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Havelland Der Mann mit den 10.000 Würfeln
Lokales Havelland Der Mann mit den 10.000 Würfeln
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18:30 01.08.2018
Mit seiner Lupe ist Matthias Hoschek auf Flohmärkten in der Region unterwegs – immer auf der Suche nach einem Schnäppchen. Quelle: Fotos: Laura Sander (2)
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Spandau

In jeder Nische, sorgfältig sortiert in Setzkästen, hinter Schranktüren, in Schubläden und natürlich ausgestellt in Vitrinen – Matthias Hoscheks Wohnung ist ein wahres Spielerparadies. Würfel in allen Größen, Formen und Farben, aus unterschiedlichsten Epochen und Materialien haben es dem Spandauer angetan. Mittlerweile ist seine Sammlung auf rund 10 000 Exponate angewachsen und die Suche nach außergewöhnlichen Würfeln ist noch lange nicht vorbei. „Meine Sammelleidenschaft ist ein großer Teil meines Lebens und lässt mich auch im Alltag nicht los. Ich bin immer auf der Suche nach einem Schnäppchen“, so der 52-Jährige.

Mit 12 Jahren begann seine Leidenschaft

Das Sammler-Gen liegt bei Matthias Hoschek in der Familie. „Mein Opa hat Schallplatten und Kunst gesammelt. Da komme ich ganz nach ihm.“ Mit 12 Jahren bekam der Spandauer seinen ersten Würfelbecher mit Werbeaufdruck geschenkt und begann sich schnell für die verschiedenen Serien zu interessieren. „Die Würfel waren mir damals noch völlig egal, die habe ich sogar teilweise weggeschmissen. Als ich rund 1000 Becher zusammen hatte, stieg ich dann um – aus Platzgründen“, lacht der Familienvater, der neben seinen Aktivitäten in vielen Auktionshäusern und Internetportalen auch ganz klassisch auf dem Flohmarkt Jagd nach Raritäten macht.

Die Händler kennen ihn inzwischen

„Ich bin eigentlich jedes Wochenende unterwegs. Viele Händler kennen mich schon und halten mir interessante Sachen zurück“, sagt Hoschek, der im Vertrieb einer gesetzlichen Krankenkasse arbeitet. Bewaffnet ist der 52-Jährige dabei mit seiner Lupe, die ihn bereits vor dem ein oder anderen Fehlkauf bewahrte. „Ich kaufe natürlich nicht immer etwas. An Würfeln aus der Tagua-Nuss komme ich allerdings so gut wie nie vorbei“, gesteht Matthias Hoschek.

Bevor Kunststoffe Naturprodukte größtenteils ersetzten, wurden viele Würfel aus der Tagua-Nuss hergestellt, die ursprünglich aus Südamerika stammt. „Ich habe derzeit etwa 580 Stück in meiner Sammlung. Erst kürzlich habe ich auf dem Flohmarkt in Dallgow gleich 25 Stück auf einmal ergattert“, erzählt er.

Teuerstes Stück kostete 400 Euro

Zu seinen Lieblingswürfeln zählen außerdem einige 24-seitige Spielwürfel aus Zöblitzer Serpentinstein. „Sie wurden von einer sächsischen Firma zwischen 1870 und 1910 für ein patentiertes Trinkspiel hergestellt, wie ein Sammlerkollege kürzlich in Erfahrung brachte.“ Sein absoluter Favorit, und mit 400 Euro das teuerste Exemplar in seiner Sammlung, wurde jedoch bereits im 16. Jahrhundert von einem deutschen Adligen anfertigen lassen. „Er hat eine Silberlegierung und macht, dank einer kleinen Metallkugel in seinem Inneren, sogar Musik. Die Geschichte hinter einem Würfel fasziniert mich wohl mit am meisten.“

Neben chinesischen, indischen und indonesischen Stabwürfeln, verschiedenen Kreiseln und modernen Würfeln für Fantasy-Rollenspiele hat Matthias Hoschek Würfel aus Elfenbein, Nashorn, Walbein oder Holz in seiner Sammlung. „Mein seltenstes Stück ist aber ein sogenannter ,Long-Lawrence’ aus Kupfer aus dem 10. bis 13. Jahrhundert. Er stammt aus England oder Schottland und ist der einzige seiner Art, der jemals gefunden wurde“, so der Spandauer stolz. Unikate, wie Familien-Würfelspiele mit eigener Prägung oder besondere Becher und Würfel aus bekannten Bars und Restaurants der 20er, 30er und 40er Jahre haben es Matthias Hoschek ebenfalls angetan. „Ich habe einige Würfel aus dem Stork Club in New York. Mit denen könnten schon Stars, wie Frank Sinatra und Marilyn Monroe, oder Mafiagrößen gespielt haben.“

Auch Würfelsammler vernetzen sich im Internet

Regelmäßig tauscht sich der Würfelexperte mit anderen Sammlern aus. Eine von ihm moderierte Facebook-Gruppe hat mittlerweile 5000 Mitglieder. „Ich bekomme oft Besuch von Sammler-Kollegen aus der ganzen Welt und dann wird gefachsimpelt“, lacht der Spandauer, dem so langsam der Platz ausgeht.

„Viele Exponate und vor allem meine Würfelbecher lagern bereits in Kisten im Keller.“, so der leidenschaftliche Poker-Spieler, der neben der wohl größten Sammlung Pokerwürfelsätze, insgesamt 230 Sätze mit jeweils fünf Würfeln, außerdem 800 Spielkartendecks besitzt. „Dem Glücksspiel verfallen bin ich natürlich nicht. Obwohl, für eine spannende Partie Kniffel bin ich eigentlich immer zu haben“, sagt Matthias Hoschek.

Von Laura Sander

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