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Mehr als nur ein Beratungs-Haus

Nauen Mehr als nur ein Beratungs-Haus

Mit einem kleinen Fest wurde am Freitag der Abschluss der monatelangen Umbauarbeiten am Familien- und Generationenzentrum (FGZ) in Nauen gefeiert. Den Abschluss bildete die Inbetriebnahme des Fahrstuhls, der am Giebel errichtet worden ist und nun für eine Barrierefreiheit des früheren Hauses der Begegnung sorgt.

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In ihren farbenfrohen Kostümen erfreute die Kindertanzgruppe der Musik- und Kunstschule die Besucher des Festes am Familien- und Generationenzentrum.

Quelle: Tanja M. Marotzke

Nauen. Ohne Problem fährt Monika Bark mit ihrem Elektrorollstuhl in den neuen Lift. Die Tür schließt sich. Wenig später rollt sie auf den Flur der ersten Etage. Test bestanden. „Wir freuen uns alle riesig, dass es den Fahrstuhl jetzt am Familien- und Generationenzentrum gibt“, sagt Bodo Jannasch, Vize-Vorsitzender des Behindertenverbandes Osthavelland. „Bisher konnten wir die oberen Räume nicht nutzen, mussten bei größeren Veranstaltungen in die Klinik ausweichen“, sagt er. Das ist ab sofort passé.

Der Verband war am Freitag mit einem Kaffee- und Kuchen-Stand dabei, als am Familien- und Generationenzentrum (FGZ) das Ende der Umbauarbeiten gefeiert wurde. Der Anbau des Liftes bildete den Abschluss. Seit 2015 waren die Handwerker im Haus zugange. Im August des Jahres zogen mit der Erziehungs- und Familienberatung der Jugendhilfe des Evangelischen Johannesstift die ersten Mieter ein. Demenzberaterin Martina Lüttjohann folgte im November, und im gleichen Monat eröffnete man die erneuerte und barrierefreie Bibliothek als Herzstück des Hauses. Im Februar 2016 luden die Johanniter als Betreiber des Jugendclubs erstmals in ihre neuen Räume ein, die Eltern-Kind-Gruppe folgte später.

Bürgermeister Detlef Fleischmann (SPD) erinnerte daran, dass er 2014 schon einmal mit einem Mikrofon an dem Haus stand. „Damals gab es Proteste gegen die Umwandlung in ein FGZ. Aber wenn man Visionen hat, dann muss man dafür kämpfen“, meinte er. Wer Hilfe benötigt, soll in das Haus kommen und die Beratungsangebote in Anspruch nehmen.

Rund 350 000 Euro gibt der Landkreis jährlich ins FGZ. Das sagte Landrat Roger Lewandowski (CDU). „Das ist gut angelegtes Geld. Hier ist ein Haus entstanden, in dem Begegnung, Beratung und Förderung stattfindet.“ Der Landrat kündigte an, dass weitere 25 000 Euro in Familienbildungsangebote gesteckt werden sollen. Und im Bereich des Pflegestützpunktes würde demnächst noch ein Beratungsangebot für Menschen mit Behinderung hinzu kommen, das sich mit dem bestehenden Angebot des Behindertenverbandes ergänzen soll.

Laut Lewandowski sprächen die Nutzerzahlen des FGZ für sich. Knapp 16 000 Besucher kamen 2016 dorthin. „Stark nachfragt sind Sport- und Bewegungsangebote im Veranstaltungssaal im Dachgeschoss“, sagt Annett Lahn, Leiterin des Hauses. Unter anderem sind die Line-Dancer dort regelmäßig zu finden, ebenso wie die Kindertanzgruppe. Ein Viertel aller Besucher nutze die Betreuungsangebote der Eltern-Kind-Gruppe und des Jugendclubs. Hinzu kämen Veranstaltungen in der Bibliothek. „Das alles widerspricht den Aussagen von Kritikern, die behaupten, dass das FGZ nur ein Beratungshaus ist“, sagt Annett Lahn. Man habe das FGZ einem breiten Publikum geöffnet.
Demenzberaterin Martina Lüttjohann hob die gute Atmosphäre innerhalb des Hauses hervor. „Alle 14 Tage kommen die Mieter zusammen, besprechen aktuelle Themen und stimmen sich ab“, sagte sie. Dies galt auch für das Fest. So sorgte der Jugendclub für Gegrilltes, der Schachclub präsentiert sich und die Jugendsuchtberatung bot an ihrem Stand alkoholfreie Cocktails an.

Von Andreas Kaatz

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