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Havelland Milcafea will neue Produktionshalle bauen
Lokales Havelland Milcafea will neue Produktionshalle bauen
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18:20 05.07.2016
Hygiene ist Pflicht bei Milcafea – deshalb die Verkleidung. Auch Finanzminister Christian Görke – hier mit Betriebsleiterin Martina Scheider in einer Produktionshalle – musste im vergangenen Jahr Kittel und Mützchen überziehen. Quelle: Markus Kniebeler
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Rathenow

Das Rathenower Unternehmen Milcafea will seine Produktionskapazitäten erweitern. Nach Auskunft von Betriebsleiterin Martina Scheider soll noch in diesem Sommer mit dem Bau einer rund 1200 Quadratmeter großen Produktionshalle begonnen werden. Läuft alles nach Plan, wird bereits Anfang des kommenden Jahres der Betrieb in der neuen Produktionsstätte aufgenommen.

Mindestens sieben neue Arbeitsplätze entstehen nach Auskunft Scheiders durch die Investition. Am Montagabend stellte sie die Pläne im Rathenower Bauausschuss vor. Ihre Ausführungen überzeugten die Abgeordneten. Die entsprechende Beschlussvorlage zur Errichtung der Halle wurde ohne Gegenstimme angenommen. Ähnlich klar dürfte die Entscheidung der Stadtverordneten ausfallen, denen die Vorlage am Mittwochnachmittag zur Abstimmung vorgelegt wird.

Mit der neuen Produktionslinie betritt das Unternehmen, das auf die Herstellung löslicher Kaffeegetränke spezialisiert ist, Neuland. In der Halle sollen Cappuccino-Kapseln hergestellt werden – jene aromaversiegelten Mini-Kaffee-Portionen, die in speziellen Maschinen tassenweise für Kaffeegenuss sorgen. Man wolle mit der Investition in den Markt der Kaffeekapseln einsteigen, der seit einigen Jahren steigende Wachstumsraten verzeichne, so die Betriebsleiterin.

Die neue Produktionshalle soll auf dem Milcafea-Firmengelände in der Kopernikus-/Cafeastraße an eine bereits stehende Lagerhalle angebaut werden. „Der Zeitplan ist ehrgeizig“, gab Martina Scheider in der Bauausschusssitzung zu. Aber wenn man in dem Kapselmarkt mitspielen wolle, dürfe man keine Zeit mehr verlieren.

Bekenntnis zum Produktionsstandort Rathenow

Scheider berichtete, dass innerhalb der Cafea-Firmengruppe, die ihren Hauptsitz in Hamburg hat, auch andere Standorte für die neue Produktionslinie im Gespräch gewesen seien. Der Zuschlag für Rathenow könne als Wertschätzung für die hier geleistete Arbeit betrachtet werden und sei zugleich ein Bekenntnis zur Zukunft des Standortes. Sollte der Einstieg in das Geschäft mit den Kaffeekapseln erfolgreich sein, hat das Rathenower Unternehmen übrigens noch Platz zu expandieren. Bis zum Nordbahnhof reicht das Firmengelände. Da passt noch die eine oder andere Halle hin.

Die Frage nach der Lärmbelastung beantwortete Martina Scheider mit dem Hinweis auf ein Lärmgutachten. Dieses habe ergeben, dass die Geräuschbelastung am Tage um 15 Dezibel unter dem zulässigen Wert liegen werde. Der gesetzlich festgelegte Nachtwert werde um 7 Dezibel unterschritten. Was den Lieferverkehr angehe, werde es zu keinen zusätzlichen Fahrten kommen. Der angestrebte An- und Abtransport von Waren der neuen Produktionslinie könne mit dem bestehenden Verkehr erledigt werden.

Spezialist für löslichen Kaffee

Die Rathenower Firma Milcafea wurde 1993 gegründet, als Produktionsstätte der Hamburger Cafea GmbH, deren Ursprünge bis ins Jahr 1896 zurückreichen.

Ursprünglich hieß das Rathenower Unternehmen „Deutsche Milcafé”, wurde aber vor drei Jahren aus Anlass des 20. Geburtstages in Milcafea umbenannt. Das letzte Stück der Kopernikusstraße, die zum Betriebsgelände führt, heißt seit dem Herbst 2008 Cafeastraße.

Produziert werden lösliche Kaffeegetränke — etwa Cappuccino, Eiskaffee oder Wiener Melange — die in die ganze Welt exportiert werden. Die Firma beschäftigt derzeit 136 Mitarbeiter. Gearbeitet wird, je nach Auftragslage, im Drei- oder Vierschichtsystem.

Von Markus Kniebeler

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