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Jugendherberge bald Unterkunft für Flüchtlinge?

„Carl Bolle“ im Milower Land Jugendherberge bald Unterkunft für Flüchtlinge?

In der Gemeinde Milower Land (Havelland) hält sich das Gerücht, dass die Jugendherberge „Carl Bolle“ eine Unterkunft für Flüchtlinge werden soll. Deren Leiterin, der Bürgermeister und der Landkreis sind sich einig: Solche Pläne gibt es nicht. Der Jugendherbergsverband hält allerdings dagegen.

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In jedem Sommer finden in der Milower Jugendherberge Sprachlernkurse für ausländische und deutsche Kinder statt.

Quelle: Bernd Geske

Milow. Ziehen bald Flüchtlinge in die Milower Jugendherberge „Carl Bolle“? Deren Leiterin Manuela Krüger-Gluchowski reagiert leicht genervt. „Nein“, teilt zu kurz angebunden mit, „es gibt keine Ambitionen, die Jugendherberge mit Asylbewerbern zu belegen.“ Die Vermutungen und Gerüchte, die sich hartnäckig in der Gemeinde halten, kennt sie nur allzu gut. Es geht sogar die Rede, die Turnhalle der Milower Inge-Sielmann-Grundschule solle eine Unterkunft für Asylbewerber werden. Milower-Land-Bürgermeister Felix Menzel (SPD) bestätigt: Ja, er kenne die Gerüchte, er sei selbst schon wiederholt von Bürgern darauf angesprochen worden. Aber nein: Weder für die Jugendherberge noch für die Turnhalle gebe es gegenwärtig Pläne, sie zu Unterkünften für Flüchtlinge zu machen.

Im September gab es eine Anfrage des Kreises an den Herbergsverband

Vom Landkreis Havelland, der für die Unterbringungen von Asylbewerbern zuständig ist, teilt dessen Pressesprecherin Bianca Lange auf Anfrage mit: „Dem Landkreis sind keine Pläne bekannt, die Jugendherberge in Milow zur Unterbringung von Asylbewerbern zu nutzen.“ Das ist alles durchaus richtig, doch trotzdem gibt es handfeste Gründe für die nicht enden wollenden Gerüchte. Eigentümer der Herbergs-Immobilie ist die Gemeinde. Doch deren Betreiber ist der Jugendherbergsverband Berlin-Brandenburg, der unter anderem auch für „Carl Bolle“ in Milow einen langfristigen Pachtvertrag hat. „Wir hatten im September eine Anfrage des Landkreises Havelland“, sagt Burkhard Helle, der Vorstandsvorsitzende des Herbergsverbandes, „ob es möglich ist, in unserer Milower Herberge Flüchtlinge unterzubringen.“ Diesem Ansinnen habe der Verband aber nicht zugestimmt.

Die Jugendherberge „Carl Bolle“ in Milow

Die Jugendherberge „Carl Bolle“ in Milow hat eine Kapazität von 86 Betten.

Die Villa ließ der in Milow geborene und in Berlin tätige Unternehmer Carl Bolle 1871 als seine Sommerresidenz errichten.

In den 1950-er Jahren wurde das Gebäude in eine Jugendherberge umgewandelt.

2002 erhielt die Herberge den Namen „Carl Bolle“. Von 2008 bis 2010 wurde sie umfassend saniert und modernisiert.

Man habe aber begonnen, erklärt Burkhard Helle dann, in einigen Häusern alleinreisende minderjährige Flüchtlinge unterzubringen. Das Beherbergen von Jugendlichen, auch aus dem Ausland, sei ja das Geschäft des Verbandes. Dazu passten die minderjährigen Flüchtlinge gut. Von seinen 17 Herbergen, die Landesverband Berlin-Brandenburg betreibt, habe er an drei Berliner Standorten und einem in der Märkischen Schweiz bislang insgesamt 205 Betten für alleinreisende minderjährige Flüchtlinge zur Verfügung gestellt. Das sei aber nur übergangsweise und für kurze Zeiträume möglich. Denn so etwa im März ende die über Winter eher belegungsschwache Zeit. „Wir haben natürlich die Verpflichtung“, betont Burkhard Helle, „die Vorbuchungen unserer Kunden zu berücksichtigen.“ Die Jugendherberge in Milow sei gegenwärtig also tatsächlich nicht als Unterkunft für Flüchtlinge vorgesehen.

Von Bernd Geske

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