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Mert (19) braucht einen Lebensretter

Falkensee Mert (19) braucht einen Lebensretter

Der 19-jährige Mert aus Falkensee (Havelland) leidet an einer aggressiven Rückenmarkerkrankung. Seine Mitschüler der Kant-Schule suchen dringend Stammzellenspender und bereiten eine öffentliche Aktion für den 7. Dezember vor.

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Mert, bevor ihn die Krankheit überrannte. Jetzt liegt er isoliert in der Charité.

Quelle: privat

Falkensee. Sie wissen nicht genau, ob sie lächeln sollen für dieses Klassenfoto. Schließlich geht es um Leben oder Tod für ihren Mitschüler. Aber dann ruft einer: „Los, für Mert!“ Und so zeigen sich die 13-Klässler der Kant-Gesamtschule, wie sie sind: jung, fröhlich, aufgeschlossen. Sie zeigen Gesicht und bitten die Havelländer um Mithilfe. Genauer: Sie suchen Stammzellspender und Blutspender, um das Leben ihres Mitschülers Mert zu retten. Am 7. Dezember ist das möglich.

Die Mitschüler von Falkensee bitten die Falkenseer um Hilfe

Die Mitschüler von Falkensee bitten die Falkenseer um Hilfe.

Quelle: Tanja M. Marotzke

Vernichtende Diagnose: aplastische Anämie

Eigentlich war Mert ein gesunder, sportlicher junger Mann. Vor den Herbstferien fühlte er sich unwohl, ging zum Arzt und bekam wie aus heiterem Himmel eine vernichtende Diagnose: aplastische Anämie. Eine Knochenmarkerkrankung, die zu einer Blutarmut und zu einer Schwächung des Immunsystems führt. Nach der Diagnose haben sich die Ereignisse überschlagen, es ging alles ganz schnell. Der Falkenseer Schüler glaubte erst noch, zu Hause die nötigen Klausuren für das Abitur mitschreiben zu können. Aber schon nach wenigen Wochen zeigte sich, dafür reicht die Kraft nicht. Inzwischen liegt Mert auf einer Isolierstation in der Berliner Charité. „Er kann nur noch vermummten Besuch erhalten“, sagt Jack Allum.

Schüler machen sich für Mert stark

Jack kennt Mert seit der ersten Klasse. Beide sind auf die Kästner-Grundschule gegangen, haben sich aus den Augen verloren und sind auf der Kant-Gesamtschule wieder Mitschüler geworden. „Ein passender Stammzellspender könnte das Leben von Mert retten“, sagt Jack. Deshalb war er mit Konstantin und Felix vor ein paar Tagen zur Schulleiterin gegangen. Jack selbst und einige Mitschüler sind in der vergangenen Woche nach Berlin gefahren und haben sich als Stammzellspender registrieren lassen. „Aber, wer fährt nach Berlin, ist es nicht besser, die Aktion direkt in Falkensee zu machen?“, haben sie sich gefragt. Das sahen auch die Lehrer so.

Schulleitung zieht mit

„Wir haben schnell reagiert“, sagt Rektorin Petra Müller. Der Klausurraum wird zum Spendenraum, die fällige Englisch-Klausur wird in der Aula geschrieben. Denn der Mittwoch, der 7. Dezember, ist ein normaler Schultag. „Es war der frühest mögliche Termin“, sagt Karen Voge, die Sport und Geografie an der Schule unterrichtet. Gemeinsam mit der Deutschen Stammzellspenderdatei und dem Deutschen Roten Kreuz wird die Aktion am 7. Dezember durchgeführt. Karen Voge gehört zu denen, die überall in der Stadt für die Aktion trommeln. An anderen Schulen, in Sportvereinen, bei Elternvertretern, bei der Feuerwehr, über Facebook - überall werden Spender gesucht.

Typisierung bei der Aktion kostenfrei

Normalerweise kostet so eine Typisierung 40 Euro, die nicht von den Krankenkassen übernommen werden. „Hier braucht keiner bezahlen“, sagt Petra Müller, das Geld wird über Blutspenden und über den Förderverein der Schule aufgebracht. „Wir werden einen Teil unseres Erlöses vom nächsten Sponsorenlauf für das Stammzellzentrum überweisen.“

Schüler und Lehrer der Kant-Schule wissen, wie die Chancen einer Stammzellen- oder Knochenmarkspende stehen. Aber sie kämpfen um ihren Mitschüler. Wie auch Mert kämpft. Hilfsbereit, liebevoller Bruder, begeisterter Fußballspieler, einer, der nicht aufgibt – so beschreiben sie ihn. Die Sache mit dem Abitur fliegt ihm nicht zu, in der 11. Klasse sah es eher mau aus, aber in der 12. Klasse hatte er durchweg bessere und gute Noten, bloß mit Spanisch wollte es nicht klappen. Nun auf der Zielgeraden wirft ihn die schwere Krankheit aus der Bahn. Mit Hilfe von vielen könnte Mert wieder ins Spiel kommen.

Von Marlies Schnaibel

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