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09:59 22.10.2013
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Falkensee

Martin Kiertscher zeigte sich erleichtert. Noch vor einem Monat hatte es ganz anders ausgesehen. Mit "Ist mir zu betonlastig", "Bin unglücklich über die versiegelte Fläche" und "Effektiv und funktional, aber ästhetisch eine Wüste" hatten die Abgeordneten damals die vorgelegten Pläne kommentiert. Nun legte das Büro eine überarbeitete Fläche vor und versucht darin, einen Mittelweg zwischen Veranstaltungs- und Verweilqualität zu finden.

Der 33 mal 60 Meter große Platz wird im Süden von der neuen Campushalle, im Westen vom Hort, im Norden von der Stadtbibliothek und im Osten vom Musikschulgebäude begrenzt. Belange der Feuerwehr und des Lieferverkehrs geben einige Prämissen vor. Anderes ließ sich aufweiten und aufwerten: Markante Änderung, die den Gesamteindruck des Platzes sichtlich auflockert, ist die Begrünung an der Südecke des Musikschulgebäudes. Hier führt jetzt nicht mehr eine sinnlose Treppe mitten in die Fahrradständer, hier ist jetzt eine große Beetfläche mit Bänken und Bäumen vorgesehen.

Mehr Bänke, Beete und Bäume auch an der Bibliothek und an der Europaschule. Der Besucher soll, von der Bahnhofstraße kommend, den Eindruck einer Allee gewinnen, die ist im Plan durch Bäume und Lichtstelen markiert. Mit zusätzlichen Kübelpflanzen ließen sich zudem wirkungsvolle Effekte auf dem Platz schaffen.

Kunststein soll den Campusplatz pflegeleicht und farblich kompatibel zum Umfeld machen. Das ist mit gelber Schule und roter Bibliothek schon recht farbenfroh, später kommt noch eine farblich gestaltete Halle hinzu. Genaueres über das spätere Aussehen der Zwillingshalle soll nun im Januar den Abgeordneten offeriert werden. Mit dem vorgelegten Plan zum Campusplatz konnten sich vorgestern die Ausschussmitglieder anfreunden. Das sei die richtige Richtung, in die soll weitergeplant werden.

Einige Probleme konnten jedoch nicht ausgeräumt werden. So monierten Norbert Kunz und Gerhard Thürling von den Linken, dass die Planung für diesen Platz jetzt so weit vorangetrieben wird, wo noch nicht über die Zukunft der alten Stadthalle entschieden ist. Bürgermeister Heiko Müller verwies auf das zeitliche Dilemma: Bei der Stadthalle sei vor 2016 nicht mit einer Entscheidung zu rechnen, für den Platz an der neuen Halle seien jedoch nur jetzt Fördermittel zu nutzen.

Die Debatte über das Areal an der alten Stadthalle geht schon über zwei Jahre. "Ein Ergebnis ist noch nicht erkennbar", sagte der Bürgermeister. Anfang Oktober hatte ein möglicher Investor seine Pläne vorgestellt, das dort gezeigte optisch kompakte Wohn- und Geschäftshaus löste aber keine Begeisterung aus.

Kommentar: Dynamik im Campusplan

Können wir jetzt schon über die Anzahl der Fahrradständer und Bäume am Campusplatz entscheiden, wo wir nicht wissen, wie es an der alten Stadthalle mal weitergeht? Beide Areale sind zweifellos im Zusammenhang zu sehen, an beiden wäre Platz fürs gemütliche Sitzen, für Konzerte oder einen Weihnachtsmarkt zu schaffen. Die jetzt gefundene Lösung für den Campusplatz lässt vieles zu und verbaut auch keine Entwicklung an der Stadthalle. Wer wartet, bis alles perfekt passt, wird nie etwas zustande bringen. Deshalb ist es gut, wenn jetzt am Campusplan weitergemacht wird.

Von Marlies Schnaibel

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