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Milch ist für Bauern ein Minusgeschäft

1000 Euro Verlust pro Kuh Milch ist für Bauern ein Minusgeschäft

Vom „weißen Gold“ kann schon lange keine Rede mehr sein: Milch ist Bauern ein Minusgeschäft. Für die Agrargenossenschaft in Stölln (Havelland) kann der derzeitige geringe Milchpreis existenzbedrohend werden. Lediglich die Futter- und Betriebskosten können annähernd gedeckt werden, der Lohn für die Mitarbeiter aber nicht.

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Kühe im Stöllner Stall.

Quelle: Stein

Stölln. Vom „Weißen Gold“ reden Landwirte schon lange nicht mehr, wenn es um die Milch geht. Im Gegenteil: Für die Agrargenossenschaft (AG) Stölln kann der geringe Milchpreis sogar existenzbedrohend werden. Die Milch steckt in einer tiefen Krise, die den Landwirten zunehmend wirtschaftliche Probleme bereitet.

Von 48 Arbeitsplätzen der Agrargenossenschaft (AG) Stölln sind rund 70 Prozent in unterschiedlicher Form abhängig von der Milch. 2000 Hektar zu bewirtschaftende Fläche und 1000 Milchkühe sind das wirtschaftliche Rückgrat der Agrargenossenschaft. 1,4 Millionen Euro haben die Stöllner Landwirte vor zehn Jahren in die Milchproduktion mit einem neuen Melkzentrum und Stallsanierungen investiert.

1,5 Millionen Euro sollten investiert werden

2014 sollten weitere 1,5 Millionen Euro in die Zukunft der Milch in Stölln investiert werden. Weil der Milchpreis deutlich gesunken war, wurden die Pläne in den Schrank gelegt, wo sie heute noch liegen und auch bleiben. Der Milchpreis hat sich nicht erholt.

Im Gegenteil, der Preis für Milch ist weiter gesunken und liegt derzeitig unter 25 Cent für den Liter. Die Tendenz geht in Richtung 20 Cent, erklärt Geschäftsführer Detlef Ebert. Dies ist ein Grund, warum die AG Stölln zumindest vorerst nicht weiter in die Milch investiert.

Wirtschaftlich nicht zu erklären

In dieser Situation Geld in die Milchproduktion zu stecken, sei wirtschaftlich nicht zu verantworten und könne man auch keinem Gesellschafter plausibel machen, sagt Detlef Ebert angesichts der Preisentwicklung. Die Milch ist für die Landwirte zum Minusgeschäft geworden.

2015 hat die AG Stölln 600 Euro pro Milchkuh Verlust gemacht. Für 2016 rechnet der Geschäftsführer sogar mit 1000 Euro Verlust pro Kuh, weil der Preis, den die Bauern für die Milch bekommen, in den letzten Monaten weiter gesungen ist und sich auch keine Besserung abzeichnet. Der derzeitige Milchpreis deckt in der AG Stölln lediglich annähernd die Futter- und Betriebskosten, den Lohn für die Mitarbeiter aber nicht.

Geschäftsführer Detlef Ebert

Geschäftsführer Detlef Ebert.

Quelle: Stein

„Wir arbeiten praktisch umsonst. Geld verdienen mit der Milch kann man nicht“, erklärt Detlef Ebert die finanziellen Auswirkungen des Preiszerfalls. Das Minusgeschäft mit der Milch kann sich kein Betrieb auf Dauer leisten. Der AG Stölln räumt der Geschäftsführer eine maximale Frist von 24 Monaten ein. Ist der Preis bis dahin nicht in Ordnung, müssen grundsätzliche Entscheidungen zur weiteren wirtschaftlichen Ausrichtung der Agrargenossenschaft getroffen werden, erläutert der Geschäftsführer den Weg für die kommenden zwei Jahre.

Die Probleme der AG Stölln und damit die aller havelländischen Milchbauern schilderte Detlef Ebert Brandenburgs Ministerpräsidenten Dietmar Woidke am Montagabend auf einer öffentlichen Versammlung des SPD-Ortsverbandes Rhinow, zu der Woidke mit dem Landratskandidaten seiner Partei, Martin Gorholt, nach Rhinow gekommen war. Als wesentliche Ursachen für den niedrigen Milchpreis nannte Woidke einen Rückgang der Exporte nach China und das Exportembargo nach Russland. „Statt über Russland zu reden, sollten wir wieder mehr mit Russland sprechen“, sagte der Ministerpräsident in Anerkennung der von Detlef Ebert geschilderten Probleme.

Von Norbert Stein

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