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Minister besucht Oberstufenzentrum

Friesack Minister besucht Oberstufenzentrum

Über die Situation am Oberstufenzentrum in Friesack hat sich Brandenburgs Bildungsminister Günter Baaske informiert. Er erfuhr bei seinem Besuch, dass noch mehr Berufsschullehrer benötigt werden. Außerdem wünscht man sich in der Einrichtung mit ihren zahlreichen Ausbildungszweigen endlich auch Sozialarbeiter.

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Minister Günter Baaske (M.) und Landrat Roger Lewandowski (l.) im Gespräch mit Lehrerin Alexandra Stiefel sowie mit den Schülern Justin, Anthony, Christian und Philipp, die eine Ausbildung zum Sozialassistenten machen und die gestern für den Gast ein kleines Buffet angerichtet haben.
 

Quelle: Andreas Kaatz

Friesack.  Philipp und Anthony haben schon recht konkrete Vorstellungen von ihrer beruflichen Zukunft, wie Brandenburgs Bildungsminister Günter Baaske (SPD) bei seinem Besuch am Montag im Oberstufenzentrum Friesack erfahren konnte. Die beiden machen derzeit zusammen mit weiteren 17 jungen Leuten eine zweijährige Ausbildung zum Sozialassistenten, die im September 2016 begonnen hat. Ob sie schon wissen, wie es danach weitergeht, ob sie übernommen werden?, fragte der Minister. „Ich habe eine Chance auf einen Ausbildungsplatz als Heilerziehungspfleger“, meinte Philipp, auch Anthony will in diese Richtung. Künftig werden sie mit behinderten Menschen arbeiten, aber auch mit älteren, die Hilfe benötigen. „Mir macht die Arbeit mit Menschen Spaß“, begründete Azubi Justin, ebenfalls im ersten Ausbildungsjahr, seine berufliche Wahl.

Die Ausbildung zum Sozialassistenten ist die Basis für weitere berufliche Qualifizierungen. Allerdings gibt es sie, ebenso wie die Ausbildung zum Erzieher, noch nicht allzu lange am OSZ. „Wir haben einen großen Bedarf an einer eigenen Ausbildung gesehen“, meinte Landrat Roger Lewandowski (CDU), der Baaske bei seinem Besuch begleitete, zur Einrichtung des Bildungsganges. Somit würden die jungen Leute auch im Havelland bleiben. „Viele möchten das auch.“ Zudem überlege man, ob nicht auch der Beruf des Heilerziehungspflegers im Havelland ausgebildet werden könnte, so Lewandowski.

Baaske besuchte das OSZ, um zu sehen, wo der Schuh drückt. So konnte Lehrer Tilman Spänkuch seine Sorgen loswerden. Er arbeitet mit jungen Flüchtlingen, bringt ihnen deutsch und Mathematik bei und macht mit ihnen Berufsorientierung. Ein Problem: die drohende Abschiebung. „Das System ist fragwürdig, wenn Leute, die hochmotiviert sind, abgeschoben werden sollen“, meinte er. Die Flüchtlinge würden verunsichert. Baaske kennt das Thema natürlich. „Es ist ein Erlass des Innenministeriums in Vorbereitung, dass bereits der Besuch der Berufsfachschule als Beginn der Ausbildung gilt. Das würde einen Schutz vor Abschiebung bieten“, meinte Baaske. Des Weiteren merkte Spänkuch an, dass zu wenig Lehrer für die 98 Flüchtlinge in fünf Klassen am Standort Friesack zur Verfügung stünden. Zudem fehlen Stunden und damit auch Personal, um die Jugendlichen berufsorientiert unterrichten zu können. Baaske: „Ich werde schauen, ob die Ausstattung der Schule mit Personal nicht so ist, wie sie sein sollte.“

Ein weiteres Thema: Es gibt am OSZ keine Sozialarbeiter. Die aber würden dringend benötigt, wie Schulleiter Eckhard Vierjahn sagte. Für alle Schüler, nicht nur für die Flüchtlinge. Aber es gibt unterschiedliche Ansichten zwischen Landkreis und Land dazu, wer die Stellen bezahlt. „Da geht der Ball hin und her“, so der Landrat, der von den Bürgermeistern weiß, dass diese die Stellen nicht aus der Kreisumlage finanziert sehen wollen.

Eckhard Vierjahn sprach zudem den Fachkräftemangel am OSZ an. „Es fehlt an ausgebildeten Berufsschullehrern.“ Somit ist die Einrichtung auf Seiteneinsteiger angewiesen, für die die Anstellung dann aber auch attraktiv sein müsse. Dies sei nicht immer der Fall. So komme es vor, dass ihnen nur eine zeitliche Befristung angeboten werde. „Um Fachkräfte zu finden ist es wichtig, jeden einzelnen Fall differenziert zu betrachten und ihnen auch die Möglichkeit zu geben, einen pädagogischen Abschluss zu erwerben“, appellierte er an die zuständigen Stellen. Sonst bekomme man gerade da, wo eine hohe Spezialisierung nötig ist, keine Lehrkräfte.

Von Andreas Kaatz

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