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Die SVV lehnt den Landesnahverkehrsplan ab

Rathenow Die SVV lehnt den Landesnahverkehrsplan ab

Der Landesnahverkehrsplan ist in der Stadtverordnetenversammlung Rathenow einmütig abgelehnt worden. Fünf Forderungen bilden das Gerüst für eine Petition, die nun an die Landesregierung zurückgeschickt wird. Die Stadt will mehr Züge, längere Züge und kürzere Taktzeiten auf der Strecke nach Berlin.

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Andrang am Rathenower Bahnsteig.

Quelle: Kniebeler, Markus

Rathenow. So einig sind sich die Rathenower Stadtverordneten eher selten. Doch der Entwurf des Landesnahverkehrsplanes stößt bei allen politischen Parteien und Wählergemeinschaften, die in der Stadtverordnetenversammlung vertreten sind, auf Ablehnung. Das manifestierten die Mandatsträger am Dienstag mit einem Beschluss.

Fünf Kernforderungen

Fünf Kernforderungen enthält das Papier. Wesentlich ist der Hinweis, dass der Zug von Rathenow nach Berlin und zurück öfter fahren muss. Bisher gibt es eine Verbindung in der Stunde. Bürgermeister Ronald Seeger möchte, dass es mehr Verbindungen gibt: „Mindestens zu den Hauptverlkeehrszeiten müssen mehr Züge fahren – dann jede halbe Stunde.“ Zudem müssen die Züge schneller in Berlin ankommen. „Wenn die Geschwingigkeit auf 200 Stundenkilometer ausgelegt wird, ist das möglich“, hieß es am Dienstag.

Nennhausen muss dabei sein

Von einer besseren Verbindung müssen auch die Dörfer Nennhausen und Buschow profitieren, wo der Zug nur alle zwei Stunden hält. Hier solle die Bahn jede Stunde anhalten. Mit zusätzlichen Wagen müsse außerdem die Transportkapazität erhöht werden.

Rathenows Bürgermeister Ronald Seeger und die Nennhausener Amtsdirektorin Ilka Lenke am Rathenower Bahnhof

Rathenows Bürgermeister Ronald Seeger und die Nennhausener Amtsdirektorin Ilka Lenke am Rathenower Bahnhof.

Quelle: Kniebeler, Markus

Schließlich: Am Abend soll es noch einen weiteren Zug (letzte Fahrt) geben, damit Rathenower Kulturangebote in Berlin besser nutzen können. Am Morgen soll die erste Fahrt bereits eine Stunde früher erfolgen.

Mehr Fahrgäste

Das Fahrgastaufkommen aus der Strecke nach Berlin werde steigen, argumentiert die Stadtverwaltung. Und weil Rathenow als wichtiger Standort für Wohnen und Wirtschaft in der so genannten zweiten Reihe vorgesehen ist, müssen dann auch die Ramenbedingungen stimmen.

Zufrieden mit dem Beschluss

Zufrieden mit dem Beschluss der SVV zeigt sich auch die Fraktion Die Linke. Die Partei ist im Land mit der SPD in einer Koalition. „Mit der Petition zum Landesnahverkehrsplan setzt die Stadt Rathenow ein deutliches Zeichen zu einer Verbesserung der Bahnanbindung an Berlin, Potsdam, Stendal und Premnitz“, sagte Hendrik Öchsle, Stadtverordneter der Linken. Viele Menschen, so Öchsle, suchen derzeit Alternativen für ein Leben außerhalb einer im Lebensunterhalt teuren Stadt wie Berlin. Und sie suchen gezielt in Städten wie Rathenow. „Entscheidend ist dann aber die Anbindung an den Arbeitsplatz.“ Das lasse der Nahverkehrsplan völlig außer acht.“

Unterschriftenlisten in Geschäften

Der Vorsitzende der Linksfraktion, Daniel Golze glaubt, dass es Eindruck auf die Landesregierung macht, wenn sich möglichst viele Rathenower und Westhavelländer in die Argumentation für eine bessere Zuganbindung einbinden lassen. Mit einer Unterschriftenaktion wird nun in Geschäften auf das Thema aufmerksam gemacht.

Diese Forderungen sind Thema bei der Aktion: Verbesserung der Taktzeiten des RE 4 nach Berlin zu den Hauptverkehrszeiten auf 30 Minuten, Verbesserung der Anbindung an die Hansestadt Stendal als naher Bahnknotenpunkt zu den Hauptverkehrszeiten mit einer Taktzeit von 30 Minuten sowie zu den übrigen Zeiten von 60 Minuten, Verlängerung der Taktzeiten von 60 Minuten von Berlin nach Rathenow bis 0:00 Uhr und die Verbesserung der Anbindung des RE 4 an die Landeshauptstadt Potsdam.

Vertrag bis 2022

Die Vertragslaufzeit für die RE-Linie 4 (Ostdeutsche Eisenbahngesellschaft) endet 2022. Der Nachfolgevertrag wird schon bald vergeben. Und diese Verkehrsverträge haben in der Regel eine Laufzeit von zwölf Jahren. „Eine Korrktur des Nahverkehrsplanes ist dann bis zum Jahr 2034 fast ausgeschlossen“, heißt es bei der Stadtverwaltung Rathenow. Daher sei es dringend geboten, den Plan, der ja erst im Entwurf vorliege, noch einmal entsprechend zu ändern.

Die Landtagsabgeordnete Andrea Johlige (Linke), die auch Mitglied des havelländischen Kreistages ist, macht den Gemeinden Mut: „Noch bis zum 4. Dezember sind kommunale Verantwortungsträger, Verkehrsverbände, aber auch die Bürger aufgerufen, die Angebote zu bewerten, Hinweise zu geben und gegebenenfalls Verbesserungsvorschläge zu machen. Ich wünsche mir eine breite Beteiligung auch aus dem Havelland.“

Von Joachim Wilisch

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