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Millionen-Zuschuss schockt Abgeordnete

Falkensee Millionen-Zuschuss schockt Abgeordnete

Die Falkenseer Abgeordneten von CDU und Grüne zögern, Bürgermeister Müller drängt aufs Tempo, wenn es um den Bau des Falkenseer Hallenbades geht. Die Abgeordneten wollen angesichts eines vorausgesagten Zuschusses von einer Million Euro pro Jahr genauer nachrechnen.

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Bis in Falkensee die Meerjungfrauen ins Hallenbad tauchen können – wie hier in Oranienburg – wird noch etwas Zeit vergehen.

Quelle: Enrico Kugler

Falkensee. Da werden alle Abgeordneten Bauchschmerzen haben, vermutet Daniela Zießnitz. Die Falkenseer CDU-Fraktionsvorsitzende hat sie jedenfalls, angesichts der einen Million Euro, die als jährlicher Zuschuss der Stadt für die Betreibung eines Hallenbades vorausgesagt wird. Am Mittwochabend war noch einmal lang und heftig über das „Wie geht’s weiter beim Hallenbad?“ im Hauptausschuss diskutiert worden. Wobei einige Abgeordnete die Grundsatzfrage, ob Falkensee sich so ein Bad überhaupt leisten kann, aufgemacht haben.

Die Diskussion bezog sich auf den Workshop vor einer Woche, als die Meinung der Bürger zum Standort und zum Offenhalten des Waldbades gefragt worden war. Der Workshop war von vielen als positiv und gut strukturiert bewertet worden. „Die Diskussion war sehr gut, es wurden sachlich Argumente ausgetauscht“, sagte Margot Kleinert, Vorsitzende des Seniorenbeirates. Die große Mehrheit sprach sich auf dem Workshop für den Bau eines Bades am Seegefelder Bahnhof aus und lobte die dortige Verkehrsanbindung. Die Mehrheit möchte auch später den Sommerbetrieb des Waldbades wie bisher offenhalten.

Der Workshop an sich war gut, bestätigte auch Daniela Zießnitz, allerdings waren vor allem ältere Bürger gekommen. Sie kritisiert jedoch den Zeitpunkt der Bürgerbefragung: „Der Zeitpunkt war falsch, er war zu früh gewählt“, bemängelte sie. Noch fehlt Klarheit über die Rahmenbedingungen. „Es wird ein Erwartungsdruck aufgebaut, als ob schon alles beschlossen wäre.“ Für sie ist da noch vieles nicht klar. Sie fordert, dass erst geklärt wird, welche Auswirkungen das Hallenbad auf andere Einrichtungen der Stadt hat. Nicht nur auf das Waldbad, sondern auch auf Einrichtungen wie Bibliothek oder Museum. „Wir müssen alle freiwilligen Aufgaben anblicken, ob es da dann noch weitergeht oder die Entwicklung stagnieren muss“, sagte sie.

Amid Jabbour (FDP) verwies zudem darauf, dass der Stand von Kitas und Schulen ständig verbessert werden müsse. Er sprach sich deutlich dagegen aus, dass die Kommune ein solches Bad baut. Er forderte stattdessen, auf die Suche nach einem privaten Investor zu gehen. „Genau das hat seit 26 Jahren schon nicht geklappt“, sagte Bürgermeister Heiko Müller (SPD). Gerade deshalb setzt er auf den Einsatz der Stadt. „Falkensee ist schuldenfrei, wir können uns so ein Bad leisten“, sagte er. Natürlich sei das kein finanzieller Spaziergang. „Mit den Zuschüssen liegen wir über dem, was wir erwartet haben“, sagte er mit Blick auf die Zahlen des Gutachtens.

Das Gutachten war vom Büro KplanAG aus dem bayerischen Abensberg vorgelegt worden. Die dort genannten Zahlen werden von einigen Abgeordneten als „relativ optimistisch“ bewertet. Ursula Nonnemacher (Grüne) sprach sich dafür aus, die Zahlen zu überarbeiten, ehe weiter entschieden werden kann. Sie befand die in der Studie genannten Eintrittsgelder von 7,90 Euro für einen dreistündigen Besuch als zu hoch. Nach ihrer Meinung müsste da nachgerechnet werden.

„Mit dieser Diskussion wird wieder an den Grundfesten gerüttelt, ob wir überhaupt ein Hallenbad bauen“, bewertet Margot Kleinert enttäuscht die Debatte über die Kosten, Zuschüsse und mögliche Eintrittsgelder.

Bürgermeister Heiko Müller will in die Stadtverordnetenversammlung am 1. März eine Beschlussvorlage zum Standort eines Bades an der Seegefelder Straße einbringen. Dann könne auch ein für das Vorhaben erforderlicher Bebauungsplan angeschoben werden. Die Frage, ob das Waldbad später neben einer Schwimmhalle noch geöffnet werden kann, will er jetzt nicht beantworten. 150 000 Euro Zuschuss erhält das Bad an der Salzburger Straße pro Jahr aus der Stadtkasse. Es ist in den Sommermonaten geöffnet. Wie es dort weitergeht, das könne nach Ansicht von Müller später entschieden werden, wenn das Hallenbad am Netz ist und endgültige Klarheit über Kosten und Zuschüsse besteht.

Die Konzeptstudie der KplanAG kann komplett im Internet eingesehen werden. Über die Internetseite der Stadt Falkensee sind unter dem Stichwort „Hallenbad“ viele Informationen zu finden.

Von Marlies Schnaibel

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