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Milower Land Buckower See soll wieder fließen
Lokales Havelland Milower Land Buckower See soll wieder fließen
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14:45 11.02.2019
Winfried Rall, Chef des Wasser- und Bodenverbandes Untere Havel/Brandenburger Havel, am Ufer des Buckower Sees. Quelle: Markus Kniebeler
Buckow

Der Buckower See soll wieder einen Ablauf bekommen. Rund 220 000 Euro wird das Land Brandenburg für dieses ökologische Bauvorhaben zur Verfügung stellen, das vom Wasser- und Bodenverband Untere Havel/Brandenburger Havel umgesetzt wird.

Nun werden Kenner der örtlichen Begebenheiten einwenden, dass der Buckower See doch längst einen Ablauf habe. Das ist tatsächlich so. Am westlichen Ufer des Sees geht der Schliepengraben ab, der in Rathenow-West in einen Seitenarm der Havel mündet, die Schliepenlanke.

Schilf verhindert Abfluss

Das Problem an der Sache: Der Ablauf funktioniert nicht mehr. „Über die Jahrzehnte hat sich der Schilfgürtel des Sees derart verdichtet, dass er kein Wasser mehr durchlässt“, erklärt Winfried Rall, Geschäftsführer des Wasser- und Bodenverbands Untere Havel/Brandenburger Havel. Mit anderen Worten: Aus dem See fließt derzeit kein Tropfen in den Schliepengraben.

Das bekommen die Besitzer der umliegenden Flächen zu spüren. Weil der See, der aus Gräben der Gemarkung Großwudicke gespeist wird, keinen regulierenden Ablauf hat, steigt der Grundwasserpegel. Die Wiesen im Umfeld des Sees stehen deshalb oft unter Wasser. Und auch die Landwirte der umliegenden Flächen beklagen die Vernässung derselben.

Einsatz von Schwimmbagger geplant

Über die Jahre sei in Zusammenarbeit mit allen zuständigen Behörden/Institutionen eine machbare Variante gesucht und gefunden worden, so Rall. „Es soll die Verbindung zwischen See und Schliepengraben wieder hergestellt werden. Dazu wird der Schilfgürtel mittels Schwimmbagger im Altlauf geöffnet.“

Dieses Auslaufwehr soll abgerissen und durch eine Sohlschwelle ersetzt werden. Quelle: Markus Kniebeler

Zu dem Vorhaben, das über das Förderprogramm „Landeswasserhaushalt“ finanziert wird, gehört aber noch mehr. Das Auslaufwehr am Schliepengraben, das seit Jahren defekt ist, wird abgerissen und durch eine so genannte Sohlschwelle ersetzt. Diese Schwelle hat den Zweck, einen zu großen Wasserabfluss aus dem See zu verhindern.

„Wir werden die Schwelle so einrichten, dass der Pegel des Sees auf dem Durchschnittswert der vergangenen Jahre gehalten wird“, erklärt Rall. Anders ausgedrückt: Sinkt der Pegel unter diesen Durchschnittswert, wird das Wasser an der Sohlschwelle zurückgehalten.

Schöpfwerk bei Steckelsdorf wurde abgerissen

Zu dem Bauvorhaben zählt außerdem der Abriss des für die Wasserregulierung nicht mehr benötigten Schöpfwerkes bei Steckelsdorf, der bereits im vergangenen Jahr erfolgt ist. Die vorhandenen Gebäude und die Rohrleitung wurden abgerissen, das Gelände entsiegelt und die freie Vorflut in den Schliepengraben wieder hergestellt – wie vor 50 Jahren.

In Steckelsdorf wurde ein altes Schöpfwerk abgerisse Quelle: Markus Kniebeler

Außerdem soll im Schliepengraben die ökologische Qualität durch den Einbau von Totholzbarrieren verbessert werden. Und schließlich werden am Südufer des Grabens Bäume gepflanzt. Diese Abschattung verhindere, dass sich der Wasserlauf im Sommer allzu sehr aufheize, erklärt Rall. Auch das werde die ökologische Qualität des Gewässers verbessern.

Förderzusage liegt bereits vor

Die Förderzusage des Landes, welches das Vorhaben komplett finanziert, liegt bereits vor. „Derzeit werden die mit der Förderzusage geforderten notwendigen Zustimmungen eingeholt“, sagt Rall. Wenn diese Genehmigungen erteilt seien, könne mit der Umsetzung begonnen werden.

Der Druck auf den Grundwasserpegel, so viel ist sicher, wird nach der Herstellung des Ablaufs abnehmen. Und auch der See selber wird ohne Zweifel von dem Eingriff profitieren. „Man erhofft sich, dass durch die Öffnung wieder eine stärkere Wasserbewegung im See erfolgt, sich dadurch die Wasserqualität verbessert und eventuell auch die weitere Verschlammung etwas verzögert wird“, so Rall. Allerdings wird das wohl kaum reichen, um die mächtige Schlickschicht, die sich in Jahrzehnten herausgebildet hat, fortzuspülen.

Von Markus Kniebeler

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