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Metaller streikten bei Mahle in Wustermark

Ölpumpenproduktion ruhte für zwei Stunden Metaller streikten bei Mahle in Wustermark

Gut 50 Mitarbeiter der Firma Mahle im Güterverkehrszentrum Wustermark beteiligten sich am Freitag an einem zweistündigen Warnstreik, zu dem die IG Metall aufgerufen hatte. Weitere Streikaktionen könnten folgen.

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Warnstreik bei der Firma Mahle im Wustermarker Güterverkehrszentrum.

Quelle: Tanja M. Marotzke

Wustermark. Aus den Feuerschalen stieg Qualm auf, aus den Lautsprechern schallte leise Musik, Fahnen und Plakate wurden hoch gehalten, begleitet von den schrillen Tönen der Trillerpfeifen. Etwa 50 Mitarbeiter der Firma Mahle standen am Freitag um 13 Uhr vor den Werkstoren im Güterverkehrszentrum in Wustermark, um ihren Forderungen gegenüber dem Arbeitgeber Nachdruck zu verleihen.

Um 0 Uhr war die Friedenspflicht in der Metall- und Elektroindustrie beendet, so dass die Metaller-Gewerkschaft am Freitag in mehreren Unternehmen in Brandenburg zu Warnstreiks aufgerufen hatte. „Im Landkreis Havelland ist Mahle in Wustermark heute der einzige bestreikte Betrieb, aber es werden weitere folgen, wenn sich die Arbeitgeberseite nicht bewegt“, sagte Bernd Thiele, der als Gewerkschaftssekretär der IG Metall auch für den Standort Wustermark verantwortlich ist.

Neben einer fünfprozentigen Lohnerhöhung fordert die Gewerkschaft außerdem eine Angleichung der Auszubildenden-Vergütung an die in Sachsen sowie deren Ankopplung an das Facharbeiter-Eckentgelt, die in allen anderen Tarifgebieten bereits eingeführt wurde.

Das zuletzt von Arbeitgeberseite vorgelegte Angebot von 2,1-Prozent Lohnerhöhung für 24 Monate und eine Einmalzahlung von 0,3 Prozent bezeichnete der Betriebsratsvorsitzende bei Mahle-Wustermark David Schmidt als „einen Witz“. Und der 38-Jährige, der seit 2003 dem Betriebsrat angehört legte nach: „Die Chefs drehen den Teller immer so, damit sie gut essen können. Das Jammern der Arbeitgeber, wenn Tarifverhandlungen anstehen, kann man schon nicht mehr hören. Wir schaffen doch hier vor Ort die Werte. Wir arbeiten in drei Schichten und an Wochenenden. Also muss es der Firma doch gut gehen.“

Am Standort Wustermark der Firma Mahle werden Ölpumpen für die Autoindustrie hergestellt. Die in den Vorjahren erfolgreiche Produktion von Nockenwellen ist inzwischen ausgelaufen. Derzeit arbeiten bei Mahle 115 Beschäftigte, darunter zwei Auszubildende. „In diesem Jahr sollen zwei weitere Lehrlinge dazukommen“, sagte David Schmidt.

Die Forderung nach fünf Prozent mehr Lohn sei gerechtfertigt, bekräftigte das Wustermarker Betriebsratsmitglied Marcus Leder (39): „Man braucht nur die Inflationsrate und die Mietpreissteigerungen betrachten, dann ist das klar.“ Von den Mitarbeitern bei Mahle werde immer Flexibilität bei der Arbeitszeit verlangt. Nur beim Lohn wirke sich das nicht aus, so Leder. Der Betriebsratsvorsitzende erinnerte daran, dass man bei der Vergütung der Auszubildenden in der Metall- und Elektroindustrie in Berlin/Brandenburg im deutschlandweiten Vergleich auf dem vorletzten Platz liegen. „Ziel ist es, im oberen Mittelfeld zu landen“, erklärte Schmidt.

In dieser Tarifrunde, kündigte die IG Metall an, werde es eine neue Form des Arbeitskampfes geben: Mit 24-Stunden-Warnstreiks will man Druck auf die Arbeitgeber ausüben. Ob es den auch in Wustermark geben wird, ist offen.

Von Jens Wegener

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