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Havelland Mini-Radierungen und Maxi-Schnitte
Lokales Havelland Mini-Radierungen und Maxi-Schnitte
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00:26 10.12.2015
Überzeugt mit großen Linolschnitten: Sabine Ostermann.  Quelle: Tanja M. Marotzke
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Falkensee

 Von Kreuzigung bis sanfter Morgen – das Falkenseer Museum eint Brutales und Stilles, Gehetztes und Meditatives, Üppiges und Schlichtes. Möglich wird das in der aktuellen Ausstellung „Druckgraphik Nr. 4“. Sechs Künstler sind in der Galerie-Etage des Hauses mit ihren Arbeiten vertreten: Sabine Ostermann und Karin Viesel aus Falkensee, Thomas Schindler aus Brieselang, Uwe Beckmann aus Bergfelde sowie Ralf Hentrich und Rolf Walter aus Berlin.

Mehr als 80 Blätter füllen die Wände und sind ein Fest für die Augen. Sie zeigen die ganz Vielfalt, die hinter dem Begriff „Graphik“ stecken kann. Mit großformatigen Linolschnitten zieht Sabine Ostermann die Blicke schnell auf ihre Arbeiten. Ganz auf Struktur setzt sie in ihren Architekturbildern, in denen der Betrachter frontal auf Gebäude der Karl-Marx-Allee oder Torstraße stößt. Immer wieder setzt sich die Künstlerin, die an der Universität Mainz studierte, mit der Gesellschaft auseinander. In dem zwei Meter hohen Linolschnitt „27,43 Euro“ ist es der Kauf- und Schnäppchenrausch. Bei aller Expressivität, die den Arbeiten von Sabine Ostermann immer innewohnt, strömen die Arbeiten „Wasserrad“ fast asiatische Ruhe aus – alles fließt.

Grafikmarkt am 4. Advent

Die Ausstellung „Druckgraphik Nr. 4“ im Falkenseer Museum, Falkenhagener Straße 77, läuft noch bis zum 28. Februar 2016 .

Zu einem kleinen Kunstmarkt wird für den vierten Advent, den 20. Dezember, eingeladen. Dann kann das Museum bei freiem Eintritt besucht werden. Die Künstler sind vor Ort und die Besucher können mit ihnen über die gezeigten Arbeiten ins Gespräch kommen. Kekse und Glühwein gehören zu dem Adventsnachmittag dazu.

Geöffnet sind Museum und Galerie dienstags und mittwochs von 10 bis 16 Uhr, donnerstags, sonnabends und sonntags von 14 bis 18 Uhr.

Grafische Arbeiten sind auch im Bestand der Kunstsammlung vertreten, die der Verein der Freunde und Förderer von Museum und Galerie Falkensee angelegt hat. Die Sammlung umfasst mehr als 560 Arbeiten. Allein im Jahr 2014 waren 37 Blätter durch Schenkung oder Ankauf hinzugekommen, darunter Lithographien von Walter Denecke, Manfred Gabriel, Heinz Perlwitz, Martin Harnoss, Jürgen Schieferdecker und Manfred Hahn.

Der Förderverein des Museums zählt etwa 150 Mitglieder, er wird von Burkhard Berg geleitet.

Mit kleinen Formaten, klassischer Radiertechnik und minimalistischem Strich überzeugt Ralf Hentrich einmal mehr. Der gebürtige Zehdenicker ist schon längst für seinen behutsamen Stil und seine exzellente Arbeit mit extremen Formaten bekannt, in denen er Landschaften einfängt, gerne mit Nebel oder Gewitter, gerne mal mit Mond. Im vergangenen Jahr gab’s den Brandenburgischen Kunstpreis.

Ganz anders das Thema bei Rolf Walter. Er hält immer wieder Menschen in seinen Kaltnadelradierungen und Lithographien fest. Gesichter über Gesichter. Besonders eindrucksvoll sind die Blätter mit den Porträts der Franzosen aus dem Ersten Weltkrieg. Der Grafiker studierte in Hamburg, lebt in Berlin und Dresden und hat ein Atelier in Frankreich. Dort fand er auf einem Trödelmarkt alte Fotoalben, die dortigen Fotografien wurden zur Grundlage der Bildergalerie: 132 uniformierte Männer aus dem Schnurrbartzeitalter blicken den Betrachter ernst an.

Thomas Schindler, der in Braunschweig studierte und lange in Falkensee lebte, zeigt einige Linolschnitt aus frühen Jahren, voller Selbstbewusstsein sind die starken Linien gesetzt.

Ganz souverän auch die Arbeiten von Uwe Beckmann. Mit „Tonstich“, „Havelsee“ und „Märkisches Gehöft“ hat er Motive ausgewählt, die er vor der Haustür fand. In seinem Farblinolschnitten zeigt er sich als Meister der Fläche, sieht auch im Unscheinbaren das Große und Schöne, sei es eine „Hausecke“ oder „Das Feld“.

All dem Gegenständlichen setzt Karin Viesel, die seit 1999 in Falkensee lebt, eine abstrakte Welt entgegen, die sie in einer Vielfalt von Techniken umsetzt: Handsiebdrucke mit Acryl, Pigmenten und Pastellfarbe, Transferdrucke mit Kohle, Monotypien. Gedruckt wird auf verschiedenen Papieren. Die farbigen Einbände der Insel-Bücherei nahm die Künstlerin als Grundlage für Assemblagen, die sie mit Holzschnitten zu einem Kaleidoskop vereinte. Bunt auf bunt – das hat eine frappierende Wirkung und spricht für die abwechslungsreich zusammengestellte Schau.

Von Marlies Schnaibel

Eigentlich blieb Simone Döring gar nichts anderes übrig, als sich auch ehrenamtlich zu engagieren. Ist doch ihre Mutter, Bärbel Eitner, als heutige Ortsvorsteherin von Pausin seit jeher politisch, sozial und kulturell aktiv, und ihr Vater engagierte sich im örtlichen Sportverein Blau-Weiß.

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