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Mehr Pflegeplätze und eine neue Kita

Ketzin/Havel Mehr Pflegeplätze und eine neue Kita

Das Ketziner Seniorenzentrum „Kurt Bohm“ soll größer werden. Der Landesausschuss für Innere Mission plant einen Anbau für zusätzliche Pflegeplätze und den Bau einer Kita auf dem Areal.

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Auf Teilen der freien Rasenfläche vor dem Seniorenzentrum „Kurt Bohm“ soll der Anbau entstehen.
 

Quelle: Wolfgang Balzer

Ketzin/Havel.  Auf dem Areal des evangelischen Seniorenzentrums „Kurt Bohm“ in der Potsdamer Straße in Ketzin könnte bald eine Kindertagesstätte entstehen. Einen entsprechenden Plan stellte Raik Böttcher, Geschäftsbereichsleiter Immobilienmanagement des Landesausschusses für Innere Mission (Lafim), am Montagabend im Ketziner Bauausschuss vor. Erste Überlegungen gehen von einer Kapazität des Kindergartens von 60 Plätzen aus.

Doch der Bau einer Kita ist längst nicht alles, was der Lafim als Träger der Einrichtung vor hat. „Wir möchten vor allem unser Angebot im Seniorenbereich in Ketzin erweitern, weil die Nachfrage so groß ist“, so Böttcher. Deshalb bestehe die Absicht, einen Anbau an das vorhandene Gebäude zu errichten. Darin sollen zusätzlich 24 stationäre Pflegeplätze in Einzelzimmern, acht Wohnungen für Betreutes Wohnen sowie zwölf Tagespflegeplätze untergebracht werden. In dem jetzigen Haupthaus, das im Jahr 2000 eröffnet wurde, gibt es 26 Einzel- und acht Doppelzimmer für 42 ältere Menschen sowie 14 Plätze im Betreuten Wohnen. Alles ist belegt. „Ich würde mich freuen , wenn das Vorhaben umgesetzt werden könnte“, sagte die Leiterin des Seniorenzentrums Heike Voigt.

Kita ist nicht im Bedarfsplan

Dass die Mischung aus Alt und Jung an einem Standort funktioniere, hätte sich in Brandenburg/Havel gezeigt, wo der Lafim auch eine Kombination Senioren/Kinder realisiert habe, ergänzte Raik Böttcher.

Bezüglich der Kita gibt es laut der erster Entwurfsplanung bereits Vorstellungen: so sind neun bis zehn Quadratmeter Nutzfläche innen sowie zehn bis elf Quadratmeter außen pro Kind vorgesehen. Wenn es bei 60 Plätzen bleibt.

Aber genau bei diesem Punkt meldete Bürgermeister Bernd Lück (FDP) seine Bedenken an. „Obwohl wir dringend in Ketzin einige zusätzliche Kitaplätze benötigen, warne ich: Eine neue Kita für 60 Kinder ist nicht im Kita-Bedarfsplan des Landkreises Havelland. So groß ist der Bedarf nicht. Deshalb kann der Lafim davon ausgehen, dass er für diesen Bau keine Fördermittel bekommen wird.“

Kosten stehen noch nicht fest

Raik Böttcher nahm den Hinweis dankend entgegen und erinnerte daran, dass es sich um eine Vorplanung handeln würde und die Größe der Kita zunächst nur nach der Wirtschaftlichkeit vorgegeben war. „Wir werden natürlich über die Kosten nachdenken und dann entscheiden, ob sich die Investition rechnet.“ In jedem Fall würde eine bestimmte Zahl von Kita-Plätzen den Kindern von Mitarbeitern des Seniorenzentrums vorbehalten bleiben, damit diese problemlos auch im Schichtbetrieb arbeiten können.

Im Moment sind die vier kommunalen Kindereinrichtungen in Ketzin/Havel und den Ortsteilen sowie die ASB-Kita in Etzin und der evangelische Kindergarten Ketzin komplett ausgebucht. Deshalb hat die Stadtverwaltung vom Brandenburger Bildungsministerium eine Sondergenehmigung bis zum Jahresende bekommen, wonach in einigen Kitas mehr Kinder aufgenommen werden dürfen. Parallel dazu arbeitet die Kommune daran, zwei Wohnungen über der jetzigen Kita in Zachow so schnell wie möglich umzubauen, damit dort bis zu zehn Kinder zusätzlich betreut werden können.

Von Jens Wegener

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