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„Merkel“ ist weg – zumindest in Rathenow

Teure Straßenarbeiten „Merkel“ ist weg – zumindest in Rathenow

An 21 Stellen rund um Rathenow hat jemand in Großbuchstaben die drei Worte „Merkel“, „muss“ und „weg“ auf die Straße gepinselt. Karsten Ziehm, Leiter der Straßenmeisterei Rathenow, hat nun seine Mitarbeiter auf den Weg geschickt. Seit Wochenbeginn machen sie an allen Stellen das Wort „Merkel“ unkenntlich.

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Am Mittwoch waren die Mitarbeiter der Straßenmeisterei auf der Landesstraße 96 im Einsatz.

Quelle: Ch. Schmidt

Rathenow. Es dürfte wohl niemandem entgangen sein, dass Unbekannte die Forderung „Bringt den Protest auf die Straße!“ im Westhavelland wörtlich genommen haben. An 21 Stellen rund um Rathenow hat jemand mal mit weißer, mal mit rosa Farbe in Großbuchstaben die drei Worte „Merkel“, „muss“ und „weg“ auf die Straße gepinselt. Einige munkeln, dass die untalentierten Schmierer den „Merkel-muss-Weg“ fordern, was bedeuten würde, dass der Weg der Kanzlerin alternativlos ist. Karsten Ziehm, Leiter der Straßenmeisterei Rathenow, hat es als „Merkel muss weg“ gelesen und dieser Aufforderung kommt er nun nach. Seit Anfang der Woche sind drei seiner Mitarbeiter im Einsatz, um an allen Stellen das Wort „Merkel“ unkenntlich zu machen.

Derweil fragen sich Autofahrer, die von Rathenow in Richtung Stendal fahren, wer „Merel“ ist. Oder hat der Schmierer vor Aufregung hier etwa einen Buchstaben vergessen? Im sozialen Netzwerk Facebook amüsiert man sich über so viel Dummheit und fragt zugleich, wer das bezahlen soll? Das würde auch Karsten Ziehm gern wissen. Mehrere Tausend Euro muss er jetzt ausgeben, um die Schmierereien zu beseitigen. „Inklusive Arbeitsstunden und Materialkosten reden wir hier von einem finanziellen Aufwand in Höhe von etwa 4000 Euro, und das ist noch knapp bemessen“, sagt Karsten Ziehm. Etwa 45 Minuten müssen die Arbeiter pro Einzelstelle einplanen. Das sind bei 21 Flächen fast drei volle Arbeitstage für drei Mitarbeiter. „Letztendlich bezahlen wir das alle“, ärgert sich Ziehm.

Bereits Ende Mai hatte die Straßenmeisterei wegen der politisch motivierten Straßenbeschriftung Anzeige gegen Unbekannt erstattet. Bis jetzt sind die Ermittlungen im Sande verlaufen. Ziehm vermutet, dass es sich um einen Einzeltäter handelt: „Es ist an allen Stellen ein und dieselbe Handschrift, deshalb gehe ich davon aus, dass hinter der Tat eine Person steckt, die die Straßen und Wegweiser beschmiert.“ Insgesamt wurden die Rückseiten von vier Wegweisern großflächig mit dem besagten Spruch versehen. An acht Stellen ist „Merkel“ bereits verschwunden. Zunächst wurde das Wort mit schwarzer Farbe überpinselt, jetzt bringen die Mitarbeiter der Straßenmeisterei Porenfüllmasse auf, was etwas günstiger ist und den Arbeitsaufwand so gering wie möglich hält. „Muss weg“ bleibt allerdings stehen, das spart Geld und letztendlich entspricht es auch der Forderung der Täter.

„Die sollte man wegen Sachbeschädigung zur Kasse bitten“, fordert eine Facebook-Nutzerin. Ziehm plädiert dafür, dass sich die Täter zu erkennen geben und öffentlich sagen, was sie zu sagen haben. „Wo kommen wir denn hin, wenn jetzt jeder seine Botschaft auf die Straße schmiert?“. So viel Mut ist den Tätern kaum zuzutrauen. Sie nehmen lieber einen Imageschaden für die Region in Kauf.

Von Christin Schmidt

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