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Havelland Martinsumzug mit der Botschaft des Teilens
Lokales Havelland Martinsumzug mit der Botschaft des Teilens
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12:01 12.11.2017
Die elfjährige Frieda Enseleit saß in einem langen Mantel auf einem Pferd und führte den Martinsumzug in Rhinow an. Quelle: Norbert Stein
Rhinow

Es ist Herbst. Das Wetter mit seinen Regenschauern ist ungemütlich am Samstag. Die Abenddämmerung ist über Rhinow hereingebrochen und die Kirchenglocken läuten. Rund 60 Kinder kommen mit Laternen am Martinstag in die Kirche. Eltern und Bekannte begleiten die Kinder. Eine erwartungsvolle Stimmung erfüllt die Kirche. Wilfried Zachert von der Kirchengemeinde Rhinower Ländchen spielt die Orgel.

Wie in anderen Städten und Dörfern des Havellandes wird auch in Rhinow der 11. November als Martinstag gewürdigt. Pfarrer Hardy Enseleit begrüßt die Besucher. Die Mädchen und Jungen heißt er besonders willkommen. Vor dem Altar stehend beginnt der Pfarrer zwei Geschichten zu erzählen, die passender hätten nicht sein konnten zum Martinsfest.

Mit Laternen machten sich die Kinder auf zum Martinsumzug. Quelle: Norbert Stein

Doch wer war eigentlich jener Mann, der im Jahre 316 nach Christus im heutigen Ungarn das Licht der Welt erblickte? „Er war ein frommer Mann“, sagt Hardy Enseleit. Sein Vater war Soldat und auch Martin trat schon mit 15 Jahren in die römische Armee ein. Der Legende nach traf er an einem kalten Wintertag einen hungernden und frierenden Bettler, der ihm leid tat. Martin stieg von seinem Pferd. Er teilte mit dem Schwert seinen warmen Mantel und gab dem Bettler eine Hälfte. In der Nacht hatte Martin einen Traum, in dem sich der Bettler als Jesus Christus zu erkennen gab. Das Geschehnis veränderte sein Leben.

Die Kinder hörten dem Pfarrer aufmerksam zu, bevor sie zum Laternenumzug vor die Kirche gingen. Die Erwachsenen zündeten in den Laternen die Lichter an. Alle versammelten sich hinter dem Pferd von Joachim Kühn, auf dem Frieda Enseleit (elf Jahre) in einem großen roten Mantel eingehüllt saß und den Laternenumzug durch Rhinow anführte.

Nach 15 Minuten waren wieder alle in der Kirche. Der Pfarrer nahm den Mantel und breitete ihn aus. Beim Ausgang legten die Besucher Geld auf den Mantel, als Spende zur Unterstützung der „Arche“ in Potsdam. Die Rhinower Bäcker hatten zum Martinstag Brezeln gebacken. Margit Hoffmann und Ella Enseleit hatten die Brezeln in Körbe gelegt, aus denen sich am Ausgang die Kinder und Erwachsenen nehmen konnten. Sie teilten sich die Brezeln. Die Botschaft des Heiligen Martin war angekommen.

Von Norbert Stein

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