Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 6 ° wolkig

Navigation:
Michael Morgner in der Villa am See

Premnitz Michael Morgner in der Villa am See

Der Künstler Michael Morgner schenkt der Villa am See einen 14-teiligen Zyklus. Die drei mal sechs Meter großen Kunstwerke unter freiem Himmel ziehen schon jetzt alle Blicke auf sich. Am 15. Juli wird der „Codex Morgner“ im Rahmen des Sommerfestes in der Villa einem großen Publikum vorgestellt. Leichte Kost sollten die Gäste aber nicht erwarten.

Voriger Artikel
Projekt Stadtbad Nauen wird teurer als geplant
Nächster Artikel
Romeo und Julia im Havelland

Zwei der insgesamt 14 Werke, die jetzt auf dem Gelände der Villa am See stehen. Am 15. Juli ist der Künstler Michael Morgner selbst vor Ort.

Quelle: Christin Schmidt

Premnitz. Demnächst werden Werke des Künstlers Michael Morgner im Moma, dem Museum of Modern Art in New York zu sehen sein. Doch bevor diese Ausstellung eröffnet wird, dürfen sich die Havelländer intensiv seinem Werk widmen. Rund einhundert Arbeiten des renommierten Künstlers werden in der Villa am See in Premnitz gezeigt. Darunter auch eine ganz neue, außergewöhnliche Arbeit, die zur Eröffnung des Sommerfestes am 15. Juli präsentiert wird: 14 Bilder, je fünf mal drei Meter groß, die das Handeln der Menschen im 20. Jahrhundert thematisieren.

Morgner ist mit den Hausherren der Villa, Stefan und Ulrike Behrens, freundschaftlich verbunden und seine Arbeit ein Geschenk an das Paar und an die Region. Es ist ein echtes Mammutwerk sowohl in künstlerischer als auch in logistischer Hinsicht. Acht Jahre seines Lebens hat Morgner investiert und sich mit einem sehr ernsten Thema auseinandergesetzt. Der „Codex Morgner“, so der Titel, zeigt 14 Stationen des Seins, die für einen Kreuzweg des 20. Jahrhunderts stehen.

Von der Kreuzigung bis zur Auferstehung

Morgner beginnt dort, wo die Tradition üblicherweise endet: mit der Kreuzigung. Der Tod ist hier also nicht das Ende des Leidensweges, sondern der Anfang. Morgner setzt sich zunächst mit dem Aussondern eines einzelnen Menschen aus der Gesellschaft und dessen Tötung auseinander. Der Vernichtung des Individuums stellt er dann den größten gesellschaftlichen Massenmord gegenüber. Nach diesem Prinzip ist der gesamte Zyklus aufgebaut, alle Arbeiten stehen in einem Dialog.

Die Idee dazu stammte von Stefan und Ulrike Behrens. „Wir hatten ihm erklärt, das wir Interesse an einem Zyklus zum Umgang des Menschen mit dem Menschen im 20. Jahrhundert haben. Dieses Thema interessiert auch ihn “, erinnert sich Behrens.

Von Chemnitz nach Premnitz transportiert

Damals hatte das Paar die Villa in Premnitz noch nicht bezogen. Erst 2011 kam der Gedanke auf, die Arbeiten nach draußen in die Natur zu bringen. Das gefiel auch dem Künstler, denn damit ist nun gewährleistet, dass die Werke rund um die Uhr zu sehen sind. „Wichtig ist zudem, dass die ständig wechselnden, natürlichen Lichtverhältnisse die Bilder verändern. Dadurch werden immer wieder andere Teile betont. In einer Galerie würden diese Werke den Betrachter schlichtweg erschlagen“, erklärt Stefan Behrens.

Ulrike und Stefan Behrens vor ihrer Villa am See in Premnitz

Ulrike und Stefan Behrens vor ihrer Villa am See in Premnitz.

Quelle: Christin Schmidt

2008 begann Morgner mit der Arbeit, 2016 schloss er sein Werk ab. Was danach folgte war ein logistischer Kraftakt. Die 14 großformatigen Werke mussten zunächst unbeschadet von Chemnitz nach Premnitz transportiert und dann in sieben verglaste, doppelseitige Rahmen installiert werden - jeweils zwei Werke im Dialog in einem Rahmen. Die überdimensional großen Vitrinen sind nun so gestellt, dass sie später als „Schaufenster“ für die Kunsthalle dienen, die Stefan Behrens noch errichten möchte. Er sit sich sicher: „Solche Kunstwerke in der Natur, im Freien, das gibt es nicht noch einmal.“

250 haben sich zum Sommerfest in der Villa am See angekündigt

Mit dem Ausgangswerk des Zyklus, der „Schwarzen Kreuzigung“, beschäftigte sich der Regisseur Ullrich Kafka intensiv und drehte dazu einen Film, der den Gästen zum Sommerfest gezeigt wird. Sogar ein eigenes Musikstück entstand zu dem Bild. Auch das soll am 15. Juli uraufgeführt werden. Das Thema des Sommerfestes lautet in diesem Jahr:„Sed semper amabo – Immer werde ich lieben“.

Die Zeile stammt aus einem Lied von Schubert, das am Abend im Rahmen eines Open Air Konzerts zu hören ist. „Das Thema spiegelt zugleich auch das wieder, was dem Künstler Michael Morgner sehr wichtig ist: Das Zusammenleben der Menschen untereinander. Ohne Liebe gäbe es nichts. Selbst der Künstler könnte nicht arbeiten, ohne dass ihn die Muse küsst. Die Liebe ist lebenswichtig“, betont Behrens.

250 Besucher haben sich bereits zum Sommerfest angekündigt, darunter zahlreiche Künstler, Kunsthistoriker, Kunsthändler aus dem gesamten Bundesgebiet und dem Ausland. Ausdrücklich sind auch interessierte Havelländer eingeladen. „Wir sind ein offenes Haus“, betont der Kunsthistoriker Behrens.

Das Sommerfest in der Villa am See

Das Fest beginnt am 15. Juli um 16 Uhr mit der Ausstellungseröffnung des Codex Morgner.

Anschließend spielt Pianist Ronny Kaufhold Werke von Sergej Rachmaninow.

Außerdem werden Filme gezeigt und um 17.15 Uhr gibt es einen Rundgang mit Michael Morgner.

Der Eintritt zum Sommerfest ist frei.

Um 20 Uhr beginnt das Open Air Konzert, die Karten dafür kosten 15 Euro.

Von Christin Schmidt

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Havelland
MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg