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Milower Land Probleme in der Grundschule: Jetzt ist das Ministerium am Zug
Lokales Havelland Milower Land Probleme in der Grundschule: Jetzt ist das Ministerium am Zug
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16:52 14.03.2019
Die Inge-Sielmann-Grundschule in Milow steht derzeit im Fokus im Milower Land. Quelle: Christin Schmidt
Milow

 Es brodelt im Milower Land. Nachdem sich eine Lehrerin in der Gemeindevertretung am 20. Februar über die Reinigungsfirma beklagte und weitere Probleme in der Milower Grundschule ansprach, hat sich nun auch der Sozialausschuss am Mittwochabend mit dem Thema befasst.

Dabei wurde deutlich, die Verwaltung und die Abgeordneten nehmen das Ganze sehr ernst. Bürgermeister Felix Menzel (SPD) hat bereits zahlreiche Gespräche geführt und sich mit anderen Kommunen ausgetauscht, um zu erfahren, wie dort die Organisation und die Aufgabenverteilung in Sachen Objektverwaltung und -pflege in Bildungseinrichtungen geregelt ist.

Das Schulamt ist informiert, ebenso das Bildungsministerium in Potsdam. Am Montag tagten die Mitglieder der Schulkonferenz und warfen weitere Fragen auf. Eine Erkenntnis daraus ist, es geht längst nicht nur um Defizite in der Reinigung.

Mangelnde Motivation einiger Lehrer

Felix Menzel nannte im wesentlichen drei Faktoren: Es gibt Probleme in der Kommunikation. Zudem klemmt es in der Organisation und zahlreiche Zuständigkeiten sind nicht geklärt.

Sven Szramek, der als Sachkundiger Einwohner im Sozialausschuss sitzt, und Mitglied der Schulkonferenz ist, brachte einen weiteren Punkt ein: Die mangelnde Motivation einiger Lehrer.

„Der Grundtenor an der Schule missfällt mir völlig. Ich habe jetzt das zweite Kind an der Schule und bin es leid, mir das traurige, tragische Ergebnis anzugucken. Es wird immer schlimmer und wir lächeln es seit Jahren weg“, mahnte Szramek.

Lehrer schreiten nicht ein, wenn Schüler gegängelt werden

Es könne nicht sein, dass Lehrer die Hofaufsicht vom Fenster aus machen oder nicht einschreiten, wenn Schüler gegängelt werden und meinen, die Kinder müssten zu ihnen kommen so Szramek.

Wolfgang Gräfe (CDU), Vorsitzender der Gemeindevertretung und früher selbst Lehrer in Milow, bestätigte, dass an der Schule seit Langem einiges schief läuft. Auch Schulleiterin Kerstin Wernsdorf beteiligte sich an der Diskussion. Sie stimmte vielem zu, warnte aber auch vor einem Pauschalurteil.

„Die Motivation und Unzufriedenheit ist nicht bei allen Lehrern gleich. Es gibt ein paar, die sich über alles aufregen und andere, die zufrieden sind. Nicht alle ziehen am gleichen Strang. Da müssen wir anfangen“, so Wernsdorf.

Bürgermeister will „Elefantenrunde“ einberufen

Nicht unerwähnt ließ der Bürgermeister, dass die Leitung der Grundschule in den letzten Jahren häufig wechselte. Das habe auch Einfluss auf das gesamte Team, dass sich immer wieder neu finden musste.

Die Verwaltung hat sich inzwischen intensiv mit dem Thema befasst, alle Punkte zusammengetragen und einen Fragenkatalog an das Ministerium geschickt.

„Es gibt insbesondere im Schulbereich zahlreiche Verwaltungsvorschriften. Deshalb möchte ich zunächst alle Zuständigkeiten abschließend klären“, betonte Menzel. Liegen die Antworten vor, sind Gespräche mit der Schulleitung und anschließend mit dem Schulrat geplant.

Zudem soll eine „Elefantenrunde“ mit Lehrern, Verwaltung, Fraktionsvorsitzenden, Schulrat, und Schulleitung sowie Elternvertretern einberufen werden, um alle angesprochenen Punkte abschließend zu klären.

„Das wird eine Mahmut-Aufgabe, aber ich denke, es kann die Chance für einen Neuanfang sein. Jeder muss wissen, für was er zuständig ist. Das betrifft die Verwaltung ebenso wie die Schulleitung und das Kollegium. Wenn alle wollen und an einem Strang ziehen, kriegen wir das auch hin“, ermutigte Felix Menzel die Runde.

Lese Sie dazu auch den Kommentar: „Zeit für einen Neuanfang“

Von Christin Schmidt

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