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Havelland Menschenkette gegen noch mehr Windräder
Lokales Havelland Menschenkette gegen noch mehr Windräder
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00:19 13.09.2017
Mit einer Menschenkette protestierten rund 250 Menschen gegen den Bau weiterer Anlagen. Quelle: Wolfgang Balzer
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Nauen

Der Wind wehte kräftig am Sonnabend im Windeignungsgebiet Nauener Platte bei Neukammer. Eingerahmt von mehr als 40 laut surrenden Rotorblättern der Windenergieanlagen trafen sich die Mitglieder der Ketziner Bürgerinitiative Gegenwind (BI) mit der Bundesinitiative Vernunftkraft und der Volksinitiative „Rettet Brandenburg“, um mit einer Menschenkette gegen den Bau weiterer Anlagen an der Stelle zu protestieren.

„198 sind genug. Die produzieren schon jetzt sehr viel mehr Strom, als in das vorhandene Stromnetz eingespeist werden kann“, sagte Jamila Wichniarz von der BI vor etwa 250 Protestierenden. Der Strom könne weder gespeichert noch dahin transportiert werden, wo er gebraucht wird. Dazu fehlten die Stromtrassen, betonte sie unter Beifall. Die Folge sei, dass die Anlagen zeitweilig abgeschaltet werden, die Bürger aber trotzdem für den nicht produzierten Strom in Form von Ausfallprämien zahlen müssten, den die Betreiber erhielten.

„Die Nauener Platte ist ein Beispiel, wie man es nicht machen sollte“, sagte Uwe Feiler (CDU), Mitglied des Bundestages. Er sei nicht gegen die Nutzung der Windenergie, aber Brandenburg habe bundesweit die höchsten Strompreise und die meisten Anlagen. „Die mit dem Bau von Windrädern verbundenen Lasten müssen bundesweit fairer verteilt werden“, rief er den Teilnehmern an der Menschenkette zu, unter ihnen auch eine Reihe ehrenamtlicher Kommunalpolitiker aus betroffenen Gemeinden.

Volkmar Richter (FDP) aus Ketzin/Havel, Direktkandidat für den Bundestag, reihte sich ebenfalls ein. „Solange die Auswirkungen auf die Gesundheit, beispielsweise durch Infraschall, nicht ausreichend geklärt sind und eine Speicherung von Strom bei zeitweiligem Überangebot nicht möglich ist, sollte der weitere Bau von Anlagen nicht gnadenlos forciert werden“, begründete er seine Teilnahme an der Protestaktion. Nikolai Ziegler, Vorsitzender der Bundesinitiative für vernünftige Energiepolitik: „Fast keine Region in Deutschland bleibt von diesem Irrsinn verschont“, rief er den Protestierenden zu und bezog sich darauf, dass die 29 000 Windkraftanlagen in Deutschland eines gemeinsam hätten: Wenn kein Wind wehe, produzierten sie keinen Strom. Er forderte rigoros, keine weiteren Anlagen mehr zu bauen.

Nach Meinung von Axel Kruschat (BUND) tragen die Menschen die größte Verantwortung für den Klimawandel. Deshalb müsse die Energiewende erfolgreich gestaltet werden. Auf der Nauener Platte sei bei der Energiewende Wildwuchs entstanden. Aber das sei besser als gar nichts, auch wenn das kein sauberer Weg wäre, meinte er.

Die Investoren für den Bau von etwa 15 weiteren Anlagen bei Ketzin/Havel, das UKA Meißen, mdp und Rübsamen Windenergie, äußerten sich bereits vor dem Start der Menschenkette schriftlich und warfen der BI vor, nicht an einer Kompromissfindung interessiert zu sein. „Statt den Dialog zu suchen, kooperiert sie mit bundesweit agierenden Lobbygruppen, die für die Verbreitung von Fake News rund um die Windkrafterzeugung bekannt sind.“ Die Zielvorgaben zum Ausbau der erneuerbaren Energien seien noch nicht erreicht. Das wäre aber für das Erreichen der Klimaschutzziele der Bundesregierung notwendig.

Die Investoren sind sich sicher, nach der baurechtlichen Genehmigung weitere leistungsstarke Anlagen in der Ketziner Gemarkung bauen zu können. Sie begründen das mit dem Zuschlag, den die Umweltgerechte Bürgerenergie Ketzin GmbH & Co. KG in einer Ausschreibungsrunde erhalten hat. Zudem betonen sie, dass die Stadt Ketzin zur Anpassung der Bauleitplanung an die Vorgaben der Regionalplanung gesetzlich verpflichtet sei. „Eine Null-Variante, wie sie sich die BI Gegenwind Ketzin wünscht, ist für die Windparkplaner keine Option“.

Sie wollen nunmehr den nach ihrer Meinung politisch gewollten und rechtlich legitimierten Windenergieausbau umsetzen. Immerhin deuten sie ein wenig Kompromissbereitschaft an und „können sich vorstellen, auf die zur Wohnbebauung in den Ketziner Ortsteilen Neu Falkenrehde und Falkenrehde nächstgelegene Anlage zu verzichten.“

Von Wolfgang Balzer

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