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Mehrheit für größere Windräder

Nauens Stadtverordnete gaben Startschuss für Planänderung Mehrheit für größere Windräder

Auf einer Fläche zwischen den Nauener Ortsteilen Neukammer und Markee will ein Investor die 17 bestehenden Windenergieanlagen durch acht größere ersetzen. Die Stadtverordneten haben jetzt den Weg für eine Planänderung freigemacht. Allerdings ist dies nicht unumstritten.

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Windenergie spielt auch rund um Nauen eine große Rolle.

Quelle: dpa

Nauen. Für das so genannte Repowering auf einer Windkraftfläche zwischen Markee und Neukammer haben die Stadtverordneten am Montagabend die Weichen gestellt. Damit kann jetzt das Verfahren sowohl zur Änderung des Bebauungsplanes als auch des Flächennutzungsplanes starten. Allerdings ist dies nicht unumstritten. 17 Ja- standen sieben Nein-Stimmen gegenüber.

Wie berichtet, plant der Vorhabenträger Mdp GmbH & Co. WP Nauen KG, auf dem Areal die vorhandenen 17 Windkraftanlagen mit einer Gesamthöhe von 150 Meter gegen acht neue Anlagen mit einer Gesamthöhe von 234 Meter zu ersetzen. Er übernimmt sämtliche Kosten des Verfahrens, zu dem auch eine Umweltprüfung gehört. Die Riesenwindräder sollen deutlich effektiver sein als die bisherigen und einen größeren Abstand zur Wohnbebauung haben. Dies geht nach Aussage des Investors auch mit einer künftig geringeren Schallbelastung für die Wohngebiete in der Gegend einher. Sollten die Planänderungen so erfolgen, wie sich der Investor dies wünscht, dann könnten die Windräder unter Umständen 2018 in Betrieb genommen werden. Die 17 derzeitigen Windräder waren in den Jahren 1999/2000 im Windeignungsgebiet „Nauener Platte West“ errichtet worden.

Im Laufe des Verfahrens werden auch die Ortsbeiräte von Schwanebeck und Markee beteiligt. Beide Gremien hatten sich im Vorfeld bereits für die Einleitung des Änderungsverfahrens ausgesprochen. Allerdings lehnt in Markee Ortsvorsteher Ralph Bluhm das Repowering ab. Er kritisiert, dass die Bürger nichts davon haben. „Wir machen das nur für den Investor. Das bereitet mir Bauchschmerzen, dann sollte es so bleiben wie es ist“, sagte Bluhm. Denn zuvor hatte Martin Wieler aus Schwanebeck nachgefragt, ob in Folge der Erhöhung der Anlagen mit Gewerbesteuerzahlungen zu rechnen sei. Doch Bürgermeister Detlef Fleischmann (SPD) konnte ihm dafür keine Zusicherung geben. Und auch darüber hinaus rechne er nicht mit irgendwelchen Zahlungen des Investors an die Stadt. Bluhm wies in einer Stellungnahme darauf hin, dass Markee schon in besonderer Weise von der Entwicklung der Windenergieanlagen betroffen sei. „Der Ortsteil ist in allen Richtungen von Anlagen umgeben“, so Bluhm. Er appellierte an die Stadtverordneten, sich noch einmal die Gründe dafür in Erinnerung zu rufen, warum 2012 genau das gleiche Anliegen des Investors von den Stadtverordneten schon einmal abgelehnt worden war. „Was ist anders als 2012?“, so Bluhm. Damals, als es um 200 Meter hohe Anlagen ging, spielte auch eine Rolle, dass die Bürger nichts davon hätten und das Landschaftsbild beeinträchtigt würde.

Wenn schon die Anlagen erhöht würden, dann sollte man laut Bluhm die Energiemengen wenigstens regional zur Verfügung stellen und mit Hilfe von Stadtwerken oder Genossenschaftsmodellen günstigere Tarife für die Bürger ermöglichen. Er hält zudem das Reduzieren auf acht Anlagen nicht für ein Entgegenkommen des Investors, sondern für eine Notwendigkeit. Denn mit der Änderung des Regionalplans Ende 2015 ist auch die zur Verfügung stehende, mit Windanlagen bebaubare Fläche in dem Bereich reduziert worden. „Hier soll die maximal mögliche Anzahl errichtet werden“, ist sich der Ortsvorsteher sicher.

Von Andreas Kaatz

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