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Havelland Mehr Busse am Abend und am Wochenende
Lokales Havelland Mehr Busse am Abend und am Wochenende
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17:32 25.05.2018
Die Busse sollen im westlichen und mittleren Havelland öfter unterwegs sein. Quelle: Tanja M. Marotzke
Rathenow

Mehr Stadtbusse zu Wochentagen in Rathenow. Am Wochenende werden die Ortsteile der Kreisstadt ebenfalls von Bussen bedient. Das dürfte ganz im Sinne der Jugendlichen sein, die sich vor zwei Jahren mit der Bitte an Landrat Roger Lewandowski gewendet haben, den Öffentlichen Personennahverkehr, insbesondere das Busangebot zu überprüfen.

Viele Anregungen

Jetzt liegt ein Konzept im Entwurf vor, das die Wünsche aus Rathenow berücksichtigt. „Die jungen Leute waren bei mir und wir haben uns ausführlich unterhalten“, sagte Landrat Roger Lewandowski am Donnerstag bei einer Sitzung des Kreiswirtschaftsausschusses. Alle Wünsche erfülle das Konzept nicht, so der Landrat. „Aber es ist ein Ansatz, mit dem wir zeigen, dass uns die Menschen in den Dörfern nicht egal sind.“

Ein Planungsbüro hat das Konzept entworfen, alle Buslinien im westlichen und mittleren Havelland auf den Prüfstand genommen. Verkehrsplaner Alexander Pesch erläuterte das Vorgehen der Experten. „Wesentlich waren für uns der Standort von Sehenswürdigkeiten, Arbeitsplätze und Wirtschaftszentren und Kulturangebot.“

Karls Erlebnisdorf wird in Zukunft direkt von Ketzin angefahren. Quelle: Tanja M. Marotzke

Genau dieser Dreiklang war es, der Jürgen Tschirsch von der SPD-Kreistagsfraktion trieb, als er eine Unterschriftenliste startete. Ketzin sollte an Wustermark oder Elstal angebunden werden. Karls Erlebnisdorf, die Güterverkehrszentren in der Nähe, das B5-Outletcenter. Gute Gründe für eine neue Buslinie. 900 Unterschriften sammelte der Sozialdemokrat und die hatten Wirkung. In dem Konzept ist genau diese Linie berücksichtigt.

Es ist nicht die einzige Änderung in der Linienführung. Allerdings diejenige, wie heraussticht. „Wir haben versucht, uns am Bedarf zu orientieren“, sagte Pesch. Und an den Wünschen, die an den Landkreis und das Planungsbüro herangetragen wurden.

Stundentakt wird verbessert

In der Stadt Rathenow wird der Stadtbustakt verbessert. Vor allem an den Wochenenden soll es Busse von und nach Rathenow geben. Ebenso ist die Verbindung zu touristischen Zielen – Ribbeck, Stölln, Kleßen und andere Orte – gewährleistet.

Ein ganz wesentlicher Aspekt sind Busverbindungen am späteren Abend. Alexander Pesch sagte, das Konzept sehe Rufbuslinien vor, damit Kulturreisende, die aus Belin am Abend zurückkommen noch einen Bus erwischen. „Das ist ein Thema, das auch für die Kreisspitze eine wichtige Rolle gespielt hat“, sagte Roger Lewandowski.

Öffentliche Präsentation

Wert legt der Landkreis bei dem Verfahren auf Transparenz. Darum wird das Konzept in der übernächsten Woche öffentlich präsentiert. „Alle Bürger sind eingeladen, etwas dazu zu sagen“, so Lewandowski. Mit den öffentlichen Präsentationen erfolgt auch der Startschuss für die öffentliche Beteiligung. Hinweise und Anregungen können Bürgerinnen und Bürger, Verbände, Städte und Gemeinden dann bis zum 31. August 2018 einreichen.

Am 5. Juni (Dienstag) präsentiert die Kreisverwaltung das Konzept im Blauen Saal des Kulturzentrums, am 6. Juni (Mittwoch) um 18 Uhr in der Aula des Oberstufenzentrums Havelland in Nauen.

Besonderes Augenmerk wurde nicht nur auf die Anregungen der Bürger, Unternehmen sowie der Kinder- und Jugendparlamente und hier speziell zur Verbesserung des Schüler- und Freizeitverkehrsverkehrs gelegt. „Es gibt auch Anpassungen des Busverkehrs aufgrund veränderter Bevölkerungsstrukturen“, so Alexander Pesch.

HVG-Geschäftsführer Mathias Köhler. Quelle: Tanja M. Marotzke

Mehr Busse, neue Linien und veränderte Takte erfordern allerdings auch Veränderung bei der Havelbus-Verkehrsgesellschaft (HVG). Der Geschäftsführer der HVG, Mathias Köhler, muss allerdings nicht bei Null anfangen, wenn es um die Umsetzung geht. Für den Raum Falkensee und östliches Havelland hat der Kreis ein ähnliches Konzept beschlossen, es wird umgesetzt.

Ein Thema macht allerdings Mathias Köhler Sorgen. „Wir brauchen natürlich gut ausgebildetes Personal und da ist der Markt leer gefegt“, sagte er im Wirtschaftsausschuss. Zwei wesentliche Gründe benennt er. Zum einen ist der Tariflohn, den Busfahrer in Brandenburg erhalten deutlich niedriger als beispielsweise in Schleswig Holstein, zudem herrscht ohnehin Mangel an Fachpersonal.

Polnische Busfahrer

Inzwischen sind bereits polnische Busfahrer bei der HVG unter Vertrag. Mathias Köhler zeigte sich zufrieden mit den Leistungen und kündigte an: „Das werden noch mehr.“

Wenn alle Standpunkte zu dem Konzept gesammelt sind, wird es im November erneut dem Wirtschaftsausschuss vorgelegt, der Kreistag soll am 10. Dezember entscheiden.

Von Joachim Wilisch

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