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Havelland Matthias Klühe leitet Wettflüge für Brieftauben
Lokales Havelland Matthias Klühe leitet Wettflüge für Brieftauben
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00:21 18.09.2017
Was für ein Geflatter! Über 7000 Brieftauben sind bei diesem Wettflug in Rathenow aufgestiegen. Quelle: Bernd Geske
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Premnitz

Es gibt ein mächtiges Rauschen, wenn tausende Brieftauben zum Wettflug aufsteigen. Im Handumdrehen haben sie ihre Transportboxen verlassen und sind Augenblicke später gen Heimatschlag entschwunden. Der Premnitzer Matthias Klühe erlebt diese Momente sehr viel häufiger als andere Zeitgenossen, denn seit sechs Jahren ist er ehrenamtlich als Flugleiter für Wettbewerbe von Brieftauben tätig. Für Langschläfer ist das nichts, denn der Start – von den Fachleuten Auflass genannt – erfolgt meist morgens in der Zeit von 5 bis 6 Uhr.

23 Wettflüge hat er in dieser Saison organisiert, die von April bis September ging. Am letzten Sonntag war der letzte Auflass. Tausende Tauben haben sich auf sein Kommando in die Luft erhoben. Laut Protokoll sind es insgesamt 43 517 Tiere gewesen. Zu Beginn gab es sechs Vorflüge, als Training. Dann hat der Premnitzer 17 Preisflüge folgen lassen.

Matthias Klühe in seinem eigenen Taubenschlag. Quelle: Bernd Geske

Die Organisationsstruktur ist so: Matthias Klühe ist Vorsitzender des Premnitzer Brieftaubenzüchtervereins, der „Havelbote“ heißt. Sein nun schon verstorbener Opa Franz war seinerzeit dabei, als dieser 1961 gegründet worden ist. Der Havelbote hat 24 Mitglieder, die aus Premnitz, Rathenow und Dörfern der Umgebung kommen. Der Verein hat sich der „Reisevereinigung“ (so der Fachbegriff) Genthin angeschlossen. Diese bildet mit den Reisevereinigungen Burg und Stendal den Regionalverband Magdeburg, dem 333 Brieftaubenzüchter angehören. Mit Teilnehmern aus diesem Gebiet werden die Wettflüge ausgetragen, die Matthias Klühe leitet.

„Der Reiz des Ganzen“, erklärt er, „ist, die schnellste Brieftaube zu haben.“ Es gibt Einzelwertungen für männliche bzw. weibliche Tauben, eine gemeinsame Wertung für Jungtauben aus dem Wettkampfjahr, Wertungen für Kurz- oder Langstrecken (die bei 500 Kilometern beginnen) und natürlich auch eine Züchterwertung. Für die Mitglieder des Havelboten ist die Saison ohne spektakuläre vordere Plätze zu Ende gegangen.

Gewertet werde die Durchschnittsgeschwindigkeit jeder Taube, erklärt Matthias Klühe, da die Tiere aus verschiedenen Schlägen naturgemäß vom Auflassort ein wenig unterschiedliche Strecken bis nach Hause zurücklegen müssen. Der Geschwindigkeitsrekord einer Taube von hier, so berichtet der Wettflugleiter, liege bei 1 800 Metern in der Minute. Das ist die übliche Einheit für Taubenwettflüge, was bei dem genannten Tempo 108 Kilometern pro Stunde entsprechen würde. Als guter Durchschnitt für eine Taube gelten 1 200 bis 1 400 Meter pro Minute. In dieser Saison sind die Geschwindigkeiten nicht gar so groß gewesen, weil die Tauben oft gegen Wind und Regen anfliegen mussten.

Wettflüge der Saison 2017

In der Saison 2017 hat Matthias Klühe für den Regionalverband insgesamt 23 Wettflüge organisiert.

Insgesamt stiegen bei diesen Veranstaltungen 43 517 Brieftauben zum Wettflug auf.

Die größte Strecke wurde am 9. Juli mit 604 Kilometern zurückgelegt.

Die meisten Brieftauben stiegen am 11. Juni auf. Es waren 9 287 Tiere, die eine Strecke von 514 Kilometern flogen.

Der Premnitzer Brieftaubenzüchterverein „Havelbote“ wurde 1961 gegründet. Er hat derzeit 24 Mitglieder.

Polnische Brieftaubenzüchter haben dieses Jahr 19-mal Wettflüge in Rathenow gestartet.

Der Regionalverband hat festgelegt, dass seine Flüge in Richtung Westen ausgetragen werden. Das hat zur Folge, dass die Wettbewerbe über längere Strecken alle im Nachbarland Polen gestartet werden. Als größte Entfernung für 2017 gehen 604 Kilometer in die Statistik ein. Der Auflass war kurz vor Warschau, 242 Züchter waren mit 5 777 Tauben dabei. Die größte Taubenzahl ging im Juni mit 9 287 Tieren auf die Reise, Auflass war in Krosniewice.

Durch die vielen Auflassorte in polnischen Gefilden ist mittlerweile eine intensive Zusammenarbeit mit polnischen Brieftaubenzüchtern entstanden. So hat Matthias Klühe auch noch die Verantwortung für Auflässe tausender polnischer Tauben übernommen, von denen in dieser Saison 19 in Rathenow stattgefunden haben. Weil er auf diese Weise jedes Wochenende Wettflüge hatte, die oft aus Witterungsgründen stückchenweise verschoben werden mussten, ist er froh, dass die Saison beendet ist. Jetzt kann er sich erst mal in Ruhe um die 150 eigenen Tauben kümmern, die er zusammen mit seinem Vater Rainer hält.

Von Bernd Geske

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