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Havelland Frischer geht’s nicht: Tietzow hat eine Milchtankstelle
Lokales Havelland Frischer geht’s nicht: Tietzow hat eine Milchtankstelle
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19:50 20.03.2018
Geschäftsführerin Karin Beuster in ihrer Tietzower Milchtankstelle. Quelle: Jens Wegener
Tietzow

„Man hält die Flasche etwas schräg, wie beim Bierzapfen“, sagt Karin Beuster und drückt auf den Knopf des Automaten. Sofort läuft die Milch. Nur wenige Sekunden dauert es, bis die Ein-Liter-Falsche voll ist.

„Und keine Angst, der Automat weiß, was ein Liter ist und stoppt rechtzeitig“, ergänzt die Geschäftsführerin der Tietzower Luch Agrar GmbH.

Vor knapp sieben Jahren hat der landwirtschaftliche Betrieb die erste und bislang einzige Milchtankstelle im Osthavelland eröffnet. Frei nach dem Motto: „Mit dieser Milchtankstelle werden wir nicht reich, aber bekannter.“

Rein äußerlich schaut sie aus wie ein kleines Gartenhäuschen. Innen aber steht, neben einer Sitzbank, ein moderner Getränkeautomat, spezialisiert auf den weißen Kuhsaft.

Hohe Bekömmlichkeit gelobt

„Die Milch ist so frisch und naturbelassen, wie sie aus der Kuh kommt“, erklärt Karin Beuster den Vorteil gegenüber den Sorten, die in den Regalen der Supermärkte zu finden sind. Sie nennt es Rohmilch, die mindestens 3,8 Prozent Fett und mindestens 3,2 Prozent Eiweiß enthält.

„Sogar Leute mit Laktoseintoleranz hätten ihrem Betrieb schon E-Mails geschrieben, in den sie die gute Verträglichkeit und Bekömmlichkeit loben“, so Beuster.

Jeden Tag werden die beiden 45 Liter-Behälter in der Tietzower Milchtankstelle mit Rohmilch aufgefüllt. Kunden können sich entweder einen halben oder einen Liter (1 Euro) abfüllen, müssen die Flaschen kaufen (1 Euro) oder eigene mitbringen.

Geöffnet ist das Holzhäuschen an der Landstraße am Ortseingang Tietzow, von Börnicke kommend, an sieben Tagen in der Woche von 6 bis 19 Uhr.

In zwei Supermärkten präsent

Während sich die Investition in die Milchtankstelle auf dem Betriebsgelände in Tietzow mit rund 13 000 Euro noch in Grenzen hielt, hat Karin Beuster zuletzt weiter tiefer in die Firmenkasse gegriffen. „Wir haben sozusagen zwei Außenstellen in Supermärkten, wo wir unsere Frischmilch anbieten. Der eine Automat steht bei Edeka in der Brandenburger Straße in Werder, der zweite und jüngste bei Kaufland im Havelpark in Dallgow.

Rund 100 000 Euro haben die Geräte, inklusive Spülanlage, einer Kühlwanne, einem Kühlauto und dem Pasteurisierer gekostet. Letzterer war nötig, weil „wir in den Supermärkten keine Rohmilch sondern nur pasteurisierte Frischmilch anbieten dürfen“, erklärt die Geschäftsführerin.

Das ganze laufe so ab: Die gemolkene Milch kommt gekühlt in den Pasteurisierer, wird in etwa 20 Sekunden auf 72,5 Grad erhitzt, anschließend wieder runter gekühlt auf etwa 4 Grad. Dann wird die Milch in 200-Liter-Tanks gefüllt und auf ein firmeneigenes Kühlfahrzeug verladen, das die Supermärkte beliefert.

Derzeit gibt es die Touren montags, mittwochs, donnerstags und freitags, abhängig von der Nachfrage.

Der Milchzapfautomat im Havelpark Quelle: privat

„In Dallgow verkaufen wir im Moment zwischen 80 und 85 Liter pro Tag“, sagt Karin Beuster. Nicht zuletzt hatte sich sogar der Verband pro agro mit Sitz in Paaren im Glien für den Standort bei Kaufland in Dallgow stark gemacht und den Kontakt vermittelt.

Fallende Milchpreise bremsen Investitionen

Trotz dieser Erfolge hat der Tietzower Betrieb natürlich auch mit fallenden Milchpreisen zu kämpfen. „Im Moment bekommen wir rund 32 Cent pro Kilogramm, eigentlich brauchen wir 40 Cent, um eine Vollkostenabdeckung zu erreichen.“

Deshalb, so die Geschäftsführerin weiter, sei es nicht möglich in die Ställe und die Außenanlagen in Tietzow zu investieren. „Wir leben von der Substanz.“

Von Jens Wegener

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