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Milower Land Abgeordnete wollen keine wolfsfreie Zone
Lokales Havelland Milower Land Abgeordnete wollen keine wolfsfreie Zone
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14:53 28.02.2019
Auf dem Truppenübungsplatz Klietz ist ein Wolfspaar mit vier Nachkommen zu Hause. Quelle: dpa
Milow

 Die Diskussion um den Wolf erhitzt weiter die Gemüter. Viele Kommunen fassen derzeit Beschlüsse, um sich zur wolfsfreien Zonen zu erklären. Andere sprechen sich für den Wolf aus.

Auch im Milower Land wird über das Thema diskutiert, immerhin grenzt die Gemeinde unmittelbar an den Truppenübungsplatz Klietz an, auf dem sich die Tiere offenbar wohlfühlen.

„Es ist meiner Meinung nach nicht möglich und auch nicht sinnvoll zu sagen, dass der Wolf hier nicht sein darf“, machte Felix Menzel (SPD), Bürgermeister der Gemeinde, am Mittwochabend deutlich.

Abgeordnete durften Fachmann befragen

Er hatte zur Sitzung des Ausschusses für Tourismus, Sicherheit und Ordnung den Forstdirektor Lutz Freytag eingeladen, um den Abgeordneten die Möglichkeit zu geben, sich zu informieren und Fragen zu stellen.

Als Bereichsleiter des Bundesforstbetriebes Nördliches Sachsen-Anhalt ist Freytag unter anderem für den Truppenübungsplatz Klietz zuständig. „Wir haben den Auftrag für die Bundeswehr das Wolfsmonitoring und das Wolfsmanagement durchzuführen. Management bedeutet aber nicht, dass wir irgendetwas aktiv tun. Wir beobachten nur“, machte Freytag deutlich.

Aktuell gibt es ein Paar mit Nachkommen auf dem Gelände. Allerdings ist seit zwei, drei Monaten nur noch ein Elterntier nachweisbar. Von den sechs Nachkommen aus 2018 sind noch vier nachweisbar. Die anderen sind abgewandert oder zu Schaden gekommen, so Freytag.

Walker bewaffnen sich mit Pfefferspray

„Ich lebe in Kleinwudicke, also direkt am Truppenübungslatz. Es ist nicht ungewöhnlich, dass man dort einen Wolf sieht“, erklärte der Bürgermeister. Hin und wieder seien auch Tiere auf dem Friedhof im Dorf zu sehen.

„Sobald sie einen Menschen entdecken, stellen sie die Ohren auf und sind verschwunden“, berichtete der Bürgermeister. Er selbst mache sich darüber keine Sorgen, gleichwohl weiß er, dass einige Bürger sehr verunsichert sind und Angst haben.

„Wir haben Damen im Ort, die sich zum Walken im Wald Pfefferspray einpacken, andere hatten schon einen Wolf auf der Terrasse. Dennoch bin ich der Meinung, dass wir uns nicht zur wolfsfreien Zone erklären, denn Wölfe können schlecht lesen“, so Menzel.

Infobroschüre statt wolfsfreie Zone

Weil zwei Ortsvorsteher ihn auf das Thema wolfsfreie Zone angesprochen hatten, brachte er es am Mittwoch gemeinsam mit dem Ausschussvorsitzenden Holger Schiebold (CDU) auf die Tagesordnung.

Sie hatten sich bereits vorab darüber verständigt, dass es eine solche Erklärung nicht geben wird. Dem stimmten auch die anderen Abgeordneten zu. Stattdessen plant die Gemeinde eine Broschüre herauszugeben mit praktischen Informationen.

Darin soll erklärt werden, wie ein Feuer im Garten anzulegen ist oder was es zu beachten gilt, um den Wolf nicht aufs Grundstück zu locken. Dazu gehöre auch, Kotelettknochen nicht auf den Kompost zu werfen. Auch die Frage, wie man sich verhalten soll, wenn man einem Wolf begegnet?, soll die Broschüre beantworten.

Von Christin Schmidt

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