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Mehr Platz für große Kunst

In Premnitz soll eine Kunsthalle entstehen Mehr Platz für große Kunst

Die kleine Industriestadt Premnitz soll eine Kunsthalle bekommen, wie es sie im Land Brandenburg nicht so oft gibt. Errichtet werden soll ein Gebäude mit einer Grundfläche von fast 900 Quadratmetern, in dem Gemälde und Skulpturen von deutschen Künstlern des 20. Jahrhunderts gezeigt werden.

Premnitz. Außerdem soll in der Halle ein Saal mit Sitzplätzen für 200 Besucher entstehen, in dem Konzerte, Musikabende, Literaturlesungen und Vorträge stattfinden können. Bauherren und Betreiber der Halle werden die Ehepaare Behrens und Hopkins sein, die vor einigen Monaten die ehemalige Direktorenvilla (zuletzt Kita "Wichtelburg") an der Mozartstraße bezogen haben. Ulrike und Stefan Behrens sind Kunstsammler und haben nach eigenen Angaben mehr als 1000 Werke der deutschen Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts zusammengetragen. Barbel und Robert Hopkins sind mit ihren erwachsenen Kindern Rebecca und Timothy eingezogen und wollen Veranstaltungen mit Musik, Theater und Literatur organisieren.

Von der großen Kompetenz, mit der die beiden Familien ihr Projekt angehen, überzeugten sich im Juli über 800 Besucher, die zu zwei Tagen der offenen Tür kamen. Die Familien Behrens und Hopkins hatten zuvor mit einer Festveranstaltung ihre "Villa am See" eröffnet, die - das ist ihre Absicht - zu einem einzigartigen Kunsthaus ausgestaltet werden soll. Die Villa selbst und das große Freigelände davor waren bereits mit Kunstwerken gestaltet worden. Stefan Behrens zeigte und erklärte den Gästen die Gemälde und Skulpturen. Familie Hopkins sorgte für musikalische Umrahmung.

Am 23. August gab es dann das erste Konzert. Im Saal der Villa hat das Poulenc-Trio gespielt, das eine Vorliebe für neue französische Kammermusik hat und gern zeitgenössische Originalkompositionen interpretiert. Schon bei der Premiere trat ein, was die Veranstalter "befürchtet" hatten: Der Saal war zu klein. Obwohl er 100 Personen fassen kann, mussten schweren Herzens einige Besucher wieder fortgeschickt werden. "Der Platz allein im Haus reicht eben nicht", sagt Stefan Behrens. "Wir hatten ja auch von Anfang an die Vorstellung, hier noch eine Kunsthalle zu bauen." Die Fläche gleich neben der Auffahrt sei dafür sehr gut geeignet. Nach seinen Worten soll die Kunsthalle ein "Bau simpelster Natur" werden: eine Stahlkonstruktion, die nach außen künstlerisch gestaltet wird.

Die Fassade wird mit hölzernen Skulpturen verziert, die den Baumstämmen eines Hochwaldes nachempfunden sind. Die Farben, die bei dem Neubau verwendet werden, sollen ähnlich denen an der Villa sein. Die Wände der Kunsthalle sollen lediglich hier und da durch hohe schmale Fenster unterbrochen werden, um die Besucher draußen neugierig auf das Innere zu machen und den Betrachtern der Werke innen genau an den gewünschten Stellen einen Blick nach draußen zu gewähren. Der Neubau solle auf keinen Fall wie ein Fremdkörper in der Umgebung wirken, betont Stefan Behrens. Die Höhe sei mit sechs Metern so bemessen, das die Giebelspitzen nur bis zur Fensterunterkante des 1.Stocks der benachbarten Bebauung reichen. In der Halle wird es keine Türen geben, dafür aber mit teils versetzten Wänden abgegrenzte Raumbereiche, die unter anderem der Berliner, der Dresdner und der Leipziger Schule gewidmet sind. In einem Teilbereich gibt es auch westdeutsche Kunst zu sehen. Zur Beleuchtung ist das Tageslicht von oben vorgesehen, natürlich werden außerdem auch Lampen kunstgerecht installiert. Das gesamte Kunsthaus sei vom Konzept her so angelegt, hat Stefan Behrens gesagt, dass es ohne Sponsoren und öffentliche Mittel auskommt. Dadurch sei es unabhängig. Es zähle nur die Qualität der Werke und die Toleranz gegenüber anderen.

Sie erreichen den Autor unter Bernd.Geske@MAZonline.de

Von Bernd Geske

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