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Milower Land Flamenco am Havelufer
Lokales Havelland Milower Land Flamenco am Havelufer
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15:30 30.04.2018
Radio Django aus Berlin brachten Gypsy-Swing nach Bützer. Quelle: Christin Schmidt
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Bützer

Mitten in der havelländischen Idylle, in einem 630-Seelen-Dorf im Milower Land trifft feuriger Flamenco auf groovigen Jazz und mitreißenden Gypsy-Swing, der die Füße nicht still stehen lässt.

Was unglaublich klingt, wurde am Samstagabend Wirklichkeit. Die Mitglieder des Vereins Kunstwerk West hatten zu der Veranstaltung „River Swing and friends“ in das Gasthaus „Havelterrassen“ eingeladen und ein außergewöhnliches Programm geboten.

„Wir wollen versuchen, den weniger geläufigen Stilrichtungen einen Platz zu geben“, erklärte der Vereinsvorsitzender Dirk Lange, bevor er das Konzert eröffnete. Er zeigte sich sichtlich erfreut, dass so viele Havelländer nach Bützer gekommen waren. Ein Beweis dafür, dass die Menschen aus der Region sich nicht nur für Schlager, Pop und elektronische Klänge begeistern können.

„Ich hatte in der Zeitung von dem Konzert gelesen und wollte mir das einfach mal anschauen. Bisher hatte ich mit dieser Art von Musik wenig Berührung, bin aber sehr positiv überrascht“, erklärte eine junge Frau aus Ferchesar, während das Robert Keßler Trio aus Berlin die Gäste mit virtuosem Jazz begeisterte.

Die Premiere von „River Swing and friends“ am Havelufer begeisterte Publikum und Musiker gleichermaßen.

Der Funke war schon nach den ersten Tönen übergesprungen. Fast ungläubig blickten einige Gäste zur Bühne und staunten, über die Töne, die Andreas Henze dem Kontrabass, Christian Tschuggnall seinem Schlagzeug und Robert Keßler der Jazz-Gitarre entlockten. Wer es bis dahin noch nicht wusste, dem wurde spätestens jetzt klar, da stehen große Musiktalente auf der Bühne.

So besonders die Musik, so schlicht und einfach die Location. Der Gastraum versprühte den authentischen Charme einer typischen Dorfkneipe. Die freundlichen Damen am Tresen schenkten Bier, Sekt und Wein aus, dazu gab es Knabberteller und ein freundliches Lächeln – echte Wohlfühlatmosphäre, von Kultursnobismus keine Spur.

Anspruchsvoller Musikgenuss im kleinen Bützer

Stattdessen ein authentisches Publikum, das ebenso bunt gemischt war wie die Musik: Am Tresen lehnten Männer mit Glatze und langem Bart, auf den Stühlen saßen Damen in Blusen und coole Typen in Lederwesten neben Basecap-Trägern, Junge neben Junggebliebenen.

Die Begeisterung der Gäste schien im Laufe des Abends stetig zu steigen und erreichte einen vorläufigen Höhepunkt als eine Flamenco-Tänzerin zu Agujetas Chicos Gitarrenspiel die Fußbodenfließen herausforderte und die Gäste mit spanische Temperament verblüffte.

Ungläubige Blicke hefteten sich an die Füße der jungen Frau und an die Finger des Gitarristen. Mal zart und gelassen, mal feurig und fordernd – die Musik berührte die Gäste, löste Jubel und tosenden Applaus aus.

Nicht weniger Begeisterung ernteten die fünf Musiker der Band Radio Django aus Berlin, die den Geist des französischer Gitarristen Django Reinhardt in Bützer zum Leben erweckten und feinsten Gypsy-Swing spielten.

Kunstwerk West – Von Bluesrock bis Jazz

Der Verein Kunstwerk West will eine Plattform für weniger populäre Musikstile bieten.

Neben „River Swing and friends“ veranstaltet der Verein seit 2016 auch das Havelbeatz-Festival in Bützer.

Dabei kommen Fans der etwas lauteren Töne auf ihre Kosten.

Hier werden Bluesrock, Cross-Over, Rockabilly und Punkrock geboten.

Das nächste Havelbeatz-Festival stellen die 28 Vereinsmitglieder am 16. Juni ebenfalls in Bützer auf die Beine.

Wer dabei sein möchte, mehr über den Verein wissen möchte oder selbst Mitglied werden will, nimmt Kontakt über die Facebook auf.

Die Gitarristen Janko Lauenberger, Santino Bamberger und Giovanni Steinbach teilten sich die kleine Bühne mit dem Geiger Daniel Weltlinger, der seinen Geigenbogen so flink und kraftvoll tanzen ließ, dass kleine Ruchwolken aufstiegen.

Und mittendrin Max Hartmann, der seinen Kontrabass förmlich umarmte und sich mit kleinen Soli Respekt verschaffte. Ein eingespieltes Team, dessen Energie sich schnell auf das Publikum übertrug.

Dass so großartige Musiker sich in Bützer die Ehre gaben, ist vor allem den Kontakten des Vereinsvorsitzenden zu verdanken. „Dirk ist ein guter Freund. Es war seine Idee, dieses Konzert hier zu veranstalten und dabei haben wir ihn gern unterstützt“, erklärte Robert Keßler.

Neuauflage von „River Swing“ ist geplant

Der Jazz-Gitarrist zeigte sich ebenso angetan von dem Konzept wie die anderen Musiker, die sich am Havelufer sichtlich wohlfühlten. „Wir waren ganz begeistert, dass die Gäste uns bis zum Schluss ihre Aufmerksamkeit schenkten und das nach mehreren Stunden Musik“, betonte Janko Lauenberger.

Er würde gern noch einmal in Bützer spielen. Die Chancen dafür stehen gut, denn wie Dirk Lange am Ende verkündete, wird es vermutlich eine Neuauflage von „River Swing and friends“ geben.

„Eine tolle Idee, dieses Konzert. Die Atmosphäre ist wunderbar und die Gegend hier einfach total schön“, war sich das Robert Keßler Trio einig. Obwohl die Musiker den Abend eröffnet hatte, machten sie sich nach ihrem Auftritt nicht auf den Weg nach Berlin, sondern blieben bis zum Schluss und genossen gemeinsam mit den Gästen und den anderen Musikern den Abend.

Von Christin Schmidt

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