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Havelland Hobbyhistoriker sucht Zeitzeugen
Lokales Havelland Hobbyhistoriker sucht Zeitzeugen
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02:19 12.03.2018
Diese Flugzeuge flogen am 14. Januar 1945 über dem Ländchen Rhinow. Bei Luftkämpfen mit Amerikanern stürzten mehrere Maschinen ab. Jetzt versucht Michael Mirschel, die Ereignisse des Tages zu erhellen. Quelle: privat
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Rhinow

Michael Mirschel aus Rhinow ist Hobbyhistoriker. In seiner Freizeit beschäftigen ihn die Ereignisse zum Ende des 2. Weltkrieges im Ländchen Rhinow. Sein Augenmerk richtet er dabei besonders auf den 14. Januar 1945. Nun sucht der Hobbyhistoriker Zeitzeugen, die ihn bei seinen Recherchen helfen, die Ereignisse an jenem Tag für die Nachwelt zu bewahren.

Michael Mirschel ist Hobbyhistoriker und will die Geheimnisse rund um den 14. Januar 1945 lüften. Quelle: Norbert Stein

„Auch von Großeltern überlieferte Berichte können hilfreich sein“, sagt er und bittet um Mithilfe. Worum es geht, über seine bisherigen Recherchen, Hintergründe und Ergebnisse, das hat Michael Mirschel bereits ausführlich zusammengetragen.

Das ereignete sich

Rückblende: Sonntag 14. Januar 1945. Die Mission hat die Nummer 792. Es ist ein kalter, klarer und sonniger Tag im Winter. Um die Mittagszeit befinden sich Kinder auf dem zugefrorenen Kleßener See.

Es passiert nicht jeden Tag. Aber an diesem kalten Tag überfliegen wieder einmal Bomber das Ländchen Rhinow und das Havelland im Großraum Berlin. Und plötzlich ertönt ohrenbetäubender Lärm am Himmel, es fallen Schüsse aus kleineren Flugzeugen, die sich aus Richtung Norden dem Verband der Bomber genähert haben. Der Blick nach oben zeigt brennende Flugzeuge, Soldaten an Fallschirmen und auch Soldaten, die ohne Fallschirm aus den Flugzeugen fallen oder springen.

Zeitzeugen wissen noch Bescheid

73 Jahre danach erinnern sich Zeitzeugen daran – und an andere Details, die sie noch vom 14. Januar 1945 wissen. Bis Januar 2017 waren diese Details in einer Kiste versteckt. Es waren Historiker der DPAA (Defense POW/MIA Accounting Agency), die zum US-Verteidigungsministerium gehören, die mit einer Anfrage diesen Teil der Geschichte wieder in Erinnerung riefen. Diese Organisation ist auf Spurensuche nach Personen, die im Krieg oder bei Auslandseinsätzen von US-Truppen als vermisst eingestuft wurden.

Ein Detailblick auf ein Kampfflugzeug, wie sie 1945 über Rhinow flogen. Quelle: privat

Es gehört zum Selbstverständnis der USA, dass alle gefallenen Kameraden geborgen und, wenn möglich, in die Heimat gebracht werden oder zumindest alles aufgebracht wird, ihr Schicksal zu klären.

Ziel war ein Tanklager

Was war geschehen nun genau am 14. Januar 1945? Damals starteten etwa 370 B-17 „Flying Fortress“ vom Airport der Air Force in Framlingham (England) um Ziele in Deutschland zu bombardieren. 186 B 17 der 390th Bomb Group hatten die Aufgabe, ein Öltanklager in Derben (Elbe) anzugreifen.

Hier befand sich ein geheimes Großtanklager der WIFO (Wirtschaftliche Forschungsgesellschaft) mit dem Tarnnamen „Löwenberg“. Es lagerten – in riesigen Mengen – hochwertige Flugzeugtreibstoffe für die Deutsche Luftwaffe.

Schüsse über dem Ländchen Rhinow

Während der schweren Luftkämpfe über dem Havelland an diesem Tag wurden neun B-17 „Flying Fortress“ sowie zahlreiche amerikanische und deutsche Jäger abgeschossen. Über fast jedes im Krieg abgeschossene Flugzeug gibt es sogenannte MACR (Missing Air Crew Reports), die belegen, in welchen Regionen Flugzeuge abgestürzt sind, wie viele Besatzungsmitglieder dabei ums Leben (KIA) kamen und wie viele gefangen (POW) genommen wurden.

So gibt es Berichte, dass B-17-Bomber in der Nähe von Bartschendorf, Dreetz, Friesack, Garlitz, Görne, Ketzin, Vietznitz und Wachow an diesem Tag abgestürzt sind.

Ortschroniken geben wenig Aufschluss

In den Ortschroniken der Dörfer gibt es nur sehr wenige Informationen aus der Zeit von 1940 bis 1945. Noch schwieriger ist es, heute nach 73 Jahren auf aussagefähige Zeitzeugen zu treffen. Doch es gibt sie noch. Sie kennen und erzählen die Geschichten aus jener Zeit und erinnern sich nach kurzer Zeit an viele Details aus den letzten Monaten des 2.Weltkrieges.

Mivchael Mirschel sucht Zeitzeugen

Um die Lücken zu füllen, die sich um den 14. Januar 1945 ranken, werden noch Zeitzeugen gesucht, welche sich an die Luftkämpfe dieses Tages über der Region erinnern. Vielleicht kennt jemand noch einen Ort, an dem ein Bomber abgestürzt ist. Denn tatsächlich finden sich immer wieder Überreste der Luftkämpfe. Spektakulär war das, was im Sommer 1998 versucht wurde. Vielleicht erinnern sich einige Bewohner der Region daran, wie in Strodehne versucht wurde, eine ME 109 (Messerschmitt) auszugraben.

Ein Großteil der Maschine wurde später von der Bundesregierung beschlagnahmt und im Luftfahrtmuseum Finowfurt sichergestellt. Es hat sich auch erst jetzt herausgestellt, dass diese Maschine an dem Luftkampf vom 14. Januar 1945 beteiligt war.

Genaue Dokumentation ist das Ziel

Eine gezielte Aufklärung von Vermisstenschicksalen ist das Ziel solcher Dokumentationen. Das Auffinden von Absturzstellen liegt im Interesse von Denkmalpflege und Forschung. Diese Absturzstellen sind als Kriegsgräber zu betrachten und somit ist jegliches Ausgraben von irgendwelchen Teilen verboten.

In Michael Mirschel ist indes der Forschergeist erwacht. Er wartet gespannt auf die Reaktion seines Suchaufrufes. „Es wird interessant sein zu hören, was damals passiert ist und natürlich soll die Nachwelt davon erfahren.“

Von Norbert Stein

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