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Mehr als nur Erfrischung

Nauener Stadtbad punktet bei den Gästen Mehr als nur Erfrischung

Im Teil 3 der MAZ-Sommerserie „Baden im Havelland“ wird das Nauener Stadtbad vorgestellt. Die Gäste loben besonders die Familienfreundlichkeit und die Vielzahl von Veranstaltungen, die es in der Sommersaison gibt.

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Paul, Lisa und Ashley (v.l.) von der Käthe-Kollwitz-Grundschule haben viel Spaß im Nauener Stadtbad.

Quelle: Tanja M. Marotzke

Nauen. So voll wie am ersten Juli-Wochenende, als 38 Grad herrschten, hat selbst Badebetriebsleiter Stephan Preuß das Nauener Freibad noch nie gesehen. „Wir hatten mehr als 2000 Besucher“, sagt er. Das sei aber von der Belastung her auch so ziemlich die Grenze gewesen. Trotzdem zeigte er sich mit dieser Resonanz zufrieden, denn bis dahin hatte das teils wechselhafte Wetter die Gäste doch eher ferngehalten.

Nicht so Giesela Biernatzki. Die 74-Jährige trotzt dem Wetter, geht nahezu jeden Tag etwa eine Stunde schwimmen. „Das kälteste war mal 17 Grad Wassertemperatur“, sagt die Nauenerin. Heute sind 22 Grad. Sie fiebert jedes Jahr der Baderöffnung entgegen. „Man fühlt sich nach dem Schwimmen deutlich besser“, sagt die Seniorin. Jetzt in den Ferien kommen auch ihre beiden Enkelinnen Virginia (12) und Scarlett (10) mit, schwimmen gemeinsam mit der Oma.

Aber wer nicht nur schwimmen will, für den hat die Mannschaft um Stephan Preuß in diesem Jahr ein besonderes Angebot. „Wir haben unser Serviceangebot erweitert und verleihen jetzt nicht nur Sonnenstühle, sondern auch Schwimmnudeln und Tauchringe. Der Renner sind allerdings die fünf Schwimmplatten. Von denen könnten wir auch zehn haben“, meint er. Doch in dem neu aufgestellten Holzhäuschen am Rand kann man auch Sonnencreme, Schwimmflügel oder Wasserbälle erwerben.

Badebetriebsleiter Stephan Preuß

Badebetriebsleiter Stephan Preuß

Quelle: Tanja M. Marotzke

Wenn Preuß oder seine Kollegen morgens kommen, führt der erste Gang in den Technikraum. „Wir kontrollieren dort dann die Wasserparameter“, sagt er und zeigt auf die digitale Anzeige. Der ph-Wert muss bei sieben liegen, momentan ist er etwas darunter. Dann der Redox-Wert, aus dem man die Geschwindigkeit der Keimabtötung ablesen kann, aber auch der Chlorwert ist für den Chef interessant. Um auf Nummer Sicher zu gehen, wird täglich auch mittels Wasserproben noch einmal per Hand nachgeprüft – im Schwimmer-,Nichtschwimmer- und Planschbecken.

Sind mehr Keime im Wasser, gibt die Anlage automatisch Chlorgas zu. An dem heißen Wochenende, als alle Becken voller Badegäste waren, hatte sie somit ordentlich zu tun. Damit dies aber außerhalb solcher Spitzenzeiten nicht unnötig oft geschieht, gibt es hin und wieder „Schlüpperkontrollen“, wie Stephan Preuß schmunzelnd sagt. „Wir haben einen neuen Trend festgestellt, dass nämlich Jugendliche unter den langen Badehosen Boxershorts anhaben. Wenn das 1000 so machen, hätten wir zum einen eine Unmenge Wasser, die rausgetragen wird und die wir nachfüllen müssen“, sagt er. Aber auch die Zahl der Koli-Bakterien steige. „Wenn man das den Jugendlichen aber vernünftig und auf die spaßige Art sagt, dann sehen sie das in der Regel auch ein“, sagt Preuß, der noch am Morgen mit dem Sauger den Boden des Schwimmerbeckens gesäubert hat.

Veranstaltungen und Eintrittspreise

Während des Jahres finden mehrere Veranstaltungen im Schwimmbad-Bereich statt. So gab es am 4. und 5. Juli das 24-Stunden-Schwimmen der DLRG, am 11. Juli war die Beachparty und am 25. Juli „Kultur am Beckenrand“. Das Holifest ist für den 8. August geplant und die Ladies-Night für den 29. August. Am 9. und 10. Oktober wird wieder zum Oktoberfest eingeladen.

Das Bad verfügt über eine große, gepflegte Liegewiese mit 26 000 Quadratmeter, ein Schwimmerbecken (417 Quadratmeter), ein Nichtschwimmerbecken (644 Quadratmeter) und ein Kinderplanschbecken (154 Quadratmeter) mit Wasserspielen. Zudem gibt es im Nichtschwimmerbecken eine 40 Meter lange Rutsche.

Geöffnet ist in der Regel montags bis sonntags von 10 bis 20 Uhr. Die skann jedoch abhängig von der wetterlage variieren. Frühschwimmen ist am Dienstag und Donnerstag jeweils von 7.30 bis 9 Uhr.

Tageskarten kosten 6 Euro, ermäßigt 3 Euro, die Familienkarte ist für 10 Euro zu haben (Maximal zwei Erwachsene und zwei Personen ermäßigt). Die Stundenkarte kostet 1 Euro, ermäßigt 0,50 Euro.

Nicht nur Nauener kommen in die gepflegte Anlage unter alten und Schatten gebenden Bäumen an der Karl-Thon-Straße, sondern auch Falkenseer, Potsdamer oder Berliner. „Das Besondere bei uns ist die Familienfreundlichkeit und der persönliche Kontakt zwischen Mitarbeitern und Gästen“, sagt Preuß. Da werde auch mal ein Pläuschchen gemacht. Aber auch die Ruhe ziehe die Leute an. Das alles zusammen mit den sportlichen und kulturellen Veranstaltungen mache das Besondere der Nauener Anlage aus, glaubt der Badebetriebsleiter, der sich auch freut, wenn Kinder, die im Freibad den Schwimmkurs gemacht haben, den Fachangestellten für Bädebetriebe Bilder malen.

Stammgast Guido Müller fühlt sich jedenfalls auch gut aufgehoben. Er ist mit seinen beiden Töchtern Pia (6) und Mia (9) da. „Die Anlage ist sehr kindgerecht, gepflegt und sauber und das Personal kompetent“, meint er. Er könne das Bad jedenfalls empfehlen. Ähnlich sieht es Andreas Maaß, der eine Hortgruppe der Käthe-Kollwitz-Grundschule ins Bad begleitet hat. „Die gesamte Atmosphäre stimmt und die Sicherheit ist mit den anwesenden Rettungsschwimmern auch gegeben“, sagt er. Davon profitierte auch ein Mann, der am 6. Juli einen Herzinfarkt erlitt. „Wir haben uns mit drei Leuten um ihn gekümmert“, sagt Preuß. Alles sei gut ausgegangen.

Wer ins Stadtbad kommt, dem steht auch die Beachbar offen, wo er ein Bier oder einen Kaffee trinken kann – neuerdings gepflegt aus Gläsern beziehungsweise Tassen statt aus Bechern. Doch die Anlage ist seit geraumer Zeit mehr als nur eine Anlaufstelle für Badelustige. Einen immer größeren Stellenwert nehmen auch Veranstaltungen ein. Denn neben dem traditionellen 24-Stunden-Schwimmen gibt es auch zweimal ein Schnuppertauchen, ein Beachvolleyballturnier steht auf dem Plan und vor kurzem wurde zu Kultur am Beckenrand eingeladen. Jetzt macht Preuß Werbung für das Holifestival am 8. August. Farbbeutel mit speziellem Pulver werden dann durch die Luft fliegen und Gäste und Landschaft ein buntes Aussehen verpassen. Vor allem übers Internet macht Preuß dies bekannt,. „Das Marketing wird fürs Bad immer wichtiger. Ich hatte mich immer gegen Facebook gesträubt, aber man kommt daran nicht vorbei“, meint er. 500 Leute hätten schon mal zum Festival zugesagt. Auch die Ladiesnight Ende August verspreche wieder ein Erfolg zu werden, ebenso wie später das Oktoberfest. Und ist das Wetter mal nicht so gut, verkündet er im sozialen Netzwerk auch schon mal, „dass wir jetzt Pudelmützen verkaufen“. Das Spaßige komme bei den Leuten gut an.

Auch die Internetseiten des Bades werden gut besucht. Täglich aktualisiert, zeigt sie die Wassertemperatur an und die aktuellen Öffnungszeiten. Stephan Preuß hofft, dass er dort nicht, wie es in den vergangenen Wochen häufig der Fall war, mitteilen muss, dass das Bad wegen schlechten Wetters früher geschlossen wird. „Wir brauchen jetzt die Sonne. Wenn viele Gäste kommen, dann ist das zwar Stress, aber das ist besser, als wenn das Bad leer ist.“ Langeweile kommt aber auch sonst nicht auf. „Letztens war sogar Sat 1 hier und hat fürs Frühstücksfernsehen neue Bademodentrends präsentiert“, sagt Preuß.

Von Andreas Kaatz

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