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Mehr Wertschätzung für ehrenamtliche Retter

Havelland Mehr Wertschätzung für ehrenamtliche Retter

Mitglieder der SPD Havelland machen sich für ehrenamtlich tätige Feuerwehrleute, Wasserretter und Katastrophenschutzhelfer stark. Felix Menzel (Milower Land), Stefan Schneider (Rhinow) und Oliver Kratzsch (Nauen) stellen auf dem Landesparteitag einen Initiativantrag, der unter anderem eine jährliche „Familienprämie“ für Lebensretter in Höhe von 200 Euro beinhaltet.

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Tag und Nacht auf Abruf im Einsatz, um Leben zu retten: Die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehren.

Quelle: Julian Stähle

Havelland. Sonntagnacht, der Pieper meldet einen schweren Verkehrsunfall. Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr werden zum Einsatz gerufen. Unter anderem müssen sie zwei Unfallopfer aus den Fahrzeugtrümmern bergen. Während der Großteil der Bevölkerung schläft und erst am nächsten Tag vom Unfall in der Zeitung liest, sind ehrenamtliche Helfer mitten in der Nacht dabei, Leben zu retten.

Dass die Arbeit ehrenamtlich tätige Feuerwehrleute, Wasserretter und Katastrophenschutzhelfer eine besondere Anerkennung verdient, darüber besteht kein Zweifel. Angesichts der Tatsache, dass Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) aber zunehmend vor dem Problem stehen, ehrenamtliche Mitglieder zu finden, wird der Ruf nach mehr Anerkennung und Würdigung lauter. Auch im Havelland.

Freier Eintritt ins Stadtbad für Kameraden und ihre Familien

„Wir haben inzwischen ein gesellschaftliches Problem. Es geht zum einen darum, den Einsatz der Kameraden stärker zu würdigen, zum anderen müssen wir das Ehrenamt attraktiver gestalten, um Nachwuchskräfte zu gewinnen, denn viele Kameraden steigen in den nächsten Jahren aus Altersgründen aus“, warnt Felix Menzel (SPD), Bürgermeister der Gemeinde Milower Land. Bereits im Sommer hatte er mit Gemeindevertretern über mögliche Anreize für Kameraden gesprochen. Ende Oktober gab es dazu eine lebhafte Debatte im Rathenower Kulturzentrum.

Nun wollen sich Menzel und seine Parteigenossen Stefan Schneider, Bürgermeister in Rhinow, und Oliver Kratzsch, Fraktionsvorsitzender der SPD in Nauen, dafür stark machen, auf Kommunal-, Kreis- und Landesebene Regeln zu schaffen, die das Ehrenamt zukunftsfest machen. Dazu haben sie ein Leitpapier entwickelt, das sie am Samstag auf dem Landesparteitag vorstellen.

Stefan Schneider (Bürgermeister Rhinow), Oliver Kratzsch (Nauen) und Felix Menzel (Bürgermeister Milower Land) (v.l.) - alle SPD - setzen sich für eine stärkere Würdigung der Blaulichtfamilie ein.

Quelle: Christin Schmidt

Ziel sei es, künftig die Ehrenamtler stärker zu unterstützen und auf eine größere gesellschaftliche Anerkennung hinzuwirken. In dem Papier seien viele Vorschläge und Ideen enthalten, die in der Podiumsdiskussion im Oktober gesammelt wurden. „Dabei wurde unter anderem deutlich, dass viele Kameraden sich gar kein Geld wünschen, man kann dieses Ehrenamt nicht bezahlen“, erklärt Menzel, der selbst aktives Mitglied der Feuerwehr ist.

Den Ansatz des Landesfeuerwehrverbandes, das Ehrenamt alle zehn Jahre mit 1000 Euro zu belohnen, finden die SPD-Mitglieder deshalb wenig hilfreich. Insbesondere für junge Menschen, die mit dem Gedanken spielen, in die Wehr einzutreten, sei eine Belohnung in für sie ferner Zukunft uninteressant. Sinnvoller sei eine jährliche Familienprämie von 200 Euro.
Anerkennung soll aber auch andere Formen haben und sich nicht auf Landesebene beschränken. Deshalb will Stefan Schneider als Fraktionsvorsitzender der SPD im Kreistag die Zählgemeinschaft überzeugen, auf kreisebene konkrete Maßnahmen zu verabschieden.

Oliver Kratzsch hat mit seiner Fraktion für die Stadt Nauen bereits konkrete Punkte erarbeitet, unter anderem ein freier Eintritt ins Stadtbad für aktive Kameraden und ihre Familien.

So will die SPD Havelland das Ehrenamt stärken

Vier zentrale Forderungen auf Landesebene hat der SPD-Unterbezirk Havelland in seinem Initiativantrag formuliert.

An erster Stelle steht eine „Familienentlastungsprämie“ von 200 Euro jährlich für alle Kameraden, die 40 Stunden Ausbildung oder Einsatzzeit pro Jahr absolvieren.

Weiterhin sollen Unterbezirke und Ortsvereine nach dem Vorbild der Podiumsdiskussion in Rathenow in den Dialog mit Blaulichtorganisationen treten und weitere Anreize erarbeiten.

Es sollen zudem Stellen geschaffen werden, um die Jugendarbeit der Blaulichtorganisationen an Schulen zu koordinieren und das Thema soll im Lehrplan aufgenommen werden.

Der vierte Vorschlag beinhaltet die Anpassung der Fördermodalitäten für den Brandschutz- und die technische Hilfeleistung in den ländlich geprägten Regionen zu vereinfachen.

Von Christin Schmidt

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