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Mehr als 1000 Boote fürs Stadtjubiläum

Rathenow Mehr als 1000 Boote fürs Stadtjubiläum

Damit hatte Petra Gottschalk nicht gerechnet: In nur vier Monaten wurden in ihrer Ladengalerie weit mehr als 1000 Papierboote als Glückwunschgruß zum Rathenower Stadtjubiläum abgegeben. Ab Samstag werden alle Boote in einer Ausstellung zu sehen. Petra Gottschalk hat schon eine Idee, was danach mit den Arbeiten passiert.

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Petra Gottschalk (l.) und Brigitte Krause während der Vorbereitungen für die Ausstellungseröffnung am 3. September.

Quelle: Christin Schmidt

Rathenow. Seit April sammelt die Papierkünstlerin Petra Gottschalk Geburtstagsgrüße für Rathenow in Form von Papierbooten. Ihr Ziel war es, 800 selbst gebastelte Boote anlässlich des großen Stadtjubiläums zu sammeln, weit über 1000 sind es nun geworden. Große und kleine Boote, bemalt und beklebt oder gar mit Ostseesand verziert, Papierdampfer und filigrane Papiersegelschiffe aus Fernost.

Schüler, Seniorengruppen, Touristen, selbst Künstler aus Rathenow und der Partnerstadt Rendsburg beteiligten sich mit eigenen Kreationen. Aus Zeitungspapier, alten Landkarten, Seidenpapier, selbst bemalten Bögen und vielem mehr entstanden Boote. Selbst ganze Girlanden mit Mini-Booten und guten Wünschen für die Stadt brachten die Menschen in die Ladengalerie „Stein 40“.

Boote und Fotografien aus dem Havelland

Hier hat Petra Gottschalk alle Boote gesammelt. Seit einigen Tagen ist sie nun dabei mit ihrer Kollegin Brigitte Krause sämtliche Exemplare aufzustellen oder zu hängen. Am Samstag sollen nämlich erstmals alle Boote in einer Ausstellung der breiten Öffentlichkeit präsentiert werden. Um 11 Uhr beginnt die Vernissage, die durch eine Fotoausstellung der Havelländerin Stephanie Zander ergänzt wird. „Passend zum Thema der Ausstellung werden Fotos aus dem Havelland gezeigt – Wasser, Boote, Landschaften“, erklärt Petra Gottschalk.

Zwei Wochen lang soll die Ausstellung zu sehen sein, vom 3. bis 24. September. Danach sollen die vielen Boote aber keineswegs im Papierkorb verschwinden. Petra Gottschalk hat schon eine Idee, wie die Bastelarbeiten einen weiteren guten Zweck erfüllen können. Sie wird sie nicht zu Wasser lassen, sondern gegen eine Spende wieder verteilen. Im Rahmen der Aktion „Pflück Dir ein Boot“ kann sich jeder vom 27. September bis zum 1. Oktober eines der Boote aussuchen und gegen ein Spende als Andenken an das große Stadtjubiläum mitnehmen.

Boote werden für einen guten Zweck verkauft

Den Preis für ein Boot können die Käufer selbst bestimmen, mit Ausnahme der Künstlerboote. Die sollen an den höchstbietenden abgegeben werden. „Da ja der Herbst vor der Tür steht, dachte ich mir, statt Äpfel oder Birnen zu pflücken, werden in diesem Jahr Boote gepflückt und das für einen guten Zweck“, sagt Gottschalk. Die Einnahmen will sie im Anschluss dem Verein Klangbreite zugute kommen, der sich für die Kultur- und Musikszene in Rathenow engagiert und unter anderem ein kreatives Zentrum in der Stadt schaffen möchte. „Ich freue mich, mit der Aktion nun eine Gruppe unterstützen zu können, die sich für die Entwicklung der Jugendkultur stark macht“, so Gottschalk.

Schon jetzt kann man sagen, ihr Projekt „800 Boote für Rathenow“ war ein Erfolg. Die Aktion entwickelte schnell eine Eigendynamik, die weit über die Grenzen des Havellandes hinaus reichte. „Dass die Idee so gut angenommen wird und Menschen, die hier Urlaub machen, sogar Päckchen mit Booten schicken, damit habe ich nicht gerechnet. Ebenso freut sich Petra Gottschalk über das große Interesse der Rathenower, die sich zum Teil sogar in Bastelgruppen zusammentaten und in Erinnerung an Kindheitstage Papierboote falteten und gestalteten.

„Pflück Dir ein Boot“

Die Ausstellung 800 Boote für Rathenow wird am Samstag um 11 Uhr in der Ladengalerie „Stein 40“ in der Steinstraße 40 eröffnet.

Anschließend sind die Boote bis zum 24. September in der Ladengalerie zu sehen.

Auch am Stadtfestwochenende wird am Samstag von 9 bis 17 Uhr und am Sonntag von 13 bis 17 Uhr geöffnet sein.

Ab 27. September kann sich dann jeder unter dem Motto „Pflück Dir ein Boot“ gegen ein Spende ein Boot als Andenken an das große Stadtjubiläum mitnehmen.

Von Christin Schmidt

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