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Havelland Mindestlohn hat kaum Auswirkungen
Lokales Havelland Mindestlohn hat kaum Auswirkungen
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07:10 14.01.2016
Auch im Friseurhandwerk wird seit August der Mindestlohn gezahlt. Quelle: Tanja M. Marotzke
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Havelland

„Die Befürchtungen, dass der Mindestlohn negative Auswirken haben könnte, haben sich zum Glück nicht bestätigt“ sagte Melanie Speck von der Agentur für Arbeit in Neuruppin. Ihr seien keine Fälle bekannt, in denen es Entlassungen gegeben habe, die direkt auf die Einführung des Mindestlohns zurückzuführen seien. „Ich habe aber von Einzelfällen gehört, in denen die Betroffenen vermuten, dass sie Aufgrund des Mindestlohns entlassen wurden“, so Melanie Speck. Aber dies seien wirklich Vermutungen, betont sie.

Vor einem Jahr wurde der flächendeckende Mindestlohn in Brandenburg eingeführt. Seither müssen die Unternehmen und Betriebe ihren Mitarbeitern einen Stundenlohn von 8,50 Euro zahlen. Die Industrie- und Handelskammern in Brandenburg führten dazu eine Umfrage unter 1000 Betrieben durch und kamen zu folgendem Schluss: Mehr als die Hälfte der Befragten sahen keine Folgen durch den Mindestlohn auf ihr Unternehmen. „In den meisten Handwerksbetrieben lag der Lohn für Fachkräfte eh schon über dem Mindestlohn“, sagte Claudia Seeligmann von der Kreishandwerkschaft. Zudem hätten einige Branchen im Vorhinein schon mit Preiserhöhungen reagiert, um den steigenden Lohnkosten entgegen zu wirken.

Auch unter den Friseurbetrieben habe vor der Einführung des Mindestlohns große Unsicherheit darüber geherrscht, ob die Kunden die steigenden Preise akzeptieren würden. „Vor allem auf den Dörfern hatten viele ältere Kollegen Angst“, sagt Nicole Krebs, Obermeisterin der Friseur-Innung Potsdam. Die Kunden hätten die neuen Preise dann aber doch gut angenommen. „Die Kunden wollen ja auch dass ihre Friseure gut bezahlt werden“, so Nicole Krebs, die selbst ein Friseurgeschäft in Ketzin betreibt.

Anders sieht es da im Bereich Verkehr und Tourismus aus. „Es macht keinen Sinn einen Fahrer zu bezahlen, der dann keinen Fahrgast hat und nur wartet“ sagt Henrik Wohlmann vom Taxiverband Nauen. Vor allem Nachts führe dies zu Problemen. „Und anders als in anderen Landkreisen, wurden die Preise für Taxifahrten im Havelland noch nicht erhöht“, so Wohlmann. Unter den landwirtschaftlichen Betrieben in der Region ist die Stimmung hingegen größtenteils gut.

„Der Mindestlohn spielt für die meisten Landwirtschaftsbetriebe keine große Rolle“ sagt Johannes Funke, Geschäftsführer des Kreisbauernverbandes. In den hoch technisierten Bereichen der Landwirtschaft seien schon vor Einführung des Mindestlohns angemessene Gehälter und Löhne gezahlt worden. „Wenn sie gute und qualifizierte Leute haben wollen, müssen sie die auch gut bezahlen“ so Funke. Im Bereich der Handarbeit, wie etwa der Spargel- oder Erdbeerernte, sei es jedoch ein wenig schwieriger. „Dort hat man einfach einen hohen Personalbedarf und das muss am Ende auch erstmal wieder erwirtschaftet werden“ so Funke. Ein größeres Problem sei laut Johannes Funke die zusammen mit dem Mindestlohn eingeführte strengere Dokumentationspflicht der Arbeitszeiten. Diese Problematik ist auch Claudia Seeligmann von der Kreishandwerkschaft bekannt.

„Mit dem Mindestlohngesetz müssen Betriebe auch für Mitarbeiter, die nur 20 oder 30 Stunden arbeiten, strengere Aufzeichnungen führen“, so Seeligmann. Für viele Betriebe sei dies eine Mehrbelastung. Vor allem dann, wenn der Betrieb aufgrund seiner Größe, keine eigene Bürokraft habe und die Aufgaben zum Beispiel von der Ehefrau übernommen werden, so Seeligmann.

Von Danilo Hafer

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