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Havelland Mikado-Verein: Sorge um Jugendprojekte
Lokales Havelland Mikado-Verein: Sorge um Jugendprojekte
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11:18 05.11.2013
Regelmäßig veranstaltet der Verein Mikado ein Sommerferienlager im Schwimmbad in Nauen. Quelle: Archiv
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Wenn es um Jugendarbeit in der Stadt Nauen geht, kommt man an Mikado nicht vorbei. Der Verein kümmert sich um sehr viele Projekte für Kinder und Jugendliche. Doch ein Großteil davon ist demnächst gefährdet – meint jedenfalls Vorsitzender Raimond Heydt. Spätestens dann, wenn im Februar nächsten Jahres sechs geförderte und von der Stadt kofinanzierte Stellen auslaufen, werde es eng. „Dann steht unsere Mitarbeiterin Anke Bienwald allein da“, sagt er.

Damit genau das nicht passiert, die Arbeit kontinuierlich weitergehen kann, hatte Mikado bei der Stadt die Finanzierung einer weiteren Stelle beantragt, was jedoch vom Bildungsausschuss abgelehnt worden war. „20 000 bis 25 000 Euro bräuchten wir für 2014. Das ist das Minimum, um die Kinder- und Jugendarbeit zu erhalten“, sagt Heydt. Aus Eigenmitteln könne man es jedenfalls nicht bezahlen. „Wir wissen sonst nicht, wie wir die Arbeit weitermachen sollen“, so Heydt. Gefährdet seien unter anderem die Jugendberatung, alle Kooperationen mit Schulen und Kitas, auch die Geschichtswerkstatt.

Heydt kritisiert zudem, dass die Stadt dem Verein zuletzt nicht mehr die Mittel für die Kinder- und Jugendarbeit – pro Jahr 10 000 Euro – bereitgestellt hat. 2012 sei das Geld in das Mehrgenerationenhaus geflossen, und 2013 sei nun das zweite Jahr ohne Mittel für die Jugendarbeit.
Den dadurch entstehenden Eindruck, dass Nauen an der Jugendarbeit spart, wies indes Bürgermeister Detlef Fleischmann unlängst zurück. „Es entspricht nicht der Wahrheit, dass Nauen die Zuschüsse kürzt.“ Vielmehr bekomme Mikado einen hohen fünfstelligen Betrag. „Wir werden nicht alle Stellen, die wegfallen, kompensieren können“, so der Bürgermeister. Man werde die Jugendarbeit in der Stadt neu koordinieren, kündigte er an, „aber es gibt noch mehr Vereine als Mikado“.

„Neue Konzepte sind gefragt“, sagte auch Ralf Türpitz, zuständig für den Bereich Bildung und Soziales in der Stadtverwaltung. Dazu soll ab 1. Januar eine Koordinatorin ihre Arbeit aufnehmen, „mit dem Ziel, ein neues Konzept für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen in der Kernstadt Nauen und in den Ortsteilen zu erarbeiten“, sagt Türpitz. Auch ehrenamtliches Engagement werde dabei ein Bestandteil sein. Diesbezüglich hob er beispielhaft den Bürgerverein Markee, den Jugendklub Groß Behnitz und den Heimatverein Ribbeck hervor.

Laut Türpitz sei die Stadt ohnehin der falsche Ansprechpartner, wenn es um die Einrichtung einer weiteren Stelle geht. Vielmehr sei der Landkreis die richtige Adresse, bei dem die Stadt im Oktober eine weitere Stelle beantragt habe. Dieser Weg stehe auch Mikado offen, meint Türpitz.
Wie er weiter sagte, habe die Stadt Nauen dem Verein für dieses Jahr insgesamt 80 000 Euro zur Verfügung gestellt, außerdem nutze er das Haus der Begegnung in der Ketziner Straße mietfrei. Der Fachbereichsleiter weist außerdem darauf hin, dass sich der Zuschuss an Mikado für die Bibliotheksarbeit seit September 2013 von 100 auf 170 Prozent erhöht hat.

„Diese Erhöhung ist auch durchaus positiv zu bewerten“, räumt der Mikado-Chef ein. Er hat auch nichts dagegen, dass ein neues Konzept erarbeitet wird, aber er glaubt, dass dem Verein die Zeit davon läuft. „Viele Projekte gehen kaputt, wenn wir die Arbeit ein halbes Jahr unterbrechen“, sagt Raimond Heydt.

Von Andreas Kaatz

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