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Mehrere Wohngebiete sind möglich

Priort Mehrere Wohngebiete sind möglich

Grundstücke sind in Priort begehrt. Der Ortsbeirat will mehrere Bebauungspläne aktivieren, um mehr junge Leute und Familien ins Dorf zu locken.

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In der Fontanesiedlung in Priort stehen die Häuser relativ dicht nebeneinander.

Quelle: Tanja M. Marotzke

Priort. Etwa 1200 Einwohner leben im Wustermarker Ortsteil Priort. Perspektivisch könnten es weit mehr sein, denn die Nachfrage nach Wohnbaugrundstücken ist hoch, wie Wustermarks Vize-Bürgermeisterin Petra Guhr am Donnerstagabend im Priorter Gemeindehaus sagte. Wie groß das Interesse der Priorter an der künftigen wohnbaulichen Entwicklung in ihrem Dorf ist, zeigt die Tatsache, dass etwa 30 Bürger zu der Ortsbeiratssitzung gekommen waren.

Um es gleich vorweg zu nehmen: In Priort mangelt es nicht an Flächen, auf denen Eigenheime entstehen können. Es mangelte bisher an Investoren, die entsprechende Areale erschließen wollen. Denn eines schloss Bürgermeister Holger Schreiber (parteilos) am Donnerstagabend aus: „Der Gemeinde Wustermark gehören zwar die meisten der infrage kommenden Grundstücke, aber wir haben nicht das Geld, um die Erschließung zu finanzieren.“ Deshalb gehe man davon aus, einem oder mehreren Investoren die Flächen als Bauland zu verkaufen.

Vier Areale stehen zu Auswahl. Wo aber die nächsten Ein- oder Zweifamilienhäuser in Priort gebaut werden sollen, darüber gibt es unterschiedliche Auffassungen zwischen der Gemeindeverwaltung und dem Ortsbeirat, insbesondere Ortsvorsteher Reiner Kühn (CDU). Aus Sicht der Gemeindeverwaltung ist eine Bebauung der 6,5 Hektar großen Fläche „Am Priorter Erlengrund“(aus Elstal kommend kurz hinter dem Ortseingang rechts) am schnellsten möglich. „Dort gibt es einen gültigen Bebauungsplan“, erklärte Petra Guhr. Das sieht der Ortsbeirat und der Großteil der am Donnerstag anwesenden Einwohner so.

Strittig ist das Gebiet „An der Haarlake (5,1 Hektar). Auch dort gibt es einen gültigen Bebauungsplan aus dem Jahr 2007, der allerdings geteilt wurde. Ortsvorsteher Reiner Kühn: „Für uns ist das sehr wichtig, weil auf der einen Seite der Straße schon Häuser stehen und bei vollständiger Bebauung die Straße und die Erschließung gemacht werden könnten“. Die Verwaltung sieht aber zwei Probleme: „Erstens gehört ein wesentlicher Teil der Fläche der Bodenverwertungs- und -verwaltungs GmbH (BVVG). Zweitens verläuft dort in unmittelbarer Nähe die Bahnlinie, so dass die Menschen dort mit einigen Lärmbelästigungen zu tun haben würden“, sagte Petra Guhr. Sie empfiehlt deshalb, das Gebiet „An der Haarlake“ nicht vor 2020 anzufassen, weil bis dahin die Bahn einige lärmmindernde Maßnahmen umsetzen will.

Statt dessen befürwortet die Verwaltung, das Gebiet „Am Obstgarten“ in Zentrumslage (1,32 Hektar) weiter zu entwickeln. Doch das lehnt der Ortsbeirat ab. „Diese Grundstücke wollen wir uns als Reserven für die innere Entwicklung in Priort erhalten“, sagte Reiner Kühn und erntete dafür Zustimmung von den Einwohnern.

Die sprachen sich grundsätzlich dafür aus, Priort vor allem für junge Menschen und Familien attraktiv zu machen und entsprechendes Bauland anzubieten. Aber: „Wir müssen darauf achten, dass Priort seinen dörflichen Charakter nicht verliert“, sagte Anwohnerin Annette König und fügte hinzu: „Ich möchte nicht solche kleinen Grundstücke sehen, wo jeder dem anderen auf den Teller gucken kann.“ Die Fontanesiedlung in Priort sei gerade noch im Rahmen.

Sie schlug eine Mindestgrundstücksgröße von 800 Quadratmetern vor. Das jedoch sahen nicht alle Priorter so. Vielleicht reichen auch 500 Quadratmeter, weil nicht jeder einen großen Garten pflegen wolle, erkärte ein Anwohner. Bürgermeister Holger Schreiber versicherte, solche Festlegungen dann in entsprechenden Verträgen mit potenziellen Investoren zu verankern. Das könne auch für jedes Wohngebiet anders sein. Dazu würden die Priorter natürlich noch angehört.

Noch kein Bebaungsplan existiert für das Gebiet „Am Ziegeleischlag“ (1,86 Hektar). Auch dort könnten aus Sicht des Ortsbeirates Eigenheime entstehen und in dem Zuge der Straßenbau erfolgen, so Ortsvorsteher Reiner Kühn.

Von Jens Wegener

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