eines römischen Offiziers war Marin gesetzlich zum Militärdienst verpflichtet. Im Alter von 15 Jahren wurde er zur Leibwache des Kaisers Konstantin II. nach Mailand eingezogen, führt Enseleit seine Erzählung fort. Beate Albrecht und einige Kinder begleiten seine Ausführungen mit szenischen Darstellungen.

Tochter des Pfarrers im Martinskostüm

Doch Martin wollte kein Offizier sein. Als er eines Abends durch das Stadttor ritt um beim Kaiser seinen Dienst zu quittieren, trifft er auf einen Bettler, der frierend am Wegesrand sitzt. Ohne lang zu überlegen steigt er vom Pferd, zerschneidet seinen Mantel in zwei Hälften und teilt ihn mit dem Bettler. „Auch wir sollten heute spontan bereit sein noch öfters mit Armen zu teilen“, sagt der Pfarrer.

Nach der Erzählung gingen Hardy Enseleit und alle Besucher zu einem Laternenumzug vor die Kirche. Dort wurden sie von Joachim Kühn mit einem Pferd erwartet. Im Martinskostüm saß die 9-jährige Frieda, die Tochter des Pfarrers, auf dem Pferd. Von der örtlichen Feuerwehr begleitet führte sie den Laternenumzug an, der durch mehrere Straßen wieder zur Kirche führte.

Vor dem Altar lag unterdessen ein Mantel, in den Kinder und Erwachsene Geld legten, als Spende für das Jugendwerk Arche in Potsdam. Zum Abschluss wurden am Ausgang der Kirche Brezeln verteilt, die viele Besucher miteinander teilten, so wie einst Martin seinen Mantel mit dem Bettler.

Von Norbert Stein

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