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Havelland Maulwürfe wühlen in den Deichen
Lokales Havelland Maulwürfe wühlen in den Deichen
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22:23 04.02.2016
Ein Maulwurf. Quelle: Joachim Liebe
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Gülpe

Reichlich Maulwurfshügel gibt es derzeitig auf den Wiesen und Deichen im Westhavelland, etwa zwischen Gülpe und Parey, bei Rübehorst, Hohennauen und anderen Gegenden, auch in vielen Gärten. Das Westhavelland hat viele Maulwürfe. Aktiv sind sie zu unterschiedlichen Zeiten, am Tag und auch in der Nacht. Heimisch ist in der Region der Europäische Maulwurf. Wie alle weltweit vorkommenden 35 Maulwurfsarten gehört er zur Ordnung der Insektenfresser. Weil der Maulwurf sein Zuhause in der Erde hat, bekommen ihn die Menschen nur selten zu sehen. Umso mehr aber ein Ergebnis seiner emsigen Arbeit: Es sind tellergroße bis zu 20 Zentimeter hohe Erdhügel.

Nicht mehr als in den Vorjahren

Ob der Maulwurf derzeit besonders aktiv ist, kann René Riep, Geschäftsführer des Nabu-Regionalverbandes Westhavelland, nicht sagen. Auch sind es Riep zufolge nicht auffand mehr Maulwurfshügel als in den Vorjahren. Die Maulwurfshügel sind in der derzeitigen vegetationsarmen Jahreszeit nur sehr gut zu sehen in der Landschaft, meint er. Einen möglichen Zusammenhang von erhöhten Pegelständen in Gewässern und teilweise überschwemmten Wiesen mit den derzeitigen Maulwurfsaktivitäten auf einigen Flächen, möchte Riep generell nicht ausschließen. Mehr Wasser in der Havel und Nebengewässern erhöht den Grundwasserspiegel. Die Maulwürfe ziehen sich aus solchen Gegenden zurück auf höher gelegene Flächen.

Der Maulwurf

Europäische Maulwürfe erreichen eine Kopfrumpfumfang von 10 bis 17 Zentimeter, der Schwanz wird bis 4,5 Zentimeter lang und ist nur spärlich behaart.

Der Rumpf der Tiere ist walzenförmig, der zugespitzte Kopf sitzt auf einem kurzen, kaum sichtbaren Hals.

Die Vordergliedmaßen sind zu Grabwerkzeugen umgebildet.

Die mit der Handfläche nach außen gedrehten Hände sind schaufelförmig und enden in fünf Zehen. Zusätzlich verstärkt sind sie durch ein Sesambein.

Der Maulwurf gehört in Deutschland zu den geschützten Tierarten.

Maulwurfshügel auf Deichen sind für den Geschäftsführer des Wasser- und Bodenverbandes Untere Havelniederung/Brandenburger Havel, Winfried Rall, nichts Außergewöhnliches. Er sieht die Maulwurfshügel auch nicht als ein besonderes Problem, obwohl sie dem Verband schon mehr Arbeit bereiten. „Im April werden wir auf allen Deichen die Maulwurfshügel abschleppen“, sagt Winfried Rall. Der Grund: „Damit sich in der Vegetationszeit die Grasnarbe wieder schließen kann und die Dämme standhaft bleiben“, erklärt der Geschäftsführender die zusätzliche Arbeit. Rund 80 Kilometer Deiche sind es im Verbandsgebiet zwischen Brandenburg an der Havel und dem Ländchen Rhinow. Die Kosten für die Schleppung der Deiche übernimmt das Land Brandenburg.

Maulwurfshügel an Maulwurfshügel zwischen Gülpe und Parey. Quelle: Norbert Stein

Wiesen werden geschleppt

Zusätzliche Arbeit infolge von vielen Maulwurfshügeln auf Wiesen haben die Landwirte. Auch die Wiesen werden geschleppt, damit flächendeckend Gras wachsen kann im Frühjahr. „Maulwurfshügel schleppen werden wir in diesem Jahr auf rund 300 Hektar Wiese“, sagt Frieder März, Geschäftsführer der Agrargenossenschaft Gülpe. Das sind fast 50 Prozent des gesamten von der Agrargenossenschaft bewirtschafteten Grünlands.

Auf Naturschutzflächen müssen Landwirte die Schlepparbeiten bis Mitte März erledigt haben. Doch wie kommen die Erdhügel nun eigentlich auf die Deiche, Wiesen oder in Gärten und Parkanlagen? Maulwürfe verbringen den Großteil ihres Lebens in einem selbst gegrabenen, unterirdischen Gangsystems. Ihre Tunnel graben die kleinen Tiere sowohl knapp unter der Erdoberfläche als auch bis zu einer Tiefe von einem Meter. Das Aushubmaterial wird von ihnen an die Oberfläche geschoben, wobei die Maulwurfshügel entstehen. Diese befinden sich zumeist nicht über den Gängen, sondern rund 15 Zentimeter daneben, weil die Erde schräg nach oben gedrückt wird.

Von Norbert Stein

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