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Milower Land Modenschau zum Dorfgeburtstag
Lokales Havelland Milower Land Modenschau zum Dorfgeburtstag
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21:12 10.06.2018
Die große Modenschau zeigte sogar, wie die Steinzeit-Bützeraner gekleidet waren. Quelle: Uwe Hoffmann
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Bützer

Wann Bützer ein rundes Ortsjubiläum zuletzt etwas größer gefeiert hat, daran kann sich Sabine Thiele, seit 2014 Ortsvorsteherin, nicht mehr erinnern. Aber zumindest zum 650. Dorfgeburtstag hat der 2007 gegründete Dorfverein gemeinsam mit dem Ortsbeirat anlässlich des, nach einem Havelnebenarm benannten, jährlichen Koselfestes am vergangenen Samstag eine Modenschau durch sieben Jahrhunderte Dorfgeschichte organisiert.

Das Koselfest in Bützer stand ganz im Zeichen des 650. Dorfgeburtstages. Aus diesem Anlass gab es eine ganz besondere Modenschau. Models aus dem Dorf präsentierten Kleidung aus verschiedenen Epochen. Die Spanne reichte von der Steinzeit bis zum Rock´n´Roll.

Als Überraschung startete die Modenschau mit drei besonderen Partygästen, einer Mumie mit zwei Steinzeitmenschen, die vor 5500 Jahren hier siedelten. Bützer ist mit seiner ersten urkundlichen Erwähnung im Jahr 1368 nicht der älteste der zehn Ortsteile der Gemeinde Milower Land. Der Nachbarort Milow wurde bereits 1144 in einer Schenkungsurkunde an das Erzstift Magdeburg erwähnt. Aber auch im 14. Jahrhundert hatte die Kirche, neben Kaiser und Adel, noch viel Macht.

Elf Models im Umzugsstress

Die elf Models aus Bützer marschierten so zuerst als mittelalterliche Mönche ein. Danach folgte die Reise durch die Jahrhunderte. Im 15. Jahrhundert trugen beispielsweise die Männer Röcke und Strumpfhosen. 100 Jahre später trugen sie Wams.

Im 18. Jahrhundert wurden die Kleider üppig barock. Im 19./20. Jahrhundert war der Frack modern. Zu Charleston, dem Modetanz Anfang des 20. Jahrhunderts, trugen die Frauen Federschmuck auf dem Kopf und zeigten viel Bein. Zum Schluss trat Dieter Braun, das einzige männliche Model, als rockender Elvis auf. Dazu tanzte, noch topfit, die älteste unter den elf Models, Christa Dommer.

Prächtige Kostümer gab es beim Koselfest in Bützer zu sehen. Quelle: Uwe Hoffmann

„Im Ort wurde gefragt, wer mitmacht und ich habe spontan zugesagt“, so die 78-Jährige. Die jüngsten waren die noch elfjährige Romy Granzow und ihre Schulfreundin Lilli Pich von Lipinski (12 Jahre). Rund 150 Zuschauer verfolgten die Modenschau im Festzelt auf dem Sportplatz. „In unserem Fundus befinden sich zirka 4000 Kostüme“, erzählt Moderatorin Sabine Seidel, die mit ihrer Mutter Roswitha Seidel den Kostümverleih in Brandenburg/Havel betreibt. „Die Models mussten sich im Verlauf der Modenschau bis zu sieben Mal umziehen und trugen insgesamt zirka 80 verschiedene Kostüme.

650 Kilometer gemeinsam absolviert

„Zum Neujahrslauf stellten wir uns im Rahmen einer Laufchallenge zum 650. Dorfjubiläum das Ziel, bis zum Koselfest insgesamt mindestens 650 Kilometer zu laufen“, so Ortsvorsteherin Thiele, die im Anschluss die Sieger ehrte. „Bereits nach einem Monat erreichten die Bützer das Ziel. Insgesamt kamen 3035 Kilometer zusammen.“

Jördis Voigt lief mit 296 Kilometer auf den 1. Platz. Corinna Bölke walkte, mit knapp 850 Kilometern Vorsprung auf den 2. Platz, 1 130 Kilometer! Das Team „Weeß ich doch nich“ siegte beim Volleyballturnier mit vier Mannschaften. Auch den Tag über bot das Fest kleine Spiele, wie Kegeln, Ringe- und Büchesenwerfen. Viel Spaß hatten die jungen Gäste mit den großen Bubblebällen. Anstatt Blumen brachte Bürgermeister Felix Menzel im Namen der Gemeinde eine zirka 100 mal 70 Zentimeter große Festtagstorte, die das Bützer Wapper zierte, mit.

„Der kleine Prinz“ in der Dorfkirche

Mit gleich zwei Veranstaltungen brachte sich die evangelische Kirchgemeinde ins Fest ein. Mit Melodien Wolfgang Amadeus Mozarts begleitete Elfriede Wagner den Dresdner Schauspieler Jochen Heilmann auf dem Klavier zur Lesung der Erzählung „Lachende Sterne klingen“ aus Antoine de Saint-Exupérys „Der kleine Prinz“ (1943). So bot die Dorfkirche, bei erholsamen 21 Grad, für 75 Minuten einen unterhaltsamen Ruhepunkt. Die studierte Pianistin und gebürtige Dresdnerin Wagner zog vor zwei Jahren aus dem Gottleubatal nach Bützer, in die Nähe ihrer in Berlin lebenden Familie. Vor dem Gottesdienst mit Pfarrer Christoph Seydich sorgte der Rathenower Martin Tschirnich als „Die süße Helga“ vor ordentlich Stimmung im Festzelt.

Während des abendlichen Tanzes im Festzelt mit den „Dandys“ stiegen zum Feuerwerk Raketen in den abendlichen Himmel.

Von Uwe Hoffmann

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