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Havelland „Mein Leben besteht aus Arbeit und Reisen“
Lokales Havelland „Mein Leben besteht aus Arbeit und Reisen“
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00:20 12.01.2018
Sven Luca - Weltenbummler aus Premnitz - will alle Länder dieser Welt bereisen. Quelle: Sven Dressler
Premnitz

Geboren in Rathenow, aufgewachsen in Premnitz, zuhause in der ganzen Welt - Sven Luca ist ein echter Weltenbummler. Der 46-ährige Premnitzer arbeitet für eine deutsche Metallbaufirma, ist weltweit auf Montage tätig und hat bereits mehr als 200 Länder bereist. Sein Ziel ist es, sämtliche Staaten und Territorien dieser Welt mindestens einmal zu besuchen. Warum, das hat er der MAZ im Interview verraten.

Herr Luca, Sie sind im idyllischen Havelland groß geworden. Wie sind Sie zum Weltenbummler geworden?

Ja, ich bin in Premnitz aufgewachsen, habe hier die Werner-Seelenbinder-Oberschule besucht und entschied mich anschließend für eine Laufbahn zum Matrosen der Binnenschifffahrt. Bei der Hochseeflotte wurde ich kurzfristig abgelehnt, da blieb für mich nur noch die Binnenschifffahrt, durch die ich zumindest im eigenen Land unterwegs sein konnte. Anschließend war ich einige Jahre im Wasserbau tätig bevor ich begann, als Fassadenbauer zu arbeiten. Ab 1998 nahm ich europaweite Aufträge an und reiste beruflich immer mehr.

Ein Premnitzer will es schaffen, alle Länder dieser Erde zu bereisen. Sven Luca hat schon viel gesehen und tolle Bilder mitgebracht.

Also hat die Arbeit in Ihnen das Reisefieber geweckt? Oder gab es den Drang, ferne Länder zu erkunden, schon vorher?

Ich glaube, ich habe das von meinem Opa. Der war auch so ein Globetrotter. Den Drang hatte ich also eigentlich schon immer. Aber als ich im Januar 2012 für vier Wochen im Krankenhaus lag und anschließend sieben Monate Erholungsphase hatte, dachte ich viel über mein Leben nach und überlegte mir, künftig professionell zu reisen und alle Länder zu besuchen.

Dieser Krankenhausaufenthalt war also eine Art Schlüsselerlebnis?

Ja, genau.

Warum sollen es unbedingt alle Länder sein?

Als mir der Gedanke kam, hatte ich bereits 38 Länder bereist. Ursprünglich wollte ich erst nur die 193 UN-Länder machen, aber weil es eine Deutsche aus Frankfurt gibt, die das mit 45 Jahren schon geschafft hat - als jüngste Deutsche - hab ich mich entschieden, alle Länder zu bereisen, also auch die international nicht anerkannten oder politisch abhängigen Gebiete.

Das klingt nach einer Art Wettbewerb. Der Erste sein, das spielt dabei auch eine Rolle?

Tatsächlich spielt dieser Gedanke inzwischen eine entscheidende Rolle. Ich habe inzwischen so viel Geld investiert, nun will ich nicht kurz vor dem Ziel aufhören.

Wie viele Länder haben Sie denn inzwischen „abgehakt“?

201 und sieben kommen jetzt dazu.

Welche sieben sind das?

Peru, Bolivien, Paraguay, Argentinien, Uruguay, die Falklandinseln und die Antarktis.

Muss man nicht sämtliche Ersparnisse ins Reisen investieren, um dieses Ziel zu erreichen? Oder verdienen Sie mit dem Reisen inzwischen auch Geld - für Fotos oder Berichte?

Ja richtig, mein Lohn geht für die Reisen drauf. Ich arbeite zudem an einer eigenen Webseite, die geht im Sommer online. Ansonsten hab ich fast 100 000 Follower auf Instagram – sven_luca_worldtraveler - damit kann man irgendwann auch Geld verdienen. Und ich habe schon einen Buchverleger. Das Buch fange ich aber erst an zu schreiben, nachdem die Webseite online ist.

Können Sie mir eine Top-Drei-Liste der Länder geben, die Sie besonders begeistert haben?

Das ist nicht so einfach. Also meine Nummer eins ist auf jeden Fall Thailand, weil es ein Paradies ist, immer warm, billig, einfach zu bereisen und landschaftlich ein Traum. Nummer zwei ist Grönland: Es ist faszinierend wie die Menschen dort Leben und überhaupt, dass man dort Leben kann. Aber es ist auch schwierig dorthin hinzukommen. Und meine Nummer drei ist Bhutan, ein buddhistisches Königreich am östlichen Rand des Himalayas mit fantastischer Landschaft. Es ist ebenfalls sehr schwer zu bereisen, weil nur 40 000 Visa im Jahr vergeben werden.

Das bedeutet also, dass nach all den Reisen, Thailand das Land ist, in dem Sie leben möchten?

Ja, im Moment sieht wirklich alles danach aus... aber man weiß ja nie.

Und welche Länder haben Sie besonders schockiert? Wo geht es den Menschen wirklich schlecht?

Am meisten schockiert haben mich Nordkorea - obwohl es dort recht schön ist- Bangladesch, Niger und Somalia. Die ärmsten Länder, die ich je gesehen habe, sind Bangladesh, Niger, Guinea und Zentralafrika. Aus Respekt vor den Menschen habe ich dort keine Fotos gemacht.

Wie viel Zeit verbringen Sie im Jahr mit Reisen?

Ich nutze jeden freien Tag und bin jedes Jahr etwa zwei Monate unterwegs. Ich habe keine Frau und kein Haus, deshalb hab ich genug für Trips. Allein in diesem Jahr bin ich schon etwa 120 in ein Flugzeug gestiegen. Mein Leben besteht also fast ausschließlich aus Arbeit und Reisen.

Reisen Sie allein?

Ja, meistens bin ich allein unterwegs. Ab und zu reise ich mit einem Freund aus Köln.

Was gehört zu Ihrer Grundausstattung wenn Sie unterwegs sind? Was haben Sie immer dabei?

Zwei richtig starke Powerbanks, um mein Telefon und gleichzeitig die Kamera aufzuladen. Dazu etwas Medizin, mindestens zwei Telefone und mindestens zwei Reisepässe. Oft reise ich auch nur mit Handgepäck.

Zwei Reisepässe?

Ja, deutsche Staatsbürger können bis zu drei Reisepässe haben. Die brauche ich auch wirklich alle, um gleichzeitig mehrere Visa zu beantragen, vor allem für Afrika.

Wie viel Zeit verbringen Sie im Schnitt an einem Ort? Nehmen Sie sich Zeit, die Länder wirklich kennenzulernen oder gehst es eher um den Stempel im Pass?

Das kommt drauf an, manchmal verbringe ich nur einen Tag in einem Land, zum Beispiel Afrika. An anderen Orten bleibe ich zwei bis drei Tage, manchmal auch Wochen. Je nach dem, ob ich allein oder zu zweit reise und was es dort zu sehen gibt. In Kabul oder Karachi blieb ich nur fünf Stunden, da ging es nur darum den Stempel zu haben.

Was war Ihr bisher beeindruckendstes Reiseerlebnis?

Zu den schönsten Erlebnissen gehören ein Tag im Angkor Wat in Kambodscha und ein Tag im Monument Valley in den USA. Eines der aufregendsten Erlebnisse war ohne Zweifel in Somalia. Dort bin ich in Mogadischu knapp dem größten Bombenanschlag des Landes mit über 350 Toten entkommen. Eigentlich wollte ich eine Stadttour machen, weil die aber 600 US-Dollar kostete, ging ich in mein Hotelzimmer und fiel bei der Explosion etwa 800 Meter neben mir fast aus dem Bett.

Gab es noch weitere heikle Situationen?

Ja, einige. In Afrika habe ich mir eine schwere Malaria-Tropica eingefangen. Ich musste in Potsdam im Krankenhaus behandelt werden, mein Zustand war wirklich sehr kritisch. Deshalb mein Rat an alle Reisehungrigen: Vorsorge Impfungen und Tabletten sind ein absolutes Muss. Etwas brenzlich war es auch in Tokio, dort schüttete mir jemand vor vier Jahren K.o.-Tropfen in meinen Drink. 20 Stunden später bin ich in meinem Zimmer aufgewacht, Bargeld weg, neues iPhone weg, Kreditkarte weg. Und in der Türkei habe ich beim Schnorcheln in einen Seeigel gefasst, die Stachel mussten sofort raus operiert werden.

Was glauben Sie, wann werden Sie Ihr Ziel, alle Länder und Territorien zu bereisen, erreicht haben?

Ich denke laut Plan im Februar 2019.

Und was kommt dann? Strandleben in Thailand? Oder werden Sie trotzdem weiter reisen?

Strandleben klingt gut. Ich könnte mir durchaus vorstellen, später in Thailand zu leben. Außerdem möchte ich noch die restlichen Territorien bereisen, die wirklich schwer zugänglich sind und 2019 will ich zum Nordpol und zum Südpol. Dann wäre ich wohl der erste Europäer der alle Länder sowie den Nord- und Südpol bereist hat. Wenn ich später mein Wissen über das Reisen weitergeben kann und damit vielleicht auch etwas Geld verdiene, wäre das toll.

Von Christin Schmidt

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