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Mehr als Schnippeln

Judith Meisner zeigt klassische Collagen Mehr als Schnippeln

Judith Meisner zerlegt Schnittbogen, Fotos und Pappschilder und fügt sie zu kleinen Kunstwerken wieder zusammen. Seit Jahren fertigt die studierte Textildesignerin klassische Collagen, nun zeigt sie diese erstmals öffentlich.

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Temperament, gepaart mit Witz und Tanz

Judith Meisner mit einer Schnittmuster-Collage.

Quelle: Marlies Schnaibel

Spandau. Bei Judith Meisner lösen sich die Dinge auf, ehe sie wieder verschmelzen - zu neuen Bildern, zu neuen Geschichten. In der Ausstellung „Papermoon“ zeigt sie Collagen. Zu sehen sind diese bis zum 14. Februar im Café des Spandauer Kirchenmuseums Spandovia Sacra. Judith Meisner hat Textildesign studiert, ehe sie durch die Welt reiste und schließlich in Braunschweig und Berlin Kunstgeschichte studierte. Seitdem arbeitet sie als Journalistin, Kuratorin und Laudatorin. In ihrer Freizeit wird sie seit 2009 auf eigene Weise kreativ. Sie entdeckte die Collagen für sich und legte los. Sammelte, schnippelte, sortierte, klebte. „Es war anfangs wie eine Sucht, ich habe jeden Tag stundenlang gearbeitet“, erzählt sie. Mit Grafikschere, Zahnarztinstrumenten und verschiedenen Sorten Kleber entstehen die Kunstwerke. Nichts wird hier am Rechner passend gemacht, alles entsteht ganz analog, so klassisch wie einst die Collagegröße Hannah Höch an ihre Arbeit ging.

Bei Judith Meisner entwickeln sich die Bilder aus dem Material. „Da springt mich eine Idee an“, beschreibt sie die Situation, etwa wenn sie beim Stoffkauf den dünnen Papierstreifen sieht, der in den Ballen eingelegt ist. Ein einfaches Papier mit roten und schwarzen Zahlen in unterschiedlichen Größen drauf, es soll der Verkäuferin zeigen, wie viel Meter Stoff noch auf dem Ballen sind. Ist aller Stoff verkauft, hätte der Papierstreifen seine Aufgabe erfüllt und wanderte in den Müll. Bei Judith Meisner wurde er Ausgangspunkt für eine Collage „Rot schwarz“.

„In passenden Schuhen reisen“ ist eine Collage aus Textfragmenten. Bei „Berliner Chic“ verarbeitet die Künstlerin ausschließlich Fotografien: Die Blüten und eleganten Frauen im Frontstadt-Chic stehen vor Stacheldraht und Brandenburger Tor. Erotische Spielereien in den blaugrünen Tönen des Wassers zeigen die „Nymphen“. Ob einfacher Papierschnipsel oder fein ausgeschnittenes Detail – die Dinge erhalten hier eine eigene Art der Poesie. Feine Collagen sind so entstanden, sie nehmen den Betrachter auf eine kleine Entdeckungsreise mit, Stück für Stück werden die Teile des Bildes entwirrt und dann wieder zu einem Puzzle zusammengesetzt.

In „Tanzende Gambas“ hat Judith Meisner Collagetechnik mit Druckgrafik kombiniert. Aber das ist technisch aufwendig ohne eigenes Atelier. So bleibt es vorerst dabei, das Wohnzimmer zum Kreativraum für Schere, Papier und Kleber zu machen.

Kontakt: Bis zum 14. Februar sind die Arbeiten unter dem Titel „Papermoon“ im Museum „Spandovia Sacra“ am Reformationsplatz 12 neben der Spandauer Nikolaikirche zu sehen, geöffnet ist Mittwoch, Freitag, Sonnabend und Sonntag von 15 bis 18 Uhr.

Von Marlies Schnaibel

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