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Milower Land Wasserstand in der Havel noch tiefer gefallen
Lokales Havelland Milower Land Wasserstand in der Havel noch tiefer gefallen
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11:37 22.06.2018
Ein Anblick wie bei Ebbe an der Nordsee. Bei Milow haben am Havelufer einige Boote komplett auf dem Trockenen gelegen. Quelle: Winfried Ganzer
Milow

Vor wenigen Tagen erst gab es in den sozialen Medien eine Diskussion, weil das Wasser der Havel an zwei Tagen um fast 40 Zentimeter gefallen war. Der Oberpegel Rathenow lag bei 2,25 Meter. Dagegen ist es jetzt vergleichsweise ruhig geblieben. Immerhin ist der Wasserspiegel der Havel nun an zwei Tagen wieder um 40 Zentimeter gefallen, er hat aber am Freitagmorgen am Oberpegel Rathenow bei nur noch 2,07 Meter gelegen.

Eindrucksvolle Fotos hat Winfried Ganzer, der Milower Ortsvorsteher, dort am Havelufer gemacht. Boote liegen zum Teil auf Land, ein Kahn ruht komplett auf dem Trockenen und der Strand der Badestelle ist viel breiter geworden. „So etwas wie heute hat es sehr selten in Milow gegeben“, berichtet Winfried Ganzer, „das war sehr ungewöhnlich, ein Feeling wie bei Ebbe an der Nordsee.“

Ende Mai hatte auf dem Hohennauener See ein Boot gebrannt, das jetzt geboregn worden ist. Quelle: Kay Harzmann

Er lag ihm fern, die Situation zu dramatisieren. Viele Boote auf der Gohlitz bei Milow hätten halt schräg am Ufer gelegen, teilt er mit, und so mancher Bootsführer hätte wohl bei diesem Wasserstand gar nicht ablegen können. Wie und warum es zu dieser Konstellation kam, erklärt Joachim Karp, Leiter des Außenbezirks Rathenow beim Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA). Weil es immer weniger Wasser im Fluss gab, teilt er mit, hatten die automatischen Wehre bei Bahnitz und am Mühlendamm in Rathenow zugemacht.

Durch die relativ hohen Leckverluste des alten Wehrs an den Hinteren Archen in Rathenow sei aber weiterhin Wasser abgeflossen. Er selbst, so Joachim Karp, habe dann entschieden, das Wehr an den Vorderen Archen in Rathenow noch ein wenig zu öffnen. Warum?

Ein Hausboot liegt fest bei Milow. Quelle: Winfried Ganzer

Es sollte mehr Wasser in Rathenow abfließen, sagt er, um die hohen Leckverluste am Wehr Grütz auszugleichen. Hätte er das nicht getan, so die Erklärung, wäre der Wasserspiegel auf dem Hohennauener See zu stark gefallen. Dieser See musste aber genug Wasser haben, weil das Wrack eines Bootes geborgen werden sollte, das dort Ende Mai in Brand geraten war.

Das Bootswrack ist mittlerweile geborgen worden. Deshalb hält das WSA alle Wehre von Bahnitz bis Garz seit Freitagmorgen wieder geschlossen. Es sollte so sein, sagt Joachim Karp, dass sich die Oberpegel stabilisieren.

Aus Richtung Brandenburg ist kein Wasser mehr zu holen

Von der seenartigen Verbreiterung der Havel oberhalb Brandenburgs ist jetzt kein Wasser mehr zu holen, erklärt er. Durch so eine Maßnahme hatte das WSA vor wenigen Tagen die niedrigen Pegel hier etwas angehoben. Als wichtigster Grund für die geringe Wassermenge in der Havel gilt, dass kaum noch Wasser aus der Spree herunter kommt, weil damit die Tagebau-Seen in der Lausitz geflutet werden. Außerdem ist Sommer und es hat wochenlang nicht geregnet.

Von den jetzt fallenden oder angekündigten Niederschlägen erwartet das WSA indes keine spürbare Auswirkung auf die Havel. Nur wenn es in Berlin stark und anhaltend schütten würde, sagt Joachim Karp, könnte das für mehr Wasser in der Havel sorgen. Im Juli 2017 hatte es einmal so eine Situation gegeben.

Von Bernd Geske

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