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Mehr Flüchtlingskinder in der Dunckerschule

Asyl und Integration Mehr Flüchtlingskinder in der Dunckerschule

Vor einem halben Jahr gab es in der Duncker-Oberschule Rathenow 22 Kinder aus Flüchtlingsfamilien. Da sagte Schulleiter Thomas Winterfeldt schon, es sei die Grenze dessen erreicht, was die Schule schaffen kann. Jetzt betreut sie sogar 25 Asylbewerberkinder. Am Dienstag hat der Schulleiter sie in einer Gesprächsrunde nach ihren Problemen gefragt.

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Kinder von Flüchtlingsfamilien nach ihrer Gesprächsrunde mit Schulleiter Thomas Winterfeldt im Schülercafé der Duncker-Oberschule.

Quelle: Bernd Geske

Rathenow. Die Oberschule Johann Heinrich August Duncker ist die weiterführende Schule in Rathenow, die bei Weitem die meisten Kinder aus Flüchtlingsfamilien aufgenommen hat. Vor einem halben Jahr waren es 22, da sagte Schulleiter Thomas Winterfeldt bereits, es sei die Grenze von dem erreicht, was zu schaffen ist. Mittlerweile kümmert sich die Dunckerschule sogar um 25 Flüchtlingskinder. Den Internationalen Frauentag nahm Schulleiter Thomas Winterfeldt am Dienstag spontan zum Anlass, um alle Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund ins Schülercafé einzuladen und mit ihnen über möglicherweise auftretende Probleme zu reden.

Von 25 Flüchtlingskindern sind 15 aus Syrien

In die Duncker-Oberschule gehen gegenwärtig 25 Kinder aus Flüchtlingsfamilien.

15 von ihnen stammen aus Syrien. Fünf sind aus der Russischen Föderation eingereist. Vier kommen aus Serbien und ein Junge ist aus Afghanistan.

Die Anzahl der Mädchen und Jungen ist in etwa gleich groß.

Fast drei Jahre sind mittlerweile die Asylbewerberkinder in Deutschland, die zuerst eintrafen. Die vorerst letzten kamen vor drei Monaten.

Schnell zeigte sich, dass selbst Geschwister von Asylbewerbernfamilien sehr unterschiedlich an die Dinge herangehen – so wie es das bei Deutschen ebenfalls gibt. Finanziert über den Förderverein der Schule, hatte Thomas Winterfeldt für alle Schülerinnen und Schüler Limonade und Brötchen mit Hähnchenfleisch bereit stellen lassen, damit auch Muslime sie essen können. Während der größere von zwei Brüdern aus Syrien zwei Brötchen mit Appetit verspeiste, rührte sein jüngerer Bruder kein Essen an und brummte nur leise: „Schwein.“ Was für Muslime bekanntlich verboten ist. Die ältere von zwei Schwestern aus Syrien trug ein Kopftuch, doch die andere zeigte ihr Haar offen. Beide erklärten: Die jüngere Schwester werde später entscheiden, ob sie ein Kopftuch tragen wolle.

Kein einziges Flüchtlingskind hat von größeren Problemen berichtet

Von größeren Problemen hat indes kein einziges Flüchtlingskind in der Gesprächsrunde berichtet. Zwei erzählten von einem Mitschüler, der sie wegen ihrer Herkunft unfreundlich angesprochen hatte. Der Schulleiter versprach, sofort mit diesem darüber zu reden. „Der Umgangston von deutschen Jugendlichen ist nicht immer höflich“, erklärte Mario Delvalle, Lehrer in der Willkommensklasse, „deshalb sagen wir unseren Schülern, dass sie sich nicht gleich angegriffen fühlen sollen, wenn sie grob angesprochen werden.“

„Einige Mädchen aus Flüchtlingsfamilien gehören mittlerweile zu unseren Besten“, teilt Schulleiter Thomas Winterfeldt mit. „Sie sind zum Teil schon die Zugpferde in ihren Klassen.“ Gewalt-Delikte gebe es an der Schule nicht, aber hin und wieder natürlich kleinere Probleme. Da sei halt immer die Sprachbarriere. Eine komplette Integration der Asylbewerber sei noch nicht gelungen, so der Schulleiter, aber mit vielen Schülerinnen und Schülern komme man gut voran. Bislang sei zu beobachten, dass diese auf dem Schulhof meist in einer Gruppe zusammen stehen. Um das ein bisschen aufzulösen, habe er sie nun einmal ins Schülercafé eingeladen.

Manche sind schon drei Jahre hier, andere erst seit drei Monaten

Fast drei Jahre sind einige Flüchtlingskinder der Duncker-Oberschule nun schon in Deutschland. Die letzten sind erst vor drei Monaten gekommen. „Wir haben keine großen Probleme“, berichtet Susanne Kaufmann, Lehrerin in der Willkommensklasse, „unsere Schülerinnen und Schüler sind sehr diszipliniert.“ Einigen falle das Deutschlernen leichter, anderen dagegen schwerer. So sei das nun einmal. Aufgefallen sei ihr, erzählt sie, dass viele Flüchtlingskinder Schwierigkeiten haben mit dem Lernen und Erledigen von Hausaufgaben, so lange sie in der Notunterkunft am Hasenweg wohnen. Kaum habe ihre Familie dann eine Wohnung bekommen, kämen alle zur Ruhe und es gebe keine Probleme mit Schulaufgaben mehr.

Von Bernd Geske

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